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Planung: Walter Deters, Staatliches Baumanagement Oldenburg |
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Die zahlreichen Lebensmittelskandale der letzten Jahre haben europaweit für Schlagzeilen gesorgt. Um der massiven Verunsicherung der Verbraucher zu begegnen und die Risiken eines erneuten Auftretens von BSE oder MKS zu minimieren, sind inzwischen vielfältige Maßnahmen zur Neuordnung und Optimierung der Lebensmittelsicherheit durchgeführt worden. In Niedersachsen etwa wurde Ende 2001 das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit „Laves“ neu gegründet, das mit zuverlässigen Kontrollen und transparenten Qualitätssicherungssystemen Gesundheitsrisiken frühzeitig ermitteln und rechtzeitig wirksam bekämpfen soll.
Eines von insgesamt sieben Instituten von Laves ist das zuvor an vier verschiedenen Standorten quer über die Stadt Oldenburg verteilte und seit Ende 2002 in einem Neubau zusammengefasste Lebensmittelinstitut Oldenburg, in dem jährlich etwa 20.000 Lebensmittelproben aus den Bezirken Weser-Ems und Lüneburg untersucht werden. Der im Stadtsüden, an der Ecke Klingenbergstraße/Martin-Niemöller-Straße errichtete Komplex bietet auf einer Hauptnutzfläche von 5.175 m2 modernste Labor- und Büroräume, die sämtliche Anforderungen an zeitgemäße Arbeitsbedingungen erfüllen. Mit der Planung des Neubaus wurde das Staatliche Baumanagement Oldenburg beauftragt, das in den vergangenen Jahren zahlreiche Großprojekte in Eigenleistung entworfen und durchgeführt hat - darunter die Erweiterung des Oldenburgischen Staatstheaters oder die neue Oldenburger Justizvollzugsanstalt.
Der unter Leitung von Walter Deters geplante Neubau des Oldenburger Lebensmittelinstituts überzeugt nicht nur durch sein kontrastreiches Zusammenspiel zwischen roten Keramik-Klinkern, großzügigen Glasflächen und Elementen aus verzinktem Stahl, sondern auch durch seine sensible Einbettung in den städtebaulichen Kontext. Um dabei einen fließenden Übergang von der geschlossenenSiedlungsbauweise im Umfeld der Klingenbergstraße und dem nördlich angrenzenden „Osternburger Moor“ zu schaffen, setzt sich der dreigeschossige Komplex aus zwei parallel gegeneinander verschobenen, jeweils zweibündig ausgebildeten Laborflügeln zusammen, die durch ihre Anordnung in Nord-Süd-Richtung ganz bewusst eine Barrierewirkung zum grünen Umraum vermeiden. Die Erschließung der beiden langgestreckten Laborriegel erfolgt über einen komplett transparenten Verbindungstrakt im Zentrum der Anlage, der neben dem Haupteingang und dem Empfangsfoyer sämtliche Büros für die Verwaltung beherbergt, und der mit seinen durchgehenden, teilweise verspiegelten Glasflächen einen markanten Kontrast zu den angrenzenden, teilweise mit flachen Fassadenvorsprüngen gestalteten Mauerwerksfassaden schafft.
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| Rote Klinker, großzügige Glasflächen und verzinkte Stahlelemente- alles passt harmonisch zusammen. |
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Gemeinsam mit dem Röben Planungsservice entschieden sich die Architekten für Fertig-Sturzbalken bei den Fensteröffnungen. |
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Ein weiterer Blickfang sind die flach geneigten und mit Zinkblech eingedeckten Satteldächer der beiden Laborflügel mit den über die gesamte Firstlänge angeordneten und ebenfalls mit Zinkblech verkleideten Technikzonen. Dem Wunsch des Auftraggebers nach einem langfristig beständigen Objekt mit möglichst niedrigen Wartungs- und Unterhaltskosten folgend, wurden die Fassaden der beiden Laborriegel in zweischaliger Mauerwerksbauweise errichtet. Bei der Wahl eines geeigneten Vormauerziegels entschied sich das Staatliche Baumanagement Oldenburg für den Röben Verblender GREETSIEL friesisch-bunt, glatt im extrem großen und daher schnell zu mauernden 2 DF Format von 240 x 115 x 113 mm. Für eine noch zügigere und kostengünstigere Bauabwicklung, und um die stark belasteten Bereiche oberhalb der Fensteröffnungen errichten zu können, verwendeten die Architekten gemeinsam mit dem Röben Planungsservice entwickelte frei tragende, jeweils zwei |
| Fensteröffnungen überspannende und dabei hinter den flachen Fassadenvorsprüngen eingesetzte Fertig-Sturzbalken. Durch das bunte Farbspiel der aus hochwertigen Tonen gebrannten Klinker passt sich der Neubau harmonisch an die ebenfalls überwiegend in Ziegelbauweise errichteten Wohngebäude in der Umgebung an und schafft gleichzeitig einen gelungenen Kontrast zu den mit Zinkblech eingedeckten Dachflächen sowie den übrigen Details aus verzinktem Stahl. Eine Verstärkung dieses lebendigen Fassadeneindrucks schafft die durchgängige Mauerung im sogenannten „Wilden Verband“ - eine Technik, bei der die Läufer und Köpfe der Klinker unregelmäßig abwechseln und so eine zusätzliche Dynamik erzeugen. |
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