Neue Mitte – Einkaufspassage „The Bullring“ in Birmingham, England
 
   
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Nach einer gewaltigen Umstrukturierung ist das Zentrum der britischen Millionen-Metropole Birmingham kaum wiederzuerkennen. Kernstück der umfangreichen Innenstadterneuerung ist die für rund 750 Millionen Euro komplett umgestaltete und vor wenigen Monaten neu eröffnete Shopping-Mall „Bullring“, die auf einer Gesamtfläche von rund 110.000 m2 Raum für über 140 Geschäfte bietet - darunter auch das vom Londoner Büro Future Systems geplante Kaufhaus „Selfridges“, das mit seiner biomorphen, aus über 15.000 funkelnden Aluminium-Modulen zusammengesetzten Fassade längst zum spektakulären neuen Wahrzeichen Birminghams avanciert ist.

   
Halbkreisförmige Gebäuderiegel fassen den neuen St. Martin’s Square ein und halten sich gegenüber der gleichnamigen, im neogotischen Stil errichteten Kirche zurück.
  

Direkt neben den funkelnden Metallnoppen schließt sich der durch zwei halbkreisförmige Gebäuderiegel eingefasste neue Platz St. Martin’s Square an, der einen direkten Anschluss zwischen den Passagen des Bullring und der im 18. Jahrhundert im neogotischen Stil errichteten Kirche St. Martin’s sowie dem historischen Marktplatz schafft. Die Geschichte des „alten Bullring“ reicht zurück bis
zum Anfang der sechziger Jahre, als ein Großteil der historischen Innenstadt von Birmingham abgerissen wurde, um so Platz für die mit einer Ladenfläche von 35.000 m2 seinerzeit größte Einkaufsmall außerhalb Nordamerikas zu schaffen. Schon Mitte der achtziger Jahre war jedoch abzusehen, dass der mittlerweile veraltete Komplex den Ansprüchen der Stadt als einem modernen Zentrum für Handel und Kultur nicht mehr lange würde genügen können. Dennoch dauerte es danach noch weitere zehn Jahre, bis die Planungen für ein grundlegendes Facelifting der Mall in die Tat umgesetzt werden konnten. In enger Absprache mit dem Projektentwickler Birmingham Alliance - einem 1999 eigens für dieses Projekt gegründeten Zusammenschluss der drei Partner Hammerson PLC, Land Securities Group PLC und Henderson Global Investors Ltd - wurde dabei von Anfang an Wert auf ein hochwertiges städtebauliches Gesamtkonzept gelegt und damit sicher gestellt, dass sich die Planungsmängel aus den sechziger Jahren nicht wiederholen.

Lichtes Mauerwerk aus weißen Röben Keramik-Klinkern - die angemessene Antwort auf die schrille Aluminium-Fassade des angrenzenden Kaufhauses „Selfridges“.
  
  
Elegant geschwungene Fassaden mit viel Liebe zur Detail-Architektur.
  

Nach dem Entwurf des Londoner Planungsbüros Benoy präsentiert sich der neue Bullring als ein enges Geflecht aus übereinander geschichteten und glasüberdachten Passagen, geöffneten Räumen und öffentlichen Plätzen, die gemeinsam einen fließenden Übergang zwischen den beiden neu errichteten Kaufhäusern „Debenhams“ und „Selfridges“ schaffen. Die Architektur zeichnet sich durch einen experimentellen Mix unterschiedlichster Stile aus. Im Blickpunkt steht dabei natürlich die Gestaltung des im Süden des Areals gelegenen St. Martin’s Platzes, mit dem die altehrwürdige Kirche St. Martin’s ihre ursprüngliche Präsenz im Zentrum der Stadt zurückerhalten hat.

Eingefasst wird der steil abfallende Platz durch die beiden elegant geschwungenen viergeschossigen Gebäude in Richtung Norden, die mit ihrer klassisch verspielten und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Architektur ein repräsentatives „Eingangstor“ zu den nördlich angrenzenden Passagen des Bullring schaffen. Um dabei einen möglichst „harmonischen“ Übergang zwischen der historischen Backsteinarchitektur der Kirche und der schrillen futuristischen Fassade des angrenzenden Selfridges Kaufhauses zu erzeugen, haben sich die Architekten in enger Zusammenarbeit mit dem britischen Ziegelhersteller Baggeridge dafür entschieden, die Fassaden der beiden Neubauten mit dem weißen Röben Keramik-Klinker VERSAILLES zu verblenden. Das lichte Mauerwerk bietet nicht nur eine imposante Hintergrundkulisse für die St. Martin’s Church, sondern stellt gleichzeitig eine angemessene antwort auf die hell funkelnden Aluminium-Module des angrenzenden Kaufhauses dar.

„Die Neuentwicklung des Bullring ist ein bedeutendes Prestigeprojekt für die Stadt Birmingham“, berichtet Nic White, der architektonische Berater bei Baggeridge. „Um für dieses Projekt einen Klinker zu finden, der höchsten Ansprüchen in puncto Qualität und Ästhetik genügt, haben wir gemeinsam mit den Architekten und Vertretern der Birmingham Alliance sogar mehrere Musterausstellungen in Holland und Belgien aufgesucht. Bei dem Antwerpener Baustoffhandel De Saegher sind wir dann schließlich auf den Röben Keramik-Klinker VERSAILLES gestoßen. Der weiße Ziegelstein überzeugte uns nicht nur durch seine hervorragende Optik und seine hohe Maßgenauigkeit, sondern auch durch die hochwertige Tonmischung, durch die die Steine extrem frostbeständig, robust und schmutzabweisend sind.“ Ein wichtiges Argument, denn allein für das erste Jahr rechnen die Verantwortlich in Birmingham mit einem Ansturm von rund 30 Millionen Besuchern.