Universität Tilburg – Distingiert, schlicht und zeitlos
 
   
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Architektekt: Stefan van Ritzen, Bureau Ritzen, Architectuur & Stedebouw, Maastricht
Fassade: Röben Keramik-Klinker OSLO perlweiß, glatt und FARO grau-nuanciert, glatt
  
Brüstungselemente, Pfeiler,Fensterstürze: Baukosten- und Zeitersparnis mit Fertigteilen
  

Rund 10.000 junge Menschen studieren an der Katholischen Universität Brabant im niederländischen Tilburg. Um die internationalen Hochschüler direkt auf dem Campus unterbringen zu können, wurde zunächst ein Kombinationsgebäude geplant, dass neben verschiedenen Fachbereichen auch ein Hotel, ein Restaurant und Konferenzsäle beherbergen sollte. Vor der endgültigen Fertigstellung entschied man sich dann jedoch, die juristische Fakultät im gesamten Gebäude unterzubringen.

Praxisorientierte Studiengänge, die auch auf Englisch angeboten werden, locken viele Studenten aus dem Ausland. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Universität die Selbstinitiative in den Vordergrund stellt.

So werden kaum Vorlesungen gehalten; die Studieninhalte müssen vielmehr allein oder in kleinen Gruppen erarbeitet werden.

Im 250. Todesjahr des Gründers der „Trias Politica“ wurde das Gebäude nach Charles Montesquieu benannt.

Der Architekt Stefan van Ritzen, vom Bureau Ritzen Architectuur & Stedebouw, Tilburg, orientierte sich in seinem Entwurf am 1962 eröffneten „Gebäude A“ der Universität. Der Architekt Jos Bedeaux schuf damals helle Gebäude mit einem geschlossenen Gesamteindruck und viel Platz für die Begegnung zwischen Dozenten und Studenten. Diese Großzügigkeit setzte van Ritzen auch in seinem Neubau fort. „Distinguiert, schlicht und zeitlos“ nennt er das Gebäude, das in Tilburg eine Verbindung zwischen der viel befahrenen „Cobbenhagelaan“ und der autofreien „Verbernelaan“ schafft. „Montesquieu ist das erste Gebäude des Campus, deshalb entwarf ich das Gebäude wie einen Torbau“, so Ritzen. Im Inneren entstand ein zentraler Weg von Norden nach Süden, der in der Höhe über die gesamte Längsachse bis zum zweiten
Das weiße Sichtmauerwerk verbindet Außen und Innen nahtlos. Hier der zentrale Gang über die gesamte Gebäudelängsachse.
  

Geschoss reicht. Mit seiner Tiefe von 16 Metern ist der Baukörper breiter als übliche Bürogebäude. Ritzen hat es deshalb optisch in zwei Körper unterteilt, die in ihre Achse zueinander verschoben sind. Ihre Unterteilung wird durch die unterschiedliche Fassadengestaltung mit weißen und hellgrauen Ziegeln betont. Der Architekt wählte hierfür Röben Keramik-Klinker OSLO in den Farben „perlweiß“ und „grau-nuanciert“ weil ihre Naturfärbung optimal mit den umlaufenden Betonbändern harmoniert. Denn der Beton der Bänder wurde aus einem weißen Zement mit einem Titandioxyd-Anteil hergestellt. Von diesen vorgefertigten Fassadenbändern wird das Mauerwerk getragen. Gemauert wurde im Norwegischenund im Fliesen-Verband. Die Keramik-Klinker im sog. Hilversum Format sind stoßfugenfrei eingepasst, die Lagerfuge liegt zurück. Dadurch entsteht eine optisch strenge horizontale Gliederung über die gesamte
Gebäudelänge. Ausschlag gebend für die Wahl des Röben-Materials war für Ritzen die ausgezeichnete Qualität, das gute Preis-Qualitäts-Verhältnis bei der Verwendung des Materials Ton und der Vorteil, dass aus dem großen Sortiment ein Standard-Produkt zum Objekt passte.

Auffällig in der Fassade ist auch die unterschiedliche Gestaltung der Fenster. Nach Süden dominieren streng vertikal gegliederte schmale Fenster mit tiefen Laibungen, auf der anderen Seite gewähren breite Panoramafenster eine herrliche Aussicht auf die waldreiche Umgebung des Universitätsgeländes.


Gemauert wurde stoßfugenfrei mit zurückliegender Lagerfuge. Dadurch entsteht eine optisch strenge horizontale Gliederung.
Umlaufende Fassadenbänder aus Beton tragen das Mauerwerk.