Fassadensanierung mit WDVS und Röben Klinker-Riemchen – Wirtschaftsbehörde Hamburg
 
   
zurück
   
Planung: Bau-Institut Hamburg-Harburg (BIHH)
   
Frisches Weiß und neue Wärmedämmung eine perfekte Sanierung.
  
Wenn Bauschäden so offensichtlich sind, ist eine Komplettsanierung unvermeidbar.
 
Die Wirtschaftsbehörde Hamburg ist neben dem Rathaus eine der mächtigsten Schaltzentralen der Politik in der Stadt. Entsprechend groß ist der personelle Einsatz und damit auch das Gebäude, in dem die Weichen für die wirtschaftliche Entwicklung der traditionsreichen Hafen- und Handelsstadt gestellt werden. Auf über 11.000 m2 sind zwischen 1957 und 1969 drei bis zu zwölf Stockwerke hohe Gebäudekomplexe entstanden. Im Dreieck Alter Steinweg, Wexstraße und Düsternstraße bilden sie den „architektonischen Brückenschlag“ zwischen den um die Jahrhundertwende entstandenen dicht gebauten Wohnhäusern um das Kneipenviertel Großneumarkt und den jüngst entstandenen Gebäudekomplexen wie dem Japanischen Zentrum und dem Fleethof. Diese wurden übrigens im traditionellen rotbraun der alten Hamburger Kontorhäuser verklinkert. Die Wirtschaftsbehörde wurde nach einem Entwurf eines der wichtigsten Hamburger Architekten der Nachkriegszeit, Werner Kallmorgen, geplant. Mit seinem Entwurf hat er sich an einen der bedeutendsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, Erich Mendelsohn, angelehnt. Vergleicht man Bilder des im Jahre 1932 von Mendelsohn gebauten Columbushauses am Potsdamer Platz in Berlin, so fällt sofort die Parallelität der horizontalen Gliederung der Fassade auf. Brüstungs- und Fensterbänder sind konsequent geschichtet. Da durchgängig auf Fensterstützen verzichtet wurde, entstand so eine vorhangartige Fassadenwirkung. Weiter hat Kallmorgen offenkundig auf die „weiße Moderne“ zurückgegriffen; eine in Hamburg zu dieser Zeit recht seltene Gestaltungsform. Bei der Konstruktion der Fassade wurden seinerzeit weiße glasierte Riemchen direkt auf den Untergrund aus Mauerwerk und Beton geklebt. Nach rund 45 Jahren waren nun an den ersten Bauabschnitten nach und nach Schäden aufgetreten. So lösten sich auch durch Diffusionsschäden an einigen Stellen, vor allem an der Unterseite, Teile der Fassadenbekleidung, so dass sich der Bauherr vor einem Jahr entschloss, die als erstes entstandenen Bauabschnitte nachhaltig zu sanieren.