Hand in Hand geplant – Erweiterung der Städtischen Kliniken in Dortmund
 
   
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Architekt: Städtische Kliniken Dortmund, Abteilung Planungsgruppe
    

Fertige Stürze und Fensterbänke haben sich längst durchgesetzt und gehören seit Jahrzehnten zum unverzichtbaren Repertoire des Architekten. Relativ neu ist dagegen, dass zunehmend auch kompliziertere Fertigbauteile auf der Baustelle eingesetzt werden. Für den Planer ergeben sich damit nicht nur niedrigere Baukosten und eine Zeitersparnis von 30 bis 50 %, sondern auch völlig neue Dimensionen gestalterischer und konstruktiver Möglichkeiten mit Verblendmauerwerk.

Ein gutes Beispiel für die vielseitige Verwendbarkeit von Röben-Fertigbauteilen bietet die Erweiterung der Städtischen Kliniken in Dortmund: Um einen seit 1945 in einem ehemaligen Kasernengebäude untergebrachten Standort in das zentrale Klinikum-Nord zu integrieren, hat die interne Planungsabteilung der Klinik einen neungeschossigen Neubau entworfen, der den bestehenden Gebäuderiegel bis Anfang 2003 in einen Kreuztyp mit einem erweiterten Verkehrsknoten umwandelt. Bei der Suche nach einem geeigneten Fassadenmaterial haben sich die Architekten für den Röben Keramik-Klinker FARO cremeweiß, glatt entschieden. Die Planung der für den Neubau notwendigen Fertigbauteile, einschließlich der nötigen Edelstahl-Verankerungen und der Statik-Berechnungen, wurde gemeinsam mit dem frühzeitig eingebundenen Röben-Planungsservice entwickelt.

„Ausgangspunkt unserer Zusammenarbeit war die Unterbringung eines Kernspin-Tomographen in dem eigens dafür fertiggestellten Erweiterungsbau der Radiologischen Abteilung“, berichtet der verantwortliche Architekt Ulrich Meyer. „Um das rund 3 x 4 Meter große Gerät später gegen ein neues austauschen zu können, entwickelte der Röben-Planungsservice die Idee, eine große, vorgefertigte Fassadentafel vor die mit einer entsprechenden Öffnung versehene konstruktive Außenwand zu setzen – so kann die Wand später relativ leicht geöffnet, und, nachdem die Apparatur mit einem Kran heraustransportiert worden ist, problemlos wieder geschlossen werden“, schildert Ulrich Meyer die verblüffend einfache Lösung. Im Anschluss an diese Baumaßnahme entschied sich die Planungsgruppe dazu, aus Kostenund Termingründen auch für die nachfolgenden Bauabschnitte „B“ (eingeschossiger Bau mit Cafeteria, neuer erweiterter Haupteingangshalle und Notfallaufnahme) und „D“ (neungeschossiges Hochhaus mit Ambulanzen und den Normalpflegestationen) eine Kombination aus konventionellem Mauerwerk und vorgefertigten Fassadentafeln zu verwenden.

Ein weiteres Motiv für die Verwendung von Fertigbauteilen ergab sich aus statischen Gründen: Neben Brüstungs-Elementen und schmalen Pfeilern wurden auf der Baustelle auch dachauskragende Attika-Elemente und insgesamt 2 000 Meter Fensterstürze als Fertigteile eingesetzt. „Konventionell errichtetes Mauerwerk kann lediglich Druckkräfte aufnehmen“, erklärt Horst Klockgether vom Röben-Planungsservice und verweist dabei auf Bauwerke aus früheren Jahrhunderten, bei denen sämtliche Fassaden-Öffnungen mit einer die Lasten seitlich abtragenden Bogenform überbrückt werden mussten. „Für gerade Stürze im Verblendmauerwerk benötigt man dagegen spezielle Stahlbetonteile mit einer außenliegenden Klinkerverkleidung – nur so lassen sich auch die auftretenden Zugkräfte aufnehmen.“ Bevor die erforderlichen Sonderbauteile in die Produktion gehen, erstellt der Röben-Planungsservice bei jedem Projekt zunächst eine detaillierte Werkplanung: Neben der genauen Platzierung und Ausformung der jeweiligen Bauteile ist dabei vor allem deren exakte statische Berechnung wichtig. „Und weil nicht alles gleichzeitig produziert und geliefert werden kann, müssen wir außerdem eine genau aufeinander abgestimmte Baustellen-Logistik und ein entsprechendes Lieferschema entwickeln“, erläutert Horst Klockgether die Koordination der verschiedenen Abläufe. Nach der Abnahme der Werkplanung durch die Architekten folgt die Herstellung der Fertigteile im Röben-Werk Reetz in Brandenburg: In einem Negativ-Verfahren wird das auf eine Stärke von 2,5 cm geschnittene keramische Material dort in eine Schalung eingelegt und anschließend mit den entsprechenden Bewehrungen und Edelstahl-Verankerungen versehen. In einem weiteren Arbeitsgang wird die Schalung

Brüstungselemente, Pfeiler, Fensterstürze: Baukosten- und Zeitersparnis mit Fertigteilen
   
   
   
schließlich mit Beton aufgefüllt. Die Montage auf der Baustelle verläuft dann in der Regel ohne Probleme – „da zeigt sich, dass der Röben-Planungsservice seit über 20 Jahren ausschließlich auf Mauerwerksbau spezialisiert ist“, meint Ulrich Meyer. „Die gelieferten Fertigteile ließen sich völlig einfach und unkompliziert montieren. So benötigten wir z. B. für fünfeinhalb Quadratmeter Brüstung gerade einmal eine halbe Stunde – fix und fertig montiert! Außerdem waren die einzelnen Positionen und Verankerungen der Elemente planerisch genau dokumentiert und vorher mit dem Bauunternehmer durchgesprochen. Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, dass wir den Bau tatsächlich innerhalb des ziemlich eng gesteckten Kosten- und Terminrahmens in 2003 realisieren werden.“