Alte Häuser in frischem Outfit – Gelungene Modernisierung in gewachsenen Umfeld
 
   
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Architekten: Förster Trabisch, Hamburg
Fassade: Röben Klinker-Riemchen EIFEL blau-bunt



Eine ruhige Lage, die „in Würde“ gealterten Backsteinfassaden mit dicht bewachsenen Giebelflächen, die grüne Umgebung und die gute Infrastruktur machen die Wohnanlage der Schiffszimmerergenossenschaft im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel so beliebt. Zwischen der viel befahrenen Kieler Straße und der geschäftigen Osterstraße wohnt man hier stadtnah, ruhig und urban.

Die Wohnanlage besteht aus sechs parallel angeordneten Gebäuderiegeln mit insgesamt 94 Wohneinheiten in der Sillem- und Schwenckestraße. Sie wurde im für das Nachkriegs-Hamburg so typischen Baustil der 50er Jahre errichtet. Mit ihren ungedämmten, 36,5 cm starken Außenwänden aus rotem Backstein erfüllten sie die heutigen Anforderungen an die Wärmedämmung natürlich längst nicht mehr.

Im Rahmen der Sanierung sollten einerseits optische und funktionale Mängel der bestehenden Gebäude beseitigt werden, andererseits sollte das positive, gewachsene Bild der Anlage nicht zerstört werden. So wurde von den Hamburger Architekten Förster Trabitsch ein Gesamtgestaltungskonzept entwickelt, das sowohl die Erhaltung des Charakters der Siedlung mit seinem prägenden Bild des Rotklinkers, als auch eine neue Fassadengestaltung zur Auflockerung der nur sehr wenig differenzierten Flächen berücksichtigte.
So gut wie neu: Das alte Gebäude (unten) ist kaum wieder zuerkennen.
Für die Fassade war eine Sanierung mit einer Außendämmung bauphysikalisch am sinnvollsten. Im Bereich der Giebelfassaden und in Teilen der übrigen Fassaden entschied man sich für eine 10cm Außendämmung mit Riemchen-Bekleidung. Um die Farbe den umliegenden Gebäuden anzugleichen, wurde das glatte Klinker-Riemchen EIFEL blaubunt ausgewählt. Dessen geringe Wasseraufnahme, gute Wärmespeicherfähigkeit und absolute Lichtund UV-Beständigkeit sind Garanten dafür, dass die Fassade langfristig auch optisch einwandfrei bleiben wird, denn diese Eigenschaften verhindern die bei Epoxid-Imitaten so gefürchtete Algenbildung.

Die übrigen zu dämmenden Flächen wurden im Wärmedämmverbundsystem mit Putzfassade in den Farben hellgrau und anthrazit ausgeführt. Im Zuge der Sanierung wurde auch das Dach neu in passendem Grauton gedeckt und die Dachüberstände im Giebelbereich der neuen Wandstärke angepasst.

Die Sanierung umfasst also nicht nur eine zeitgemäße Wärmedämmung, sondern auch eine Aufwertung der
Optik und des Wohnwertes für die Bewohner allgemein. Fast alle Häuser wiesen eine annähernd gleiche Fassadengliederung auf, aber nur zwei verfügten über Loggien. Im Zuge der Modernisierung wurden alle mit neuen Balkonen ausgestattet. Die bei einigen Gebäuden über alle Geschosse auskragenden Rahmenkonstruktionen der neuen Loggien dienen heute als maßgebliches Gestaltungselement.
Eine gelungene Sanierung: Modernisierte Wohngebäude, die ihren ursprünglichen Klinkercharakter behalten haben. Röben Klinker-Riemchen EIFEL blau-bunt auf Wärmedämm-Verbundsystem.

Auch die bestehenden Kunststofffenster der ersten Generation wurden durch höherwertigere Kunststofffenster mit schlankeren Rahmenprofilen ersetzt. Die quadratischen Fensterformate erhielten einen schmalen Stulppfosten, der sie feingliedriger erscheinen lässt und den Vorteil bietet, dass die geöffneten Fensterflügel nicht mehr so tief in die Grundrissflächen ragen. Die uniformen Fensterformate wurden auf den Nord-Westseiten durch dunklere, mit Horizontalfugen versehene Putzflächen zu größeren horizontalen Einheiten zusammengezogen und gliedern die Fassade jetzt spannungsreich. Die Vertikalität der Treppenhäuser wurden ebenfalls durch dunklen, gegliederten Putz akzentuiert.

Akzentuierte Fassadengliederung durch Klinker- und Putzflächen im Wechsel. Ganz links im Bild: Ein noch nicht sanierter Fassadenbereich.
Obwohl die Gebäude „nur“ saniert wurden, ist die alte Bausubstanz äußerlich nicht mehr zu erkennen. Es präsentieren sich vielmehr moderne Wohngebäude, die einerseits in vielen Jahrzehnten mit ihrer Umgebung verwachsen sind, deren Bewohner sich aber andererseits wie in einem Neubau fühlen können.