Urbane Ausstrahlung - Stadtblock in Amsterdam-Ijburg (NL)
 
   
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Architekten: Van Sambeek & Van Veen, Amsterdam
Fassade: Röben Klinker NEUMARKT blaurot-geflammt, 9 cm
Röben Keramik-Klinker OSLO perlweiß, glatt, 9 cm



Rund vier Kilometer östlich vom Amsterdamer Hauptbahnhof ist das neue Quartier „Ijburg“. Der junge Stadtteil wurde in einer gewaltigen Anstrengung auf sieben künstlichen Inseln in der Mündung des Flusses Ij ins Ijsselmeer errichtet. Bis 2015 soll er insgesamt 18.000 innenstadtnahe Wohnungen für rund 45.000 Bewohner bereitstellen.
Erste Pläne für das Projekt gab es schon Mitte der sechziger Jahre vom niederländischen Architekturbüro Van den Broek & Bakema. Aber erst Ende 1999 wurde mit der Anlage der ersten Insel begonnen. Ganz bewusst wurde dabei das Konzept eines betont urbanen Stadtraumes mit geometrischem Straßenraster und großformatigen Blockbebauungen verfolgt. Um ausreichend städtebauliche Abwechslung zu schaffen, werden sämtliche größeren Projekte durch jeweils mehrere Architekturbüros ausgeführt.
Die Fahrt von der Innenstadt nach Ijburg gleicht fast schon einem Abenteuer: Durch den Piet Hein Tunnel unter dem Fluss Ij hindurch gelangt man zunächst auf die noch kaum bebaute künstliche Insel „Rieteiland Oost“. Von dort aus führt der Weg über die elegante „Enneüs Heerma-Brücke“ des britischen Architekten Nicholas Grimshaw und das kleine „Steigereiland“ schließlich auf das bereits weitgehend bebaute „Haveneiland West“. Die ersten Bewohner gingen hier schon im November 2002 an Land - mit dem nach wie vor allgegenwärtigen Baustellenlärm werden sie jedoch noch immer einige Jahre leben müssen. Eines der interessantesten Projekte auf der Insel ist der vom renommierten Amsterdamer Büro Zeinstra Van der Pol als Masterplaner entwickelte „Blok 30“ in der Erich Salomonstraat. Der Neubau stellt 145 Wohnungen, eine Grundschule, eine Zentrale der niederländischen Telecom sowie eine Tiefgarage zur Verfügung. Erweitert wird das Angebot durch eine Spielfläche und einen kleinen Sportplatz, die im großräumigen Innenhof der Anlage ausreichend Freifläche für die Kinder schaffen. Die Ausführung der unterschiedlichen Einzelbauten des Projekts wurde durch Zeinstra Van der Pol selbst sowie durch die Büros Van Sambeek & Van Veen und Van Herk & De Kleijn realisiert. Um das strenge Muster üblicher Blockbebauungen aufzulockern und ein angenehmes Wohnen mit weiten Ausblicken zu ermöglichen, planten die Architekten an mehreren Stellen Freiräume zwischen den verschiedenen Blöcken ein. Darüber hinaus wurde ein leicht zurückversetzter, freistehender Glaskubus mit so genannten „Setback-Wohnungen“ integriert, der vom ausführenden Büro Van Herk & De Kleijn mit einer künstlerisch gestalteten Außenfassade aus geschliffenem Glas gestaltet wurde. Im Zusammenspiel mit der im Innenhof integrierten „Olympus- Schule“ gelang eine abwechslungsreich gestaffelte Architektur mit vielfältigen Sichtbeziehungen.

Ein Teil der Fassaden wurde als Materialcollage aus Beton, Kunststoff, Aluminium und halbtransparenten Glastafeln ausgebildet. Die meisten übrigen Bauten zeigen eine kraftvolle urbane Ziegel-Architektur, die einen markanten Blickfang innerhalb der neuen Straßenzüge schafft. Charakteristisches Merkmal ist dabei der abwechslungsreiche rhythmische Wechsel aus unterschiedlich gegliederten Abschnitten: Die Fassaden der insgesamt acht jeweils außen stehenden Blöcke von Van Sambeek & Van Veen – der so genannten „boekensteunen“
(„Buchstützen“) – wurden mit rötlich- blauen

Drei der insgesamt acht, jeweils außenstehenden Blöcke (die sogenannten „Buchstützen“), die mit den blaurot-geflammten Röben Klinkern NEUMARKT gestaltet wurden, sind hier zu sehen.
Klinkern und horizontal betonten Fensteröffnungen mit davor liegenden Brüstungsgittern gestaltet. An den Stirnseiten sowie im Innenhofbereich kamen zusätzlich perlweiße Keramik-Klinker zum Einsatz. Bei den dazwischen liegenden Bauten verwendeten Van Herk & De Kleijn Handform-Verblender und öffneten die Fassaden durch unterschiedlich lange, teilweise über drei Geschosse reichende vertikale Fensterbänder. Zusätzlich untergliedert werden die großformatigen Mauerwerksflächen durch die Integration von gebäudehohen Glasfugen vor den Treppenhauskernen und vertikal gestreckten Eingangstüren aus hellbraunem Holz.
Das elegant schimmernde, je nach Lichteinfall stark variierende Farbspiel der Röben Klinker NEUMARKT belebt die großflächigen Fassadenabschnitte. Bei der Suche nach einem geeigneten Stein entschieden sich Van Sambeek & Van Veen für den Röben Klinker NEUMARKT blaurot-geflammt, glatt im schmalen, in den Niederlanden nicht ungewöhnlichen 9 cm-Dünnformat von 240 x 90 x 50 mm. Das elegant schimmernde, je nach Standort, Wetter und Lichteinfall stark variierende Farbspiel der im Stapelverband direkt übereinander gemauerten, dunkel gefugten Klinker belebt die großflächigen Fassadenabschnitte und harmoniert gleichzeitig hervorragend mit den leicht zurück versetzten Fensterrahmen aus schwarz lackiertem Holz. Im deutlichen Kontrast dazu stehen die strahlend hellen, mit dem Röben Keramik-Klinker OSLO, perlweiß ebenfalls im 9cm-Dünnformat gemauerten Stirnseiten der „Buchstützen“. Gemeinsam mit den weiß gestalteten Rückseiten schaffen sie nicht nur einen lichten und freundlichen Innenhof, sondern auch einen fließenden Übergang zur scheinbar schwebenden Glasfassade der Setback- Wohnungen. Ein gelungenes Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien.