Ein repräsentatives Gesicht – Neubau für die Landessparkasse zu Oldenburg
 
   
zurück
   
Architekten: Kulla, Herr & Partner, Oldenburg, Wilhelmshaven
Fotos: Gundula Steinbrenner, Oldenburg
    

Mit weit über 130 Filialen ist die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) die größte Sparkasse der Weser-Ems-Region. Alleine in der Stadt Oldenburg ist das Unternehmen mit insgesamt 23 Niederlassungen vertreten. Einer dieser Standorte ist die Filiale an der Bloherfelder Straße, einer vielbefahrenen Ausfallstraße im Westen der Stadt, wo ein vor kurzem fertiggestellter Neubau einen ehemals an gleicher Stelle stehenden und inzwischen längst zu klein gewordenen Altbau ersetzt. Um die bislang eher gesichtlose städtebauliche Situation an der Kreuzung zur Theodor-Heuss Straße aufzuwerten und einen sichtbaren Bezug zu einem schräg gegenüber gelegenen Bürogebäude zu schaffen, konzipierte das Oldenburger Architekturbüro Kulla, Herr & Partner das neue LzO-Gebäude als L-förmig geschnittenen dreistöckigen Baukörper mit einer turmartig ausgebildeten Eingangsfront zur Kreuzungsmitte. Den horizontalen Gegenpol bilden drei jeweils um einen Meter aus der Fassade hervor tretende und dabei lediglich zweigeschossige Klinkervolumen, die das Gebäude harmonisch in die regional verwurzelte Ziegelarchitektur einfügen. Die übrige Fassade wurde im Kontrast dazu überwiegend in Glas und verzinktem Stahl ausgebildet.

Besonders auffällig zeigt sich dabei das mit gewelltem Aluminiumblech verkleidete Staffelgeschoss, das nach oben hin durch ein flachgeneigtes Zink-Satteldach mit weit auskragenden Sonnenschutzlamellen abgeschlossen wird. Für zusätzliche Blickfänge sorgen vier kreisförmige Fenster im unteren Bereich der Mauerwerksfassade.

Der Neubau bietet eine Nettofläche von insgesamt 1.800 m2, wobei die LzO lediglich das nach Südosten hin erweiterte Erdgeschoss nutzt. In der darüber liegenden Ebene befinden sich drei frei vermietbare Büros, im Dachgeschoss wurden drei großzügig geschnittene Appartements mit eigenem Balkon eingerichtet. Die beiden oberen Ebenen werden durch zwei giebeldachbedeckte Glastreppenhäuser in den beiden Flügeln des Gebäudes erschlossen, so dass der durch vier Stahlträger und ein aufliegendes Glasdach repräsentativ gestaltete Haupteingang ausschließlich den Kunden der LzO vorbehalten bleibt. Das Innere der Sparkasse bietet neben mehreren Beratungsräumen eine zentrale Kundenhalle, in der ein verglastes Pultdach für ausreichend Tageslichteinfall sorgt.

Aufgrund des Wunsches des Auftraggebers nach einem dauerhaften Objekt mit möglichst niedrigen Wartungs- und Unterhaltskosten wurde die Fassade des neuen LzOGebäudes in zweischaliger Bauweise errichtet, die aus einem 240 mm starken Hintermauerwerk, einer Zwischenschicht aus 100 mm Mineralfaserdämmung mit Luftschicht und einem davor liegenden Sichtmauerwerk aus Verblendern besteht. Bei der Wahl nach einem geeigneten Vormauerziegel hat sich das Büro Kulla, Herr & Partner gemeinsam mit Peter Forst, dem Hausarchitekten der LzO, für den Röben Verblender GREETSIEL 2 DF, friesisch-bunt entschieden – „ein großformatiger Verblender (Höhe: 113 mm) mit einem überaus lebendigen Farbspiel, der neben Massivität und Beständigkeit gleichzeitig auch Offenheit und Dynamik ausdrückt“, wie die Architektin Sabine Hozak berichtet. „Ein idealer Verblender also, um die Philosophie der LzO nach außen zu tragen.“ Um den massiven Eindruck des Gebäudes noch zu unterstützen, wurden die Fenster innerhalb der Mauerwerksfassade mit einer 24 cm tiefen Laibung versehen.

Mit ihrem leuchtend bunten Farbspiel schaffen die im sogenannten „wilden Verband“ gemauerten Röben Verblender einen gelungenen Kontrast zu den zahlreichen Elementen aus verzinktem Stahl sowie der funkelnden Aluminiumblech-Fassade im Staffelgeschoss.

   
Das Beispiel dieses Bankgebäudes zeigt, dass sich in der modernen Ziegelarchitektur keramische und andere Baustoffe gut miteinander kombinieren lassen.
   

Einen zusätzlichen farblichen Akzent bilden die von innen dunkelblau lackierten und mit Aluminium beschichteten Glaspaneele, die vor den lediglich einschalig gemauerten Brüstungsbereichen den Eindruck einer durchgängigen Glasfassade erzeugen.

Auch bei zahlreichen anderen Projekten hat die LzO auf Produkte aus dem Hause Röben gesetzt: „Die Steine sind sehr robust, das kommt unserem Anspruch nach hochwertiger Architektur entgegen“, begründet Peter Forst die über Jahre hinweg gewachsene Kundenverbundenheit. „Durch ihre äußerst geringe Wasseraufnahme sind sie außerdem extrem unanfällig gegen jegliche Art von Verschmutzung“ – genau das richtige Material für einen so verkehrsreichen Standort wie die Bloherfelder Straße also.