Architektekten: Finta & Co. Architektenstudio, Budapest; József Finta, Antal Fekete, Alfréd Peschka
Fassade: Röben Klinker WESTERWALD bunt, glatt
Röben Keramik-Klinker FARO orange-nuanciert, glatt
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Rund drei Kilometer südlich vom historischen Burgviertel Budapests erreicht man den Bezirk Lágymányos, der bis vor einigen Jahren noch von einer riesigen Brachfläche bestimmt wurde. Doch nachdem der Stadtteil bereits Ende der neunziger Jahre durch eine neue Donaubrücke eine direkte Verbindung mit dem gegenüber liegenden östlichen Donau-Ufer erhalten hatte, ist auf der halbkreisförmigen
ehemaligen Leerfläche inzwischen ein neuer gemeinsamer Universitäts-Campus für die Technische Universität (BME) und die Universität Eötvös Lóránd (ELTE) fertig gestellt worden. |
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| Einprägsames Zeichen für den neuen Campus: Ein nach obenhin offener zylinderförmiger Baukörper mit einem eingestellten kegelförmigen Glasdach. |
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Zu den architektonisch interessantesten Gebäuden auf dem Campus gehört zweifellos das neue Informatik-Gebäude, das durch das vor Ort ansässige Finta & Co. Architektenstudio geplant wurde - einem der renommiertesten Büros Ungarns, das bereits das Projekt West End City in Budapest entwickelt hatte, über das wir in unserem Röben Exemplum No. 10 berichtet haben.
Die Geschichte des Areals ist eng verbunden mit der für 1996 geplanten, aus finanziellen Gründen aber frühzeitig abgesagten Ungarischen EXPO: „Ursprünglich sollten an dieser Stelle neben einer Erweiterung der westlich angrenzenden Universität BME auch die verschiedenen Nationen-Pavillons entstehen“, berichtet József Finta. Doch nach der Absage der Weltausstellung mussten die bereits ausgearbeiteten Bebauungs- und Flächennutzungspläne teilweise wieder umformuliert werden. „Eigentlich hatten wir das Informatik-Gebäude für ein tortenstückförmiges Grundstück rund 300 Meter weiter westlich entworfen“, so der Architekt rückblickend. „Doch auf einmal sollte das Ensemble dann auf einem achsensymmetrischen Grundstück direkt über dem ursprünglich für den Ungarischen Pavillon vorgesehenen Fundamentgraben entstehen.“ Keine leichte Aufgabe, denn nachdem die Grundrissverteilung des Gebäudes ja bereits komplett ausgearbeitet worden war, mussten noch erhebliche Anpassungen vorgenommen werden. Außerdem sollte das Ensemble so gestaltet sein, dass es von zwei Universitäten gemeinsam genutzt werden kann und dass es neben kleineren Seminarräumen und verschiedenen Laborräumen auch ein großes Auditorium integriert.
Um eine leichte Orientierung und einen deutlichen Kontrast zu den beiden nordöstlich bzw. südöstlich sich anschließenden Baukörpern der Universität ELTE zu schaffen, besteht der mit einer Gesamtgrundfläche von 26.000 m2 errichtete Neubau aus fünf markant geschnittenen, um einen zentralen Innenhof gruppierten Klinkerbauten: Dem nach Westen hin gelegenen Hauptgebäude mit Büroräumen, Haupteingang und Tiefgaragen-Zufahrt schließen sich nach Osten zwei lang gestreckte, fünfgeschossige Gebäuderiegel mit Seminar- und Labor-Räumen sowie ein großzügig verglastes halbkreisförmiges Auditorium an. Noch weiter östlich, in Richtung „Tortenspitze“, wird das Ensemble durch ein eingeschossiges Bauteil begrenzt, auf dem ein nach oben hin offener zylinderförmiger Baukörper mit einem eingestellten kegelförmigen Glasdach ein einprägsames Zeichen für den neuen Campus schafft.
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| Um die Unterteilung der Geschosse nach außen deutlich sichtbar zu machen, wurden in das „klassisch-rote“ Mauerwerk aus Röben Klinkern WESTERWALD bunt einzelne Reihen mit vertikal gestellten Röben Keramik-Klinkern FARO orange-nuanciertintegriert. |
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Der Röben Klinker WESTERWALD bunt, glatt schafft einen gelungenen Kontrast zu den weiteren Baumaterialien, wie Stahl, Glas, Titanzink und Aluminium. |
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Für seine gelungene Gestaltung wurde der Neubau kurz nach seiner Fertigstellung mit dem Architekturpreis der Internationalen Immobilien-Entwicklungsorganisation (IABCI) ausgezeichnet - „eine Entscheidung, die wir nicht zuletzt der zurückhaltenden Eingliederung in den städtebaulichen Kontext zu verdanken haben“, wie József Finta verrät: Um die Materialsprache der im 19. Jahrhundert begonnenen und in den 1950er Jahren fortgeführten Ziegel-Architektur der benachbarten alten Technischen Universität fortzuführen, hatte sich das Büro dabei von Anfang an auf die Verwendung von Klinkern festgelegt und sich dann schließlich für den „klassisch-roten“ Röben-Klinker WESTERWALD bunt entschieden. Zudem wurden einzelne Reihen mit vertikal gemauerten Röben Keramik-Klinkern FARO orange-nuanciert in die Fassaden integriert, um eine nach außen hin sichtbare Unterteilung der einzelnen Geschosse schaffen.
Der Stein schafft einen schönen Bezug zur Fassadengestaltung der alten Technischen Universität und bietet gleichzeitig einen gelungenen Kontrast zu den ansonsten verwendeten Materialien Stahl, Glas, Titanzink und Aluminium. „Mit dieser ebenso modernen wie traditionellen Materialwahl wollten wir unseren Anspruch unterstreichen, dass der Neubau ein Ort der Gegenwart und der Zukunft sein soll, ohne dabei die Vergangenheit zu vergessen“, wie József Finta bildhaft erklärt. Aber nicht nur ästhetisch und funktional, auch in bautechnischer Hinsicht erweist sich der Neubau als ein Meilenstein: „Denn durch die fach-liche Unterstützung des Röben Planungs-Services war es uns möglich, als eines der ersten ungarischen Architektenbüros ein zweischaliges Verblendmauerwerk mit Luftschicht und Tragkonsolen zu errichten.“
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