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Architekt: O&V Architecten, Lelystad |
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Die niederländische Landschaft ist in weiten Teilen eine Erfindung ihrer Bewohner. In jahrhundertelangem Kampf trotzten sie den Naturgewalten des Meeres systematisch nutzbares Land ab. Besonders deutlich wird dieses Vorgehen im 1800 km2 großen Flevoland, der jüngsten Provinz der Niederlande, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts komplett aus dem Meer gewonnen wurde: Nach der 1932 erfolgten Fertigstellung des rund 30 Kilometer langen „Afsluitdijks“, der das Süßwasser des Ijsselmeeres von den Fluten der Nordsee abtrennt, wurde zunächst bis 1942 der sogenannte Nordost-Polder trockengelegt. Zwischen 1950 und 1957 folgten das östliche Flevoland und zwischen 1959 und 1968 das südliche Flevoland.
Größte Stadt von Flevoland und gleichzeitig die mit Abstand am schnellsten wachsende Stadt der Niederlande ist das rund 25 Kilometer östlich von Amsterdam gelegene Almere mit gegenwärtig rund 170000 Einwohnern. Aufgrund ihrer noch jungen Geschichte gilt die komplett am Reißbrett konzipierte Stadt gemeinhin als architektonisches Experimentierfeld, denn schließlich gibt es hier weder einen Denkmalschutz noch braucht man auf gewachsene städtebauliche Strukturen Rücksicht zu nehmen. Schon gar nicht in Palmpot, einem direkt an der A 26 gelegenen Gewerbegebiet am südöstlichen Ende der Stadt, wo vor kurzem der von den Architekten Joop Orie und Maarten Voorwijk aus Lelystad entworfene neue Hauptsitz für den bekannten Schlittschuh-Hersteller Viking fertig gestellt wurde.
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Statt Produktion, Lager, Warenannahme, Verkauf und Verwaltung in einem ausschließlich funktional ausgerichteten Fabrikgebäude unterzubringen, nutzten die Architekten den zur Verfügung stehenden Freiraum und entwickelten ein spannungsvolles Gebäude-Ensemble, das sich aus mehreren ineinander übergehenden, aber deutlich unterscheidbaren Baukörpern zusammensetzt. Als repräsentativer Blickfang fungiert dabei das zur Kreuzung Palmpotstraat/De Strubbenweg hin orientierte, viergeschossige Verwaltungsgebäude. Mit seiner scharfkantigen dreieckigen Grundfläche schafft der mit hellen Keramik-Klinkern verblendete und großzügig verglaste Neubau ein identitätsstiftendes architektonisches Zeichen am Rande des neu erschlossenen Gewerbegebietes. Deutlich geschlossener präsentieren sich der entlang der Palmpotstraat sich anschließende, ebenfalls weiß verklinkerte Gebäuderiegel für Produktion und Verkauf sowie die mit einem geschwungenen Stahldach bedeckte zentrale Lagerhalle.
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Die Frontfassade des Verwaltungsgebäudes wird vor allem durch das Zusammenspiel aus elfenbeinfarbenem Klinker und einem rund zwei Meter breiten Randstreifen aus blau lackierten Stahlprofilen und großflächigen Glasflächen bestimmt – ein deutlicher Verweis auf die Farbigkeit des rechts oben in die Fassade integrierten Firmenlogos mit dem blau-weißen Schlittschuhläufer. Die strenge Rasterung zitiert dabei ganz bewusst die netzartige Struktur der niederländischen Landschaft mit ihren zahllosen Kanälen, auf denen im Winter tausende von Holländern auf ihren Kufen lautlos und in ruhigem Rhythmus dahingleiten. Die einzigen beiden Elemente, die aus dem strengen Fassadenraster ausbrechen, sind zwei kleinere Fenster – fast so, als würden sie gemeinsam mit dem blauen Schlittschuh-Läufer um die sechs größeren Fenster herum ihre Bahnen ziehen.
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Für die Verblendung der insgesamt rund 1400 m2 großen Fassadenflächen lieferte das Röben-Werk in Bannberscheid rund 55 000 Keramik-Klinker FARO elfenbein, glatt im Waalformat. „Der helle Farbton des Steines verleiht dem Viking-Gebäude eine offene und freundliche Ausstrahlung und harmoniert hervorragend mit den blauen Metallpaneelen und den blauen Fensterrahmen“, erläutert Architekt Maarten Voorwijk die Materialwahl seines Büros. Weitere 11 000 Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert verwendeten die Architekten, um die Fassaden entsprechend dem strengen Flächenraster mit horizontalen Streifen zu untergliedern.
Neben der großen Farbpalette überzeugten die Röben Klinker vor allem durch ihre hohe Qualität: „Der Gebäudekomplex liegt direkt an der Autobahn in Richtung Amsterdam und ist deshalb starken Emissionen ausgesetzt“, berichtet Maarten Voorwijk. „Die verwendeten Klinker mussten also nicht nur unempfindlich gegen die hier am Ijsselmeer sehr feuchte Luft, sondern gleichzeitig auch äußerst schmutzabweisend sein. Die Röben Keramik-Klinker mit ihrer gleichmäßigen und gleichbleibenden Farbgebung entsprachen da genau unseren Vorstellungen.“
Mit seiner scharfkantigen Spitze schafft der mit hellen Keramik-Klinkern verblendete und großzügig verglaste Neubau ein identifikationsstiftendes Zeichen für den Bauherrn, einen bekannten Schlittschuh-Hersteller
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