STADTVILLEN IN LEER
Röben Klinker NESSE, Architekten - Sortierung
Röben Kramik - Klinker BERGEN, silberweiß
Planung : Architekten büro Eden, Leer
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In zahlreichen europäischen Städten wurden in den vergangenen Jahren ehemalige Hafengebiete zu modernen Wohn- und Dienstleistungsvierteln umgewandelt - angefangen von den Londoner Docklands über die Amsterdamer Osthäfen bis hin zur Hamburger Hafencity und der Bremer Überseestadt. Mit großem Erfolg. Denn in den neu geschaffenen Quartieren verbinden sich die attraktive Lage am Wasser und die faszinierende ehemalige Hafenatmosphäre mit der inzwischen immer stärker nachgefragten innenstadtnahen Lage. Ein ähnliches Konzept wird seit einigen Jahren auch im ostfriesischen Leer verfolgt. In direkter Nähe zur historischen Innenstadt mit ihren engen Gassen und pittoresken Häuserzeilen werden dort zahlreiche ehemalige Industrie-, Verkehrs- und Brachflächen rund um den ehemaligen Handelshafen umgenutzt und an die Altstadt angebunden. |
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Schwerpunkt der umfangreichen städtebaulichen Planung ist die Neubebauung der südlich vom Hafenbecken gelegenen „Nesse-Halbinsel“, die inzwischen durch eine moderne Fußgängerbrücke mit der Altstadt verbunden wird. Direkt am Ufer wurde hier das Projekt "Wohnen am Alten Handelshafen" mit insgesamt sieben Stadtvillen in moderner Ziegelarchitektur realisiert. Die durch den vor Ort ansässigen Architekten Gerhard Eden geplanten Häuser bieten auf jeweils vier Geschossen insgesamt 38 innenstadtnahe Eigentumswohnungen mit variablen Wohnflächen zwischen 85 und 160 Quadratmetern - einige doppelgeschossige Appartements bieten sogar eine Grundfläche von bis zu 270 Quadratmetern. Sämtliche Wohnungen haben entweder einen Balkon oder eine Terrasse zur Wasserseite mit Aussicht auf die Altstadt und über das Hafenbecken hinweg auf die gegenüberliegende Promenade mit den dort liegenden Freizeitbooten. Trotz der engen Vorgaben des Bebauungsplans ist es Gerhard Eden gelungen, die einzelnen Stadtvillen interessant und zeitgemäß zu gestalten. Sämtliche Häuser wurden als kraftvolle Klinkerbauten mit drei Vollgeschossen sowie einem Dachgeschoss mit Penthouse-Wohnungen und großzügigen Dachterrassen errichtet. Die Erschließung sämtlicher Einheiten erfolgt jeweils über ein zentrales Treppenhaus, das nach außen hin in Form eines großzügig |
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| Sieben Stadtvillen direkt am Wasser. In zwei Reihen versetzt angeordnet, ist von jedem Balkon ein freier Blick über das Hafenbecken auf die gegenüber liegende Altstadt möglich. |
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| verglasten Risaliten gestaltet wurde. Ein weiterer Blickfang sind die Stützen für die Balkone, die mit ihrer schräg gestellten Ausrichtung die Form des Pylons der angrenzenden Brücke in die Altstadt aufgreifen. Abgesehen von diesen wiederkehrenden Gestaltungsmerkmalen unterscheiden sich die einzelnen Stadtvillen jedoch durch zahlreiche Details sowie durch die individuellen Grundrisse voneinander, so dass jedes Haus eine ganz eigene Identität erhalten hat. |
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Im ersten Bauabschnitt wurden zunächst die drei direkt am Wasser gelegenen Stadtvillen mit Garagen im Erdgeschoss fertiggestellt. Nachdem sämtliche der hier gelegenen 16 Eigentumswohnungen bereits nach kürzester Zeit verkauft waren, wurden kurz darauf eine vierte Villa am Ufer sowie drei rückwärtig gelegene Häuser mit einer darunter liegenden Tiefgarage in Auftrag gegeben. „Wir waren selber überrascht, wie gut unser Konzept angenommen wurde“, berichtet Ingo Prinz von der Immo Wohnbau GmbH, die zusammen mit der Wolfgang Paul Projektentwicklung hinter dem Unternehmen Wohnen am Alten Handelshafen GmbH & Co. KG steht.
Ein zentraler Aspekt der Planung war die Integration der Stadtvillen in das vorhandene städtebauliche Umfeld: “Hier in Leer sind über die Jahrhunderte hinweg fast ausschließlich Ziegelhäuser errichtet worden“, so Architekt Gerhard Eden. „Das gilt insbesondere für den Bereich der historischen Altstadt, der ganz stark durch seine charakteristische Backsteinarchitektur geprägt wird. Um hier einen sensiblen Übergang zu schaffen, stand das Material Klinker für unsere Stadtvillen also von vorn herein fest.“ In enger Zusammenarbeit mit den Röben Keramikern wurde schließlich eigens für dieses Projekt der Handstrich-Verblender NESSE |
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| Alle Häuser wurden als kraftvolle Klinkerbauten mit drei Vollgeschossen sowie einem Dachgeschoss mit Penthouse-Wohnungen und großzügigen Dachterrassen errichtet. |
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| Ein Blickfang sind die Stützen für die Balkone, die die Form des Pylons der angrenzenden Brücke in die Altstadt aufgreifen. |
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| Zierleisten, teilweise
aus Formziegeln, und
zurückgesetzte Ziegelreihen
stellen einen
Bezug her zur regional
verwurzelten, handwerklichen
Mauerwerkstechnik. |
Handwerkliche
Mauerwerkstechniken
gliedern die Fassade |
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kreiert. „Der Stein entsprach genau unseren Vorstellungen“, so Gerhard Eden. „Denn mit seiner relativ glatten, aber dennoch rustikalen Backsteinoptik fügt er sich hervorragend in das historische Stadtbild ein. Gleichzeitig wirkt er durch das kräftige, blau-silberne Flammenspiel aber auch sehr modern und lebendig.“ Für die Fassaden der Dachgeschosse wurden im Kontrast silberweiße Klinker BERGEN eingesetzt, die geradezu einen fließenden Übergang zum Himmel schaffen. Um den Bezug zur Stadt Leer zusätzlich zu betonen und die im Wilden Verband gemauerten und anschließend hellgrau verfugten Fassaden optisch zu gliedern, griff Gerhard Eden an verschiedenen Stellen auf die regional verwurzelte, handwerkliche Mauerwerkstechnik mit vorstehenden Zierleisten zurück. Sie wurden zum Teil mit Formziegeln ausgebildet. Aber auch das einfache Zurücksetzen einzelner Ziegelreihen im Erdgeschoss ruft ein feines Linienraster hervor. Auf der anderen Seite wurden in Zusammenarbeit mit dem Röben-Planungs-Service zahlreiche Fertigteile wie Gesimse oder Stürze integriert. Ein überzeugender Spagat zwischen alten und neuen Techniken, der letztlich auch die Philosophie des ganzen Projektes beschreibt: Historisch und regional verwurzelt, aber gleichzeitig zeitlos modern mit Blick in die Zukunft. |