Banking in der Zweiganstalt - Optische und energetische Aufwertung einer 60er-Jahre-Sparkasse
 
   
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Architekten: Kieselhorst & Meister, Borgstede
Fassade: Röben Handstrich-Verblender WIESMOOR kohle-bunt
Dach: Röben Hohlfalz-Verschiebeziegel LIMBURG blau-grau
  
Mehr als nur ein „Face-Lifting“: Mit dem guten Gespür für Proportionen und den richtigen Baumaterialien entstand ein modernes Bürogebäude in zeitgemäßer Architektur.
 

„Für die Landessparkasse zu Oldenburg ist am Markt ein stattlicher Neubau entstanden. Die neuen Geschäftsräume erschienen ,hell, luftig und recht geräumig. Dr. Kleibl warf die Frage auf: Muß ein neues Geschäftshaus so großzügig gebaut sein?“

 
So stand es 1966 in der Lokalzeitung zu lesen, als die Sparkasse ihre neue „Zweiganstalt“ im friesischen Zetel bezog und den Kunden versprach, sie werde „sie weiterhin gut bedienen und in allen Geldangelegenheiten diskret beraten“. Fast 40 Jahre sind seit dem vergangen, und genau so lange wurden an dem Gebäude auch keinerlei baulichen Veränderungen vorgenommen. „Abgesehen von der veränderten Nutzung der Geschäftsräume
durch die Kunden, z.B. an Selbstbedienungs-Automaten, war auch der energetische Zustand des Gebäudes nicht mehr akzeptabel“, erläutert Architekt Christian Kieselhorst. „Aufgabe für die Planung war es also vor allem, die bestehende Bausubstanz so zu optimieren, dass eine zeitgemäße Abwicklung der Bankgeschäfte erreicht und der Energiebedarf zukünftig deutlich gesenkt wird.“ Das Konzept für die
Fassade sah daher vor, der alten, 42 cm starken Außenwand, die in einem insgesamt guten Zustand war, eine weitere Schale vorzumauern und die entstehende Hohlschicht mit einer Dämmung zu versehen. Außerdem konnte hier auch der erforderliche Sonnenschutz verborgen integriert werden. Die Giebelwände sollten mit einem Wärmedämm-Verbundsystem isoliert werden.

Zunächst mussten Streifenfundamente für die neue Vormauerschale an Front- und Rückseite erstellt werden. Die vorhandenen Keller-Lichtschächte wurden geschickt einbezogen, indem sie den an das bestehende Fundament angedübelten, 24 cm starken Betonbalken als Auflager dienten. So war an diesen Stellen keine aufwändige Schalung erforderlich und gleichzeitig war eine feste Verbindung mit der bestehenden Bausubstanz hergestellt.
Einige der bestehenden Fensteröffnungen wurden verschlossen, andere im EG bis rund 50 cm oberhalb des Bodens vergrößert. Der neue, nun großzügig verglaste Eingangsbereich wurde von der Seite der Vorderfront genau nach deren Mitte verlegt, so dass die Fassade jetzt streng symmetrisch aufgebaut ist. Der bestehende Putz der Fassade wurde belassen, die 80 mm starke Dämmschicht hieran befestigt. Ihr neues Gesicht aber erhielt die Sparkasse durch die Vormauerschale aus Röben Handstrich-Verblendern WIESMOOR kohle-bunt. Sie wurde mit Niro-Schlagdübeln fest in der alten Fassade verankert. „Wir habe diesen neuen Ziegel im Werk gesehen, als er zum ersten Mal vorgestellt wurde. Er hat uns auf Anhieb begeistert und die Entscheidung war sofort gefallen - da mussten wir nicht eine Sekunde überlegen“, beschreibt Bauunternehmer Friedrich Hurling die spontane

Elegant, unaufdringlich und dezent in der Farbe. Der Röben Hohlfalz-Verschiebeziegel LIMBURG blau-grau.

Entscheidungsfindung. Der Ziegel besticht durch seine relativ glatte, aber dennoch rustikale Backsteinoptik mit kräftigen, blau-silbernen Anflammungen - nicht nur bei strahlendem Sonnenschein ein glänzender Anblick für die Sparkassenkunden.

Gelungene Kombination aus Ziegeln, Stahl und Glas. Auffällig: Die rustikale Backsteinoptik mit kräftigen blausilbernen Anflammungen des Röben Handstrich-Verblenders WIESMOOR kohle-bunt.
Auffällig sind die Stürze in der neuen Fassade. „Wir wollten die Statik sichtbar machen; dazu haben wir Stürze aus verzinktem Stahl und nicht aus Ziegeln verwendet“, erklärt Kieselhorst diese ungewöhnliche Lösung. Das erste OG sowie das Dachgeschoss sind für die Vermietung als Wohn- und Gewerberäume vorgesehen; eine Ergo- und eine Physiotherapie-Praxis werden hier einziehen. Eine Dachsanierung war ohnehin erforderlich: Unansehnliche Betondachsteine und die fehlende Wärmedämmung ließen keine andere Wahl, und auch optisch schwebte Architekt Kieselhorst eine besondere Lösung vor. So wurden die bestehenden Sparren mit 60 mm-Bohlen aufgedoppelt, um
die 180 mm Klemmfilz-Dämmung aufnehmen zu können. Eingedeckt wurde mit dem Röben Hohlfalz-Ziegel LIMBURG in blaugrau, dessen unaufdringliche Form und dezente Farbgebung den Bauherrn überzeugten. Ein weiteres Argument für diesen Dachziegel ist sein Verschiebespielraum von 40 mm der es erlaubt, den gewünschten Dachabschluss ohne Überstand an der Traufe genau einzuhalten, ohne Ziegel schneiden zu müssen. Und dass er länger als 40 Jahre lang gut aussehen wird, ist sicher. Ein neuer West-Balkon steigert die Wohnqualität zusätzlich. Eingefasst wird das Ziegeldach durch die hochgezogenen Giebel im „hanseatischen Stil“. Die elegante Farbgebung des Dachziegels, der Kunstgriff mit den Giebeln und die neu gestaltete Klinkerfassade unterstreichen den Gesamteindruck des Gebäudes als ein modernes Bürohaus zeitgemäßer Architektur. Die Frage, ob ein Geschäftshaus so großzügig gebaut werden muss, stellt sich beim Betreten dieses „neuen“ Altbaues also erst gar nicht.