Rot und Schwarz – ein Fußballstadion im niederländischen Assen
 
   
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Bauberatung: Promeij bv Bouwadvies Buro, Henk Meijering, Assen
Fotos: Jan Derweg, Amsterdam
   

Die rund 30 km südlich von Groningen gelegene niederländische Kleinstadt Assen ist unter Sportfans vor allem als Austragungsort internationaler Motorradrennen ein Begriff. Die Fußballfans der Region zieht es dagegen in erster Linie zu den Heimspielen des in der ersten Hoofdklasse C spielenden Amateurvereins Achilles 1894. Bis vor kurzem spielte der inzwischen 107 Jahre alte Club noch im Sportzentrum „Houtlaan“. Weil die 1966 errichtete Anlage jedoch mittlerweile nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Fußball-Arena entsprach, fiel 1997 nach langjährigen und schwierigen Verhandlungen mit der Stadt der Startschuss für den Neubau eines reinen Fußballstadions am Martin Luther Kingweg im Norden von Assen.

Nach dem Umzug in die Ende 1999 fertiggestellte neue Arena haben sich völlig neue sportliche und finanzielle Möglichkeiten für den Verein ergeben, denn das Stadion bietet Platz für mehr als 6.000 Zuschauer – 620 von ihnen können dem Spielgeschehen auf dem Rasen von überdachten Sitzplätzen aus folgen. „Seitdem unser Team im Sportpark Marsdijk spielt, sind die Einnahmen durch Zuschauer und Werbeverträge sprunghaft angestiegen“, berichtet Henk Krans, der Pressesprecher von Achilles 1894. „Außerdem ist es uns gleich im ersten Jahr gelungen, niederländischer Amateurmeister zu werden!“ Zentrales architektonisches Element des Sportparks Marsdijk ist ein 48 Meter langer, zweigeschossiger Gebäuderiegel, der aus einem massiven Sockelgeschoss und einem zu den beiden Außenkanten hin schräg nach oben aufragenden und mit lang gestreckten horizontalen Fensterbändern ausgestatteten Obergeschoss besteht. Zum Spielfeld hin nimmt der Bau die überdachte Nordtribüne auf, in gegenüber liegender Richtung fungiert er als repräsentative Eingangsfront. Im Inneren des Gebäudes stehen Umkleidekabinen, ein Massageraum und Besprechungsräume im Sockelgeschoss sowie ein Sprecherraum, ein Verwaltungsraum und eine vereinseigene Mini-Druckerei im Obergeschoss zur Verfügung. Direkt neben dem Stadion bietet der Sportpark zwei Trainingsplätze sowie einen Parkplatz mit rund 1.000 Stellplätzen.

    
 

Ungewöhnlich zeigt sich nicht nur die Form, sondern auch die Farbgebung des Neubaus: „Einer der wichtigsten Planungsgedanken war die betont plakative Verwendung der beiden Vereinsfarben Rot und Schwarz“, berichtet Berater Henk Meijering vom vor Ort ansässigen Promeij Bouwadvies Buro. Für den unteren Bereich wurden schwarze Keramik-Klinker gewählt, die Fassaden des Obergeschosses wurden zum überwiegenden Teil mit roten Kunststoff-Paneelen verschalt. Ebenso kontrastreich zeigen sich die Fenster und Türrahmen, die ebenfalls Schwarz und Rot lackiert wurden.

Bei der Suche nach einem geeigneten Klinker für die Außenfassade des Sockels fiel die Wahl schließlich auf den Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert, glatt im Waalformat, einer vor allem in den Niederlanden sehr gebräuchlichen Ziegelgröße: „Die Klinker von Röben bieten eine hervorragende und dauerhafte Materialqualität“, begründet Henk Meijering die in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von Achilles 1894 getroffene Entscheidung. Neben den insgesamt 80.000 schwarzen Keramik-Klinkern wurden in regelmäßigen Abständen auch 1.500 Röben Keramik-Klinker WESTERWALD rot, glatt in die im Läuferverband gemauerte Fassade integriert. Die eingefügten Klinker geben dem lang gestreckten Gebäude eine Struktur und verstärken den Kontrast der beiden Farben Rot und Schwarz zusätzlich: „Die Mauerwerksfassade korrespondiert auf diese Weise nicht nur mit den darüber liegenden roten Kunststoff-Paneelen sowie den Fenster- und Türrahmen, sondern auch mit dem Vereinswappen des Clubs“, berichtet Henk Meijering und verweist dabei auf die Darstellung des tapferen griechischen Kriegers Achilles, die weithin sichtbar in die Frontfassade des Neubaus integriert wurde.