| |
Architekten: de Architekten Cie., Carel Weber, Amsterdam
Projekt-Team: W.Benschop, S.S. van Balen, R. Alberda
Fotos: Jan Derweg, Amsterdam |
| |
|
Trotz, oder gerade wegen der voranschreitenden Vereinigung Europas - die konstitutionelle Monarchie der Niederlande erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Jüngster Beleg der anhaltenden Sympathie für das Haus Oranje ist das im Südwesten von Amsterdam fertiggestellt Bürogebäude "Queens Towers": |
|
|
|
Das postmodern verspielte, direkt neben dem "World Fashion Center" gelegene Bauwerk besteht aus einem lang gestreckten doppelgeschossigen Sockel und drei hoch aufragenden, rotbraun gemauerten und mit kupfergrünen Dächern bedeckten Türmen, die aufgrund ihrer majestätischen Erscheinung nach den letzten drei niederländischen Regentinnen "Wilhelmina", "Juliana" sowie der noch amtierenden Königin "Beatrix" benannt wurden. Die beiden höheren Türme weisen eine Höhe von 62 Metern auf, Turm "Beatrix" ragt immerhin noch 45 Meter in den Amsterdamer Himmel.
Für die Planung der "Queens Towers" zeichnet Carel Weeber vom Amsterdamer Büro de Architekten Cie. verantwortlich, das maßgeblich am gegenwärtigen Aufschwung der niederländischen Architekturszene beteiligt ist: in Rotterdam entwickelte eines der Mitglieder, Frits van Dongen, Mitte der 90er Jahre das vielbeachtete Wohngebäude "De Landtong" - einen aus Backstein errichteten Großblock mit insgesamt 623 Wohneinheiten, der geschickt auf verschiedene, teilweise terrassierte Wohnblöcke aufgeteilt und damit in lesbare Einheiten gegliedert wurde. |
| |
|
|
Eher maritim präsentiert sich dagegen das vor kurzem im ehemaligen östlichen Amsterdamer Hafengebiet fertiggestellte Wohngebäude "The Whale", dessen schillernde Zinkfassade eine spielerische, fast ironische Lust im Erfinden von gebauter Umwelt zeigt. Mit dem am Schnittpunkt zwischen der Stadtautobahn A10 und der breiten Cornelis Lelylaan gelegenen Bürogebäude "Queens Towers" ist den Architekten jetzt ein weiterer großer Wurf gelungen. "Wir wollten ein klassisch anmutendes Gebäude mit einer stark vertikalen Ausrichtung schaffen, das innerhalb des überwiegend durch großflächige Bauten aus den 60er Jahren geprägten Stadtteils Slotervaart/Overtoomse Veld einen deutlichen architektonischen Akzent setzt", beschreibt Projektleiter Willem Benschop den zentralen Planungsgedanken.
Und in der Tat: Durch die kupfergrünen Satteldächer, die auf den drei rotbraunen, aus jeweils zwei aneinander gefügten Quadern bestehenden Türmen thronen, hat der bislang eher gesichtslose Stadtteil ein weithin sichtbares, identitätsstiftendes Zeichen erhalten, das sich trotz seiner imposanten Höhe nahtlos an die relativ großen Bürogebäude in der Umgebung anschließt. Alle drei Türme verfügen über einen eigenen 3,6 Meter hohen repräsentativen Eingangsbereich, der jeweils durch identische Vordächer überdeckt wird. Die vertikale Erschließung des bis zu 14-geschossigen Gebäudes erfolgt über Lifte und Treppenhäuser, die auf allen Ebenen durch eine zentrale Halle verbunden werden, von der aus die einzelnen Büros zu erreichen sind. |
| |
|
| |
Über den repräsentativen Eingangsbereichen aus hellem und dunklem Granit erhebt sich die schlanke Ziegelarchitektur aus roten Röben Klinker WESTERWALD. |
|
|
|
|
| |
|
|
Nicht nur beim architektonischen Konzept, auch bei den Fassadenmaterialien haben de Architekten Cie. auf Qualität gesetzt: Die beiden Sockelgeschosse wurde abwechselnd mit hellgrauem und anthrazitgrauem Granit sowie mit dem Röben Keramik-Klinker FARO schwarz nuanciert, glatt verkleidet. Die Fassaden der drei Türme zeichnen sich dem gegenüber durch das lebhafte und rhythmisch gut gegliederte Zusammenspiel von großen Fensterflächen, schwarz getönten Glaspaneelen und lang gestreckten vertikalen Streifen aus rotbraunen Klinkern aus. Nach längerer Suche verwendeten die Architekten 500.000 Röben Klinker WESTERWALD rot, glatt im Waalformat. "Wir wollten einen festen, robusten Klinker mit guten bauphysikalischen Eigenschaften haben", begründet Willem Benschop die Materialwahl seines Büros. Großen Wert legten die Architekten dabei auf die Wahl der Fugenfarbe: "Um ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen und die im Läuferverband gemauerten |
Außergewöhnlich ist die geschlossene Farbwirkung im Sockel- und Fassadenbereich: die Farben der Mauerwerksfugen wurden exakt den schwarzen und roten Klinkerfarben angepasst. |
Fassadenabschnitte als homogene Flächen ausbilden zu können, haben wir eine Fugung gewählt, die exakt der Farbe der Klinker entspricht."Für die mit schwarz-weißen Bändern ausgebildeten oberen Geschosse der drei Türme, deren Gestaltung eine deutliche Zäsur zu den aufliegenden Satteldächern schafft, wurden abwechselnd Röben Kermik-Klinker FARO schwarz-nuanciert, glatt und Röben Keramik-Klinker OSLO perlweiß, glatt verwendet. Die um rund 1,8 Meter überstehenden Dächer selbst, hinter denen sich die gesamte Haustechnik des Gebäudes verbirgt, wurden demgegenüber mit kupferfarbenen Metallpaneelen abgedeckt - eine überaus gelungene Maßnahme, denn durch den leuchtend bunten Komplementär-Kontrast zwischen dem kupfergünden Dach und den rotbraunen Klinkern bilden die "Queens Towers" nicht nur den gewünschten auffälligen Kontrast zu der eher farblosen Umgebung, sondern werden auch ihrem königlichen Anspruch gerecht.
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
Schwarz-weiße Zierbänder aus Röben Keramik-Klinkern tragen die kupferfarbenen Dächer. |
|