Unter einem Dach - Wohnhaus in Zwolle (NL)
 
   
zurück
   
Architekt: Ad Mars, Zwolle
Fassade: Röben Klinker STRALSUND blaurot-geflammt



Mit rund 110.000 Einwohnern ist Zwolle eines der wichtigsten Zentren im Nordwesten der Niederlande. Wer hier durch die historische Innenstadt läuft, dem begegnen überall die Zeugen der bewegten Vergangenheit, als das ehemalige Mitglied der Hanse durch eine hohe Stadtmauer mit massiven Wehrtürmen umringt war. Zwolle ist aber nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der am schnellsten wachsenden Städte der Niederlande: Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Einwohner laut Berechnungen um 20.000, also rund 18 Prozent, auf dann 130.000 gestiegen sein.

Auch in der Abenddämmerung zeigt sich der großformatige Röben Klinker STRALSUND von einer seiner schönsten Seiten.







Eigenwillige, moderne Wohnarchitektur mit dem Röben Premium- Klinker STRALSUND buntgeflammt, im Euroformat. Auffallend sind die sehr dünnen Fugen; die Klinker wurden nicht gemauert, sondern mit einem speziellen Mörtel geklebt. So kommt das lebendige Farbspiel der großformatigen Klinker besser zur Geltung.
Um einen Teil des damit einhergehenden Wohnungsbedarfs zu dekken, schrieb das Niederländische Ministerium für Städtebau und Raumordnung schon Mitte der neunziger Jahre das Quartier „Stadshagen“ als staatliches Siedlungsgebiet („Vinex-Gebiet“) neu aus. Das nordwestlich der Innenstadt vor wenigen Monaten endgültig fertiggestellte Wohngebiet stellt rund 5.000 Wohnungen für 12.500 Bewohner bereit. Bei der Planung des Viertels wurde ganz bewusst ein hoher Anspruch in puncto Nachhaltigkeit verfolgt. Eine weitere zentrale Vorgabe war der Einsatz unterschiedlicher Farben und Materialien in den verschiedenen Abschnitten, um so jedem Bereich eine eigene Identität zu geben. Im Abschnitt 12 im Südwesten des neuen Quartiers war dabei für sämtliche Häuser die Verwendung von roten bzw. blauroten Keramik-Klinkern sowie schwarzen Tondachziegeln vorgeschrieben.

Eine gelungene Umsetzung dieser Auflagen zeigt das durch den Architekten Ad Mars vor kurzem fertig gestellte Wohnhaus für seine sechsköpfige Familie in der Belvederelaan. Mit der farbenfrohen und abwechslungsreich gegliederten Fassadengestaltung schafft das zweigeschossige Ziegelhaus einen markanten Blickpunkt inmitten des Viertels. Neben ausreichend Wohnraum sollte der Neubau auch einen abgetrennten Bereich für das eigene Architekturbüro integrieren. Ad Mars untergliederte das Haus daher in drei eigenständige Einheiten: Der Hauptbaukörper wird durch ein zweigeteiltes und gegeneinander verschobenes Klinker-Volumen gebildet, das in seiner Mitte durch einen quer - und damit exakt in Ost-West-Richtung - verlaufenden Lärchenholz-Block mit Sanitärräumen, Treppenhaus und Abstellraum durchtrennt wird. Überdeckt werden beide Elemente durch ein weit überkragendes, mit schwarzen Tondachziegeln eingedecktes Giebeldach, das an den Stirnseiten mit Zinkprofilen verblendet wurde.

Ausgehend von dieser dreiteiligen Kon-struktion gelang eine übersichtliche und intelligent untergliederte Innenraumstruktur des Hauses: Im linken, überwiegend zur Straße hin orientierten Bereich des Erdgeschosses findet sich das eigenständige Büro mit eigener kleiner Küchenzeile, im rechten, zum Garten hin gelegenen Teil liegt die großzügige Wohnküche. Im darüber gelegenen Geschoss, wo der zentrale Block als Erker aus der Fassade stößt, schließen sich links das Wohnzimmer und rechts das Elternschlafzimmer an. Im Dachgeschoss wurden vier Kinderschlafzimmer sowie ein Spiel- und Hobbyraum
untergebracht. Zur Versorgung sämtlicher Innenräume mit ausreichend Tageslicht wurden auf allen Ebenen großzügige Fenster in die beiden Stirnseiten eingefügt - teilweise ausgeführt als Türen mit davor liegenden Brüstungsgittern, die einen deutlichen vertikalen Akzent innerhalb der Fassade schaffen. Bei der Auswahl eines hochwertigen Ziegels entschied sich Ad Mars für den Röben Klinker STRALSUND blaurotbuntgeflammt. Sein bewegtes und je nach Licht und Schatten variierendes Farbspiel unterstützt den freundlich-warmen Charakter des Hauses. Darüber hinaus schaffen die blauroten Klinker einen harmonischen Kontrast zum Lärchenholz des Erkers im ersten Obergeschoss.

Als Besonderheit fällt das ungewöhnliche Euromodulformat von 290 x 90 x 190 mm der Klinker auf. Der großformatige Stein gewährleistete nicht nur einen zügigen und kostengünstigen Baufortschritt, sondern er fügt sich auch hervorragend in das gestalterische Konzept ein, indem er das klare und eindeutig formulierte Formenspiel der Architektur unterstützt. Um den keramischen Charakter des Mauerwerks zusätzlich zu betonen, wurden die einzelnen Steine außerdem ohne Stoßfugen knirsch aneinander gesetzt. Und die lediglich fünf Millimeter schmalen horizontalen Lagerfugen wurden mit schwarzem Dünnbettmörtel geklebt. Mit überzeugendem Ergebnis: „Denn durch den geringen Fugenanteil wird das schöne Flammenspiel der Steine noch hervorgehoben“, wie Ad Mars erklärt.