Majestätisch – Der ABC-Tower von Köln
 
   
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Architekt: Engelbert Zepp, Erftstadt
   
Folgt man dem griechischen Ursprung des Wortes „élleipsis“ genau, dann bedeutet „Ellipse“ eigentlich „Mangel“. Wohl weil der Form die perfekte Rundung des Kreises fehlt. Wie ein „Mangel“ aber sieht der neue ABC-Tower im Airport Business Park in Porz-Grembenhoven in der Nähe des Flughafens Köln-Bonn wirklich nicht aus.

Majestätisch ist das Gebäude gleich in zweierlei Hinsicht. Mit seiner imposanten Höhe von 65 Metern überragt es alle anderen Gebäude im weiten Umkreis. Und es kann schon für sich in Anspruch nehmen, von einem echten Prinzen eingeweiht worden zu sein. Prinz Hakoon, der norwegische Thronfolger, hat es im Mai 2002 persönlich seiner Bestimmung übergeben. Schließlich residiert hier auf sechs der insgesamt 17 Etagen die deutsche Zentrale des großen norwegischen Aluminiumproduzenten Norsk Hydro. Vom Oberbürgermeister Fritz Schramma bekam er dafür u.a. „’ne Dose Kamelle us Kölle“.

Für diese Objekt hat Röben extra eine Sonderfarbe „Carrara-weiß“ entwickelt. Die Säulen sind im „Kopfverband“ aus den Schmalseiten der Keramik-Klinker gemauert.

Für ihn ist der ABC-Tower „ein Zeichen für Größe, Stärke und Umbruch“. Ganz unbestritten ist es eine optisch unverwechselbare Adresse. Trotz seiner Höhe macht der Bau einen „leichten“ Eindruck. Die Länge von fast 57 Metern wird durch die Ellipsen-Form geschickt aufgefangen. 27 Meter misst er an der breitesten Stelle und wirkt dadurch schlank und elegant. Vielleicht hat die Adresse, benannt nach dem französischen Automobilkonstrukteur italienischer Herkunft, „Ettore Bugatti“, die Erftstädter Architekten Engelbert Zepp bei ihrem Entwurf, mit dem sie einen Wettbewerb gewannen, mit inspiriert. Nomen est Omen.

Die Gestaltung der Fassade ist licht und transparent. 10 Säulen bilden den unteren Bereich mit dem zweistöckigen, verglasten Entrée. Auf ihnen „ruhen“ 14 Geschosse mit je 1.000 m2 nutzbarer Fläche. Entschieden hat sich der Architekt hier für eine energiesparende Doppel-Fassade aus Röben Keramik-Klinkern. Für den Bauherrn wurde extra eine Sondersortierung in der Farbe „Carrara-weiß“ mit einer glatten Oberfläche kreiert. Die Stürze sind als Fertigteile ausgebildet, ansonsten wurde die Fassade konventionell aufgemauert. Die Spitzen der Ellipse sind jeweils voll verglast und nehmen dem Gebäude so die Masse. Um eine zu starke Aufheizung des Gebäudes im Sommer zu verhindern, verfügen die Fenster über einen außen liegenden Sonnenschutz. Die Säulen sind in einem reinen „Kopfverband“ aus den schmalen Seiten der Klinker gemauert.

In der Mittelachse über dem Eingangsbereich wird die Klinkerfassade durch etagenübergreifende Wintergärten geschickt gegliedert. Sie sind innen mit Bäumen begrünt und dienen als Ruheund Besprechungszonen. Im Innenkern befinden sich Fahrstuhl, Treppenhaus und Service-Einrichtungen.

An das ungewöhnliche Gebäude schließen auf der Rückseite zwei jeweils viergeschossige Nebentrakte an. Ergänzend gibt es ein Parkhaus mit 500 Plätzen. Die gesamte Grundstückfläche mit den Nebengebäuden beträgt 10.800 m2.

Den Mietern präsentiert sich der ABCTower als repräsentative Geschäftsadresse mit Mehrwert. Dieser besteht nicht nur in dem Ausblick auf Köln und den Dom, sondern in dem umfassenden Angebot u. a. aus Veranstaltungs-, Einkaufs,-Security-, Reise- und Hotel-Service. Rund 1.000 Menschen genießen hier das Motto „Arbeit im Grünen“.

Der Investor Andreas Heyer aus Siegburg hatte sich ein „Gebäude mit Pfiff“ gewünscht. Nun ist sogar eine kleine Melodie daraus entstanden.

In der Mittelachse wird die Klinkerfassade durch etagenübergreifende Wintergärten gegliedert.
Die Spitzen des elliptischen Baukörpers sind jeweils voll verglast.