Scharfkantig - Anwaltskanzlei in Tilburg (NL)
 
   
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Architekten: Bedaux de Brouwer Architecten, Goirle
Fassade: Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert



Modern-elegante Architektur in streng geometrischen Formen.

In der letzten Ausgabe des Exemplums haben wir über das Projekt "Tweelingkantoor" der niederländischen Architekten Bedaux de Brouwer berichtet. Eine ähnliche Bauaufgabe stellte sich dem Büro in Tilburg, wo die Planer einen ebenfalls mit schwarzem Klinker gestalteten Neubau für die Anwaltskanzlei De Voort Hermes De Bont Advocaten & Mediators realisiert haben.

Das rund zwei Kilometer westlich der historischen Innenstadt, in unmittelbarer Nähe zur Universität Tilburg gelegene Objekt schafft mit seiner abwechslungsreich gegliederten Klinkerarchitektur einen markanten Blickpunkt inmitten der parkartigen Umgebung entlang der Allee "Prof. Cobbenhagenlaan".

Das Büro Bedaux de Brouwer gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Architekturadressen in den Niederlanden. Die Projekte des Partners Jacq. de Brouwer zeichnen sich dabei vor allem durch ihre kraftvolle plastische Formensprache und die häufige Verwendung von schwarzem Mauerwerk aus.


Großzügige Fensterbänder und absolut geschlossene Mauerflächen sind die typischen Merkmale des Gebäudekomplexes.

Im Zusammenspiel heller Holzflächen mit den dunklen Keramik-Klinkern ist ein kontrastreiches, elegantes Fassadenbild entstanden.
Ein gutes Beispiel für diese Herangehensweise ist sein Entwurf für die Anwaltskanzlei in Tilburg. Um den Klinkerbau harmonisch in die kleinteilige Struktur der architektonisch hochwertigen Universitätsgebäude zu integrieren und gleichzeitig Tageslichteinfall, Raumprogramm, Größe und Erschließung in eine optimale architektonische Form zu bringen, wurde der Entwurf ganz bewusst nicht als monotoner Büroriegel ausgebildet. Stattdessen entwickelte Jacq. De Brouwer einen aus mehreren scharfkantigen Volumina zusammengesetzten pavillonartigen Bau mit wechselweise zwei bis fünf Geschossen, der je nach Betrachterstandort immer neue Perspektiven bietet.

Zusätzlichen Reiz erhält die streng geometrische, zur Senkung der Baukosten zu großen Teilen aus vorfabrizierten Fertigteilmodulen errichtete Raumskulptur durch die Ausbildung unterschiedlicher Ansichten: Während die beiden Seitenfassaden in sämtlichen Geschossen durch großzügige horizontale Fensterbänder mit Blick auf die umliegenden Bäume geöffnet wurden, sind die zur Prof. Cobbenhagenlaan hin orientierte Front und die nach Norden gerichtete Rückseite demonstrativ geschlossen ausgebildet. Neben einem von der Straße aus nicht sichtbaren Fensterband im rückwärtigen Gebäudeflügel wurde hier lediglich die tief zurück versetzte Eingangstür integriert. Überraschend hell präsentiert sich dagegen das durch Oberlichter geöffnete doppelgeschossige Eingangsfoyer des Neubaus, dem sich nach Norden ein zentral gelegener Innenhof anschließt, der sämtliche innenseitig gelegenen Büros mit Tageslicht versorgt.

Nicht nur bei der Ausarbeitung der markanten Form, auch bei der Auswahl der eingesetzten Materialien hat Jacq. de Brouwer eine klare, fast minimalistische Detaillierung angestrebt. Sämtliche Fensterflächen des Neubaus werden durch Aluminiumrahmen eingefasst, hinter denen gleichzeitig die Verschattungsanlagen verborgen sind. Um dabei eine durchgehende und nicht durch Fensterlaibungen unterbrochene Mauerwerksfläche zu erhalten, wurden die Rahmen ganz bewusst auf die Fassade aufgebracht. Im Zusammenspiel der hellen Holzflächen mit dem dunklen Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert im schmalen Dünnformat ist ein kontrastreiches, dabei aber zurückhaltend formuliertes Fassadenbild mit eleganter Ausstrahlung entstanden. Weitere gelungene  Details
sind die leicht ansteigende Zugangsrampe vor dem Eingangsbereich, der direkt neben der Tür in weißen Lettern angebrachte Namenszug der Anwaltskanzlei sowie die durch den Tilburger Landschaftsplaner Rob Wagemakers mit Zypressen gestalteten Außenanlagen.

In diesem handwerklich perfekt gearbeiteten Mauerwerk kommt der schwarznuancierte Röben Keramik-Klinker FARO besonders gut zur Geltung.
Den gleichen Röben Keramik- Klinker schwarz-nuanciert hatte Jacq. de Brouwer bereits beim Tweelingkantoor in Etten-Leur eingesetzt. Kein Zufall, denn mit seinem leicht ins Anthrazitfarbene übergehenden schwarzen Farbton, der durch die hohe Dichte des Steins über Jahrzehnte hinweg in gleicher Intensität erhalten bleibt, ist er der mit Abstand dunkelste auf dem Markt erhältliche Keramik- Klinker. Bei der Ausbildung der Fassaden schwebte Jacq. de Brouwer ganz bewusst ein ruhiger und harmonischer Gesamteindruck vor. Das im wirtschaftlichen Fugenglattstrich errichtete Mauerwerk wurde daher mit zurückliegenden Lagerfugen und komplett ohne
Stoßfugen ausgebildet, das heißt die Steine wurden horizontal knirsch aneinander gefügt. Um dabei zu verhindern, dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann, wurde die innen liegende Dämmung zusätzlich mit einer diffusionsdichten Folie ausgestattet. Zusätzlich betont werden der dunkle Farbton und die keramische Ausstrahlung der Steine durch die Wahl eines anthrazitfarbenen Mörtels für die Lagerfugen, wodurch die Fassaden schließlich einen harmonischen, einheitlich schwarzen Charakter erhalten haben. Als klassisch-elegante Antwort auf die moderne Architektur in der Umgebung.