Haus der Gesetze - Strenge Fassade mit lebendigem Farbspiel. Justizzentrum in Drebrecen (H)
 
   
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Architekten: Koller és Társa Tervez Kft., Pécs
Fassade: Röben Handform-Verblender FEHNBRAND hellrot-bunt, NF



Im Inneren verteidigt man die Gesetze des Landes, im Äußeren lässt man den „Gesetzen der Architektur“ freien Lauf. Das Oberlandesgericht in Drebrecen, der zweitgrößten Stadt Ungarns, ist ein außergewöhnliches Gebäude. Es repräsentiert eine neue Ära in der „tausendjährigen Bürgerstadt“, die über viele architektonische Schätze verfügt. Zum Beispiel die klassizistische, reformierte Großkirche mit 3.000 Sitzplätzen, das klassizistische Gebäude des Rathauses, das zu den schönsten Bauwerken dieser Stilrichtung gehört und das älteste, heute noch betriebene Hotel Ungarns.

Das „Haus der Gesetze“ ist das Ergebnis eines landesweiten Planungswettbewerbs, der die Bebauung des gesamten Révész-Platz-Blockes mit einem Gebäudekomplex für das Oberlandesgericht, die Berufungsoberstaatsanwaltschaft und das Städtische Gericht vorsieht. Hierbei wurde in der Umgebung der neuen Straßenöffnung die kleinstädtische Bebauung mit den vorhandenen geschlossenen und lückenhaft geschlossenen Reihen auf einem großen Gebiet saniert. Ausschreibungssieger wurde das Architekturbüro „Koller és Társa Tervez Kft.“ aus Pécs.

Von den insgesamt drei Gerichtsgebäuden im Zentrum, die sich sowohl strukturell als auch funktional voneinander unterscheiden, sind zwei inzwischen fertig gestellt. Aufgrund des noch nicht gestalteten Strukturverbindungssystems und ohne die Möglichkeit einer echten architektonischen Bindung, war es für die Architekten eine in vielerlei Hinsicht undankbare Aufgabe, ein neues Gebäude zu positionieren. Insbesondere auch deswegen, weil es sich um das erste Element eines größeren Umbaus handelt. Das Justizzentrum wird Teil des neu skizzierten Stadtverbundes sein, steht aber jetzt noch allein in der Mitte eines Blockes, der aus dem zentralen Stadtkern herausgelöst ist.

Das auffälligste Merkmal des Gebäudes ist die Blockartigkeit. Die Seiten des umfassenden Prismas sehen aus, als ob sie mit einer Klinge herausgeschnitten worden wären. Das Gebäude tritt an keiner Stelle und mit keinerlei Elementen aus den es umgebenden Ebenen heraus; es bleibt unerbittlich innerhalb seiner selbstgesetzten Grenzen. Dieses Prinzip hat die gesamte Planung bis zum Schluss begleitet. Anstatt sich durch Elemente auszubreiten, die auf die Fassade aufgesetzt sind, nimmt sich das Gebäude eher noch etwas zurück. Gerade an der Stelle, wo wir ein in den Raum hinaustretendes, hervorgehobenes Element gewohnt sind, wie z. B. einen Eckturm, gähnt ein leerer Raum.

Massive, streng geordnete Baukörper mit außergewöhnlichen Fassaden. Besonders aus der Nähe zeigt das Mauerwerk seine interessanten Strukturen und das atemberaubende Farbspiel des zum großen Teil hochkant gesetzten Röben Handform-Verblenders FEHNBRAND.


Ebenso ungewöhnlich wie der Gebäudekörper ist die Ziegel-Fassade. Für die Architekten spannt sie sich mit ihren fließenden Linien über die Form des Gebäudes. Ihre besondere Gestaltung zeigt sich vor allem aus der Nähe. Nur so lässt sich die edle Textur, das atemberaubende Farbenspiel und die Oberflächenziselierung der Röben Handformziegel FEHNBRAND vollständig erkennen. Außerdem gewährleistet der rustikale Ziegel durch die im Brennprozess entstehende Farbe und wegen seiner typischen Unebenheit eine außerordentlich plastische, natürlich wirkende Oberfläche.

Die sich rhythmisch wiederholenden Wandöffnungen führen durch das Spiel mit dem Licht zu einer lebendigen Gestaltung der Ziegelflächen.
Eine der aufregendsten Seiten der Architektur der Stadt Drebrecen besteht gerade in der Koexistenz von verschiedenartigen „zeitgetreuen“ Gebäuden. Diese Farbenvielfalt kommt auch bei der Verwendung des Materials und der Farben zum Ausdruck - der Ziegel ist auch als sichtbares Fassadenmaterial nur sporadisch charakteristisch. In unserem Fall lässt vor allem die vom Material betonte strikte Blockartigkeit die Gerichtsfunktion des Gebäudes erkennen.

Die Ziegelverkleidung vermeidet alle architektonisch wirkenden Mittel. Es werden keine Öffnungsüberbrückungen oder Auspfändungen imitiert. Damit wird das Gefühl des Herausgeschnittenseins aus dem homogenen Block verstärkt. Die sich rhythmisch wiederholenden Wandöffnungen und die oberen Lichtöffnungen führen durch das Spiel mit dem Sonnenlicht zu einer lebhaften Gestaltung der Ziegelflächen.
   
Die organische Textur wird durch eingekürzte, mal längere und mal kürzere rote Kalksteinstreifen in zufälliger Weise aufgeschnitten. In der matten Oberfläche des Handform-Ziegels leuchtet das Licht auf dem polierten Stein.
Diese organische Textur wird durch die eingefügten, mal längeren und mal kürzeren roten Kalksteinstreifen in zufälliger Weise aufgeschnitten - auf der matten Masse des Ziegels leuchtet das Licht auf dem polierten Stein. Aus einer bestimmten Perspektive gibt das den Fassaden einen kraftvollen horizontalen Zug, der durch die auf der äußeren Ebene senkrecht proportionierten Glasflächen ausgeglichen wird.

Ausschlaggebend für die Verwendung von Röben-Produkten war das komplette System - von vorgefertigten Elementen bis hin zu individuellen Formziegeln, wie sie z. B. in die Fensterverkleidung eingebaut wurden. Zu einem ganz ungewöhnlichen Gestaltungselement griffen die Architekten im Inneren es Gebäudes. Die Ziegel an den Wänden und Pfeilern im Entree des Oberlandesgerichts wurden auf den Sichtflächen hochkant vermauert, so dass ihre Mörteltaschen sichtbar werden. Dies gibt dem Halbschatten im Innern mehr Wärme.

So bietet ein und dasselbe Material viele Gestaltungs- und Interpretationsmöglichkeiten. Ebenso, wie Gesetze viel Spielraum und Betrachtungsmöglichkeiten lassen.

Zu einem ganz ungewöhnlichen Gestaltungselement griffen die Architekten im Inneren des Gebäudes. Im Entreebereich wurden die Ziegel so vermauert, dass ihre Rückseiten mit den Mörteltaschen sichtbar sind.


Schräg versetzte Wandelemente neben einigen Fenstern gliedern und betonen das ansonsten sehr strenge Fassadenbild.


Der Röben Handform- Verblender FEHNBRAND mit seiner starken rustikalen Anmutung passt perfekt in das Bild dieser fast schon burgähnlichen Architektur.