»Les Terrasses de Magellan« – Bürogebäude in Nantes, Frankreich
 
   
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Architekten: Barto + Barto, Paris
   
Der streng geometrische Aufbau wurde ganz gezielt mit einer spielerischen und bewußt unregelmäßigen Fassadengestaltung kontrastiert: Einige der Fensteröffnungen erweisen sich bei näherem Hinsehen als gemauerte Rücksprünge.

Wer von Südosten kommend ins Zentrum der westfranzösischen Stadt Nantes gelangen will, der muss zunächst die Loire überqueren. Kurz nach der Überfahrt über die inmitten des Flusses gelegene Insel Beaulieu trifft der Blick plötzlich und unvermittelt auf den am nördlichen Ufer gelegenen Gebäudekomplex »Les Terrasses de Magellan« – ein aus drei Baukörpern bestehendem, weiß verklinkerten Ensemble, das durch seine imposante Massivität die gesamte Uferlinie des nach dem berühmten portugiesischen Seefahrer benannten Magellan-Quais beherrscht.

Bei der langwierigen Planung des als Büro- und Wohnkomplex genutzten 7-geschossigen Ensembles mussten eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen zusammengeführt werden: Während die Stadt Nantes vor allem eine städtebauliche Aufwertung des Loire-Ufers sowie die Bedeutung des Standortes als südliches Eingangstor zur Stadt im Auge hatte, ging es den Investoren, der Gruppe CIF sowie dem Büro Lamotte, vor allem die Rentabilität des Projektes. Das mit der Planung des Neubaus beauftragte Pariser Architektenduo Bernard und Clothilde Barto verknüpfte beide Forderungen und entwickelte einen intelligent in den heterogenen städtebaulichen Kontext integrierten, aber dennoch bewusst eigenständig formulierten Gebäudekomplex, der dem bislang nur wenig inspirierten Umfeld am Magellan-Ufer endlich eine einprägsame Gestalt gibt.

Entlang des Ufers grenzt das Grundstück an eine Zeile dreigeschossiger Altbauten vom Beginn des 20. Jahrhunderts, in Richtung Süden ragt auf der Insel Beaulieu ein

11-geschossiger Wohnblock empor. Noch schwieriger die Situation in Richtung Norden und Osten, wo sich die leicht abschüssige Einfallstraße zur Stadt und mehrere vielgeschossige Bürobauten anschließen. Als Antwort auf diesen Kontext verteilten Bernard und Clothilde Barto das geforderte Raumprogramm von rund 5.000 m2 Büroflächen und 78 Wohnungen auf drei unterschiedlich ausgebildete Volumen, die in der Mitte durch eine neu geschaffene Straße voneinander getrennt werden. Einem lang gestreckten Gebäuderiegel in Richtung Westen stehen dabei ein quaderförmiges Volumen nach Nordosten und ein ovalförmiger Zylinder in Richtung Südosten gegenüber, die beide durch ein Sockelgeschoss miteinander verbunden werden.
Extrem schmale vertikale Fensteröffnungen unterstreichen denn monolithischen, fast festungsartigen Charakter.
   

Um den streng geometrischen und deutlich am Stil des Neorationalismus orientierten Gebäude-Komplex zu einem homogenen Ganzen zusammenzufügen, wurde die gesamte Gebäudehülle mit weißen Keramik-Klinkern verblendet. Der im Läuferverband gemauerte, helle Stein nimmt nicht nur den Farbton der weiß verputzten Bauten in der Umgebung wieder auf, sondern verstärkt gleichzeitig den abstrakten, fast skulpturalen Gesamteindruck. Eine Ausnahme bildet lediglich der Westflügel des Komplexes: Um hier einen fließenden Übergang zu den ebenfalls verputzten Altbauten entlang des Magellan-Ufers zu schaffen, wurde der durch eine Fuge vom übrigen Gebäude abgetrennte westliche Teil der Fassaden mit Putz ausgeführt.

 
  
Das Objekt besteht aus drei Gebäuden, die in der Mitte durch eine neu geschaffene Straße voneinander getrennt werden.
    

Noch mehr Plastizität erzielten die Architekten durch die Ausbildung extrem schmaler vertikaler Fensteröffnungen, die den monolithischen, beinahe festungsartigen Charakter der Neubauten unterstreichen und den Komplex so fast wie ein modernes Zitat der berühmten Loire-Schlösser erscheinen lassen.

Der streng geometrische Aufbau wurde dabei ganz gezielt mit einer spielerischen und bewusst unregelmäßigen Fassadengestaltung kontrastiert: Ein Teil der mit davor liegenden Brüstungsgittern und außen liegenden Jalousien ausgestatteten „Fensteröffnungen“ erweist sich so bei näherem Hinsehen lediglich als gemauerter Rücksprung. Zusätzliche Spannung schaffen die auf den Stirnseiten des Westflügels integrierten Außengalerien oder die asymmetrisch platzierten Öffnungen im südöstlich gelegenen Oval sowie in den oberen drei Ebenen des quaderförmigen Volumens.


Um den streng geometrischen Baustil noch stärker zu betonen, wurde die gesamte Gebäudehülle mit weißen Röben Keramik-Klinkern verblendet.
   
Bei der Wahl eines geeigneten Klinkers gab nicht zuletzt die Lage des Gebäudes an einem der befahrensten Verkehrsknotenpunkte von Nantes den Ausschlag. Aufgrund der starken Emissionen musste der Stein extrem unempfindlich und schmutzabweisend sein. In Absprache mit dem Bauherren wählten die Architekten den Röben Keramik Klinker OSLO perlweiß, glatt. Die hochwertigen weiß brennenden Tone sintern relativ früh, das heißt, das keramische Material verdichtet sich schon bei etwa 1000°C. Die Wasseraufnahme liegt dadurch bei deutlich unter 2%, so dass der Klinker so gut wie keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt – ein Vorteil gerade bei weißen Fassaden, denn so wird der Schmutz, der sich überall absetzt, vom nächsten Regen einfach wieder abgewaschen. Das ideale Material für zeitlose Architektur.