Gelungenes Facelifting - Werkstätten in Oggersheim für Menschen mit Behinderungen
 
   
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WERKSTÄTTEN IN OGGERSHEIM
FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN

Röben Klinker NEUMARKT, blaurot - geflammt
Planung sander.hofrichter architekten.
             Ludwigshafen und Frankfurt/Main



Die Ludwigshafener Werkstätten gehören zu den größten Behinderten-Einrichtungen der Vorderpfalz. An zwei Standorten bieten sie mehr als 500 Menschen eine individuelle Betreuung und einen Arbeitsplatz. Die ältere der beiden Betriebsstätten wurde 1974 im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim bezogen. Nach rund 30 Jahren entsprach die Arbeitsplatzqualität in dem seinerzeit mit Waschbetonplatten verkleideten Gebäude jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Behindertenwerkstätte. Um die Rahmenbedingungen für Schüler,Werkstattbeschäftigte und Mitarbeiter zu verbessern, hatte sich der Träger der Einrichtung daher 2003 zu einer grundlegenden Umstrukturierung des Gebäudes entschlossen.


In Teilbereichen haben die Architekten die Vorsatzschale aus Klinkern auch im Werkstattinneren fortgesetzt. Ein markanter Blickfang ist dabei die in einer Stahl-Aluminium Konstruktion ausgebildete Fuge zwischen beiden Baukörpern.
  „Der blaurote Röben Klinker kontrastiert hervorragend mit der hellgrauen Blechverkleidung des angrenzenden Hochregallagers“, so der Architekt.
Mit der Umbauplanung wurde das Büro sander.hofrichter architekten mit Sitz in Ludwigshafen und Frankfurt am Main beauftragt: „Werkstätten für Behinderte sind heute moderne Zulieferbetriebe für die Industrie mit modernen Arbeitsstätten und großen Lagerbereichen“, beschreibt Architekt Linus Hofrichter die Planungsaufgabe. „Entscheidend sind daher neben ausgedehnten Therapie-, Gymnastik- und Freizeitbereichen insbesondere gute An- und Ablieferungsmöglichkeiten für Logistikunternehmen sowie der gefahrlose Zugang für die Menschen mit ihren körperlichen und geistigen Handicaps.“

Um die nicht mehr zeitgemäße Einrichtung in eine flexible Arbeitsstätte für 272 Menschen zu verwandeln und die Funktionsabläufe in den Bereichen Produktion, Werkstatt und Hochregallager zu verbessern, wurden die vorhandenen Flächen neu strukturiert, saniert und durch einen Teilneubau ergänzt. Eine große Herausforderung war dabei die teilweise viergeschossige Gebäudehöhe - „eine für heutige Verhältnisse völlig untypische Ausprägung für eine Behindertenwerkstätte“, wie Linus Hofrichter erklärt. „Durch neue LKWZufahrtsmöglichkeiten im Erd- und Untergeschoss ist es uns jedoch gelungen, aus einer
mehrgeschossigen Betriebsstätte zwei eingeschossige Werkstätten zu machen und damit einen deutlich verbesserten Materialfluss zu ermöglichen.“ Sämtliche Funktionen, die nicht originär zu den Werkstätten zählen, wie Speisesaal, Küche, Verwaltung und Mehrzweckräume, wurden dagegen in den Obergeschossen untergebracht.
Der gesamte Umbau wurde in drei Bauabschnitten ohne Störung des laufenden Betriebes realisiert. Eine der wichtigsten Teilmaßnahmen war dabei der Abbruch der alten Waschbeton- Vorhangfassade, die durch eine neue Klinkerfassade ersetzt wurde. Diese gibt dem Gebäude ein modernes Erscheinungsbild, obwohl die Grundkonstruktion der Werkstatt mit Fenster- und Türöffnungen vollständig erhalten blieb. Bei der Wahl des richtigen Steins fiel die Wahl auf die blau-rot geflammte Röben-Sortierung NEUMARKT im Normalformat: „Der blaurote Klinker schafft in Kombination mit grauen Aluminiumfenstern eine zeitlose Eleganz und macht aus dem 70er- Jahre-Waschbetonbau einen modernen Industriebau mit hoher architektonischer Qualität“, so Linus Hofrichter. „Gleichzeitig kontrastiert der dunkle Klinker hervorragend mit der hellgrauen Blechverkleidung des nordwestlich angrenzenden Hochregallagers.“ Ein markanter Blickfang ist dabei die in einer Stahl-Aluminium Konstruktion ausgebildete Fuge zwischen beiden Baukörpern, die das Zusammenspiel der beiden Materialien besonders deutlich werden lässt.

Alternativ hatten die Architekten zu Beginn der Planung überlegt, die Fassaden des Gebäudes mit Großkeramiktafeln zu verkleiden. Doch aufgrund der besseren Gesamtwirkung und der klassischen Gliederung entschieden sie sich schließlich für das Material Klinker. Ein neues Fundament für die Vormauerschale war dazu nicht erforderlich. Sie konnte – geschossweise abgefangen – auf an der Hintermauer befestigte Konsolen gemauert werden. Die Wärmedämmung erfolgte mit 80 mm Mineralwolle. „Ganz wichtig war uns dabei auch, dass Röben uns die farbliche Kontinuität der Chargen während der langen Bauzeit garantiert hat, so dass wir
Die alte Waschbeton-Vorhangfassade wurde rundum durch Klinker-Mauerwerk ersetzt. So entstand eine wertige und zeitlos gestaltete Arbeitsstätte.
trotz der verschiedenen Bauabschnitte ein einheitliches Fassadenbild realisieren konnten?, so Linus Hofrichter. In Teilbereichen haben die Architekten die Vorsatzschale der Außenhaut auch im Werkstattinneren fortgesetzt: ?Die hohe Materialgüte des Klinkers eignet sich dabei auch ohne Rammschutz als robuste Innenwandverkleidung.? Sämtliche Flächen im Innen- und Außenbereich wurden im Läuferverband gemauert und anschließend hellgrau verfugt. Im Bereich der langgestreckten horizontalen Fensterflächen wurden dabei in Zusammenarbeit mit dem Röben Planungs-
Service auch Fertigteilstürze und Fertigteilfensterbänke eingesetzt, um einen zügigen Baufortschritt der Fassaden zu gewährleisten. So war es problemlos möglich, den Bau innerhalb der vorgegebenen Zeit fertigzustellen. Und das Resultat kann sich sehen lassen - entstanden ist eine wertige und zeitlos gestaltete Arbeitsstätte, die Mitarbeiter und Werkstattbeschäftigte gleichermaßen überzeugt.