Hang zur klassischen Moderne – Architektenbüro im niederländischen Heerenveen
 
   
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Architekten: Architecten Evers, Heerenveen
    

„Der strahlend weiße Keramik-Klinker unterstützt die elegante Leichtigkeit der Architektur mit ihren aluminiumgrauen Fenster- und Türrahmen und schafft gleichzeitig einen leuchtenden Kontrast zu dem roten Büro-Volumen, zum Blau des Himmels und zur grünen Silhouette des angrenzenden Waldes“. (Hans Evers)

Die zwischen dem Ijsselmeer im Westen und der Provinz Groningen im Osten gelegene Provinz Friesland ist eine der ländlichsten und am dünnsten besiedelten Regionen der Niederlande. Wen wundert es da, dass sich hier Traditionen mehr erhalten haben als anderswo und dass manche Orte neben ihrem niederländischen Namen noch einen zweiten, friesischen besitzen. Einen der wenigen Kontrapunkte innerhalb dieser beschaulichen Idylle setzt die rund 35 000 Einwohner zählende Gemeinde Heerenveen, der es vor einigen Jahren durch den Einzug des Fußballclubs SC Heerenveen in die Champions-League gelang, europaweit von sich Reden zu machen.

Wesentlich ruhiger als im Hexenkessel des hochmodernen und komplett überdachten Thialfstadions geht es im südöstlich gelegenen Stadtteil Oudeschoot zu, wo sich vor kurzem das vor

Ort ansässige Architekturbüro Evers mit einem selbst entworfenen Neubau niedergelassen hat. Und wie so oft, wenn Architekten ihre eigenen Räumlichkeiten entwerfen, fungiert auch das Gebäude in Heerenveen ganz offensichtlich als gebaute Bürophilosophie: Hans Evers gelang dabei ein klar und einfach strukturierter, weiß verklinkerter Flachdach-Riegel mit langgestreckten horizontalen Fensterbändern, der sich mit seiner ebenso strengen wie eleganten Detaillierung ganz offensichtlich auf die Ideale der Klassischen Moderne und die Architektur der 20er-Jahre beruft. Signifikantes Kennzeichen des Neubaus ist ein mit Kunststoff-Paneelen und einer 8 mm starken Furnierschicht aus rotbraunem Holz verkleidetes Volumen am nordwestlichen Kopfende, mit dem der zweigeschossige Neubau einen direkten Bezug zu einem nebenan gelegenen, mit roten Klinkern verblendeten Nachbargebäude schafft.

Einen besseren Ort für ihr neues Domizil hätten die Architekten kaum wählen können: Nach Nordosten hin grenzt das Grundstück an einen schmalen, schilfbewachsenen Kanal, nach Südwesten hin trifft es auf die Kulisse eines kleinen Laubwaldes – „ein Ort, viel zu schade eigentlich, um hier lediglich mein Büro einzurichten“, wie Hans Evers begeistert erzählt: „Schon seit einigen Jahren hatte ich gemeinsam mit meiner Frau und meinen Kindern nach einer Möglichkeit gesucht, um Wohnen und Arbeiten unter einem Dach miteinander zu verbinden. Mit dem jetzt fertiggestellten Neubau konnten wir diesen lang gehegten Wunsch nun endlich in die Tat umsetzen.“ Wichtigstes Organisationsprinzip der ineinander verschachtelten Grundriss-Aufteilung ist die entlang einer weit aus der Nordwestfassade hervortretenden Wand markierte Trennung zwischen dem Wohnbereich im südöstlichen Teil und dem Bürobereich im gegenüberliegenden Bereich. Die großzügig verglaste rote Büro-Box ermöglicht helle und offene Arbeitsräume mit traumhafter Aussicht auf den Kanal und den angrenzenden Wald. Einen ähnlich direkten Bezug zwischen innen und außen zeigt auch der mit einem vollständig verglasten Obergeschoss ausgebildete Wohnbereich, der über eine überdachte Außenterrasse einen direkten Zugang zu einem kleinen, künstlich angelegten Teich und zum angrenzenden Kanal bietet.

    

Bei der Wahl eines geeigneten Klinkers entschied sich der Architekt für den Röben Keramik-Klinker FARO perlweiß, genarbt. „Der strahlend weiße Keramik-Klinker unterstützt die elegante Leichtigkeit der Architektur mit ihren aluminiumgrauen Fenster- und Türrahmen und schafft gleichzeitig einen leuchtenden Kontrast zu dem roten Kunststoff-Volumen, zum Blau des Himmels und zur grünen Silhouette des angrenzenden Waldes“, berichtet Hans Evers. Verstärkt wird der fast flächenhafte Eindruck der durchgehend im Läuferverband gemauerten Fassaden durch die Verwendung einer Fugenfarbe im gleichen Farbton. Weitere 3 000 schwarze Röben Keramik-Klinker verwendeten die Architekten zur kontrastreichen Gliederung der beiden Stirnseiten des Gebäudes.

Neben gestalterischen Überlegungen stand für Hans Evers vor allem die Qualität des Materials im Vordergrund: Die gewählten Röben Keramik Klinker sind praktisch feuchtigkeits und schmutzabweisend „ab Werk“, denn die hochwertigen, weiß brennenden Tone sintern relativ früh, das heißt, das keramische Material verdichtet sich schon bei etwa 1000°C. Die Wasseraufnahme liegt dadurch bei deutlich unter 2%, so dass der gebrannte Klinker so gut wie keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt – ein unschätzbarer Vorteil gerade bei weißen Fassaden, denn der Staub, der sich überall absetzt, wird so vom nächsten Regen einfach wieder abgewaschen. Und Regen, den gibt es hier in Friesland nun wirklich genug.