| Bothe, Richter, Teherani, Architekten BDA, Hamburg |
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| Bei der Suche nach dem richtigen Material für das Fassaden-Mauerwerk haben die Hamburger Architekten auf Qualität gesetzt: 300.000 Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert, glatt im Format NF.
Dass Jens Bothe, Kai Richter und Hadi Teherani mit Stahl und Glas umzugehen wissen, ist hinlänglich bekannt: Neun Jahre nach seiner Gründung hat das Büro zahlreiche international beachtete Projekte fertiggestellt, darunter eine Reihe spektakulärer Bahnhofsentwürfe wie das kreisrunde „UFO“ in Dortmund. Ein weiterer Schwerpunkt sind „intelligente Bürohäuser“: Allein vier davon wurden bzw. werden in Hamburg errichtet: neben ABCBogen, Albinga-Haus und Doppel-XX, auch das vor kurzem fertiggestellte Polizeipräsidium, bei dem die Architekten auf Wunsch des Bauherren Sprinkerhof AG entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten vorwiegend Klinker verwendet haben.
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Wer bei „Hamburg“ und „Klinker“ zunächst an Fritz Höger und die so typische hanseatische Backstein-Architektur denkt, der wird beim Anblick des Polizeipräsidiums ziemlich überrascht sein: Statt sich in die allgegenwärtige Bautradition einzuordnen, haben BRT ein Gebäude mit schwarz funkelnder „High-Tech“-Fassade geschaffen, dessen insgesamt zehn, jeweils sechsgeschossigen Flügel wie weit ausgestreckte Arme in die Umgebung reichen. Auf diese Weise ist nicht nur eine Form mit hohem Wiedererkennungswert, sondern vor allem ein perfekt durchdachter Büro-Organismus mit fließender Verzahnung mit dem städtebaulichem Kontext gelungen: Der großformatige, dabei aber überaus elegant und leichtfüßig ausgebildete Komplex, der auf einer Fläche von 50.000 m2 rund 1.600 Räume bietet, schafft einen harmonischen Übergang zwischen den linearen Baukörper-Strukturen des angrenzenden, ehemaligen Kasernen-Ensembles und einem nördlich sich anschließenden Wohngebiet. |
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Um den Bau in die Außenanlagen-Gestaltung einzubeziehen und so für optimale Arbeitsbedingungen zu sorgen, wurden sämtliche Pkw-Stellplätze in einem aufgeständerten Untergeschoss untergebracht. Oberhalb dieser begrünten „Deckelkonstruktion“ gelangt man über ein großzügiges Foyer in den zentralen „Ring“. Von hier aus werden nicht nur der kreisrunde Innenhof und die als Zweibund organisierten Büroflügel erschlossen, hier liegen auch sämtliche Sonderfunktionen, die teilweise in eingeschossigen, zwischen den einzelnen Flügeln angeordneten Baukörpern angesiedelt sind.
Dem übersichtlichen Gebäudekonzept entspricht eine strenge horizontale Gliederung der an den äußeren Flügel-Enden sowie an deren Übergang zum Mittelring elegant abgerundeten Außenfassaden, die auf Wunsch des Bauherrn ursprünglich mit dem so
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charakteristischen roten Backstein ausgebildet werden sollten. Um die Tradition mit der Moderne zu verbinden, entwickelte Hadi Teherani jedoch alternativ dazu eine umlaufende Bänderfassade aus insgesamt 300.000 Röben Keramik-Klinkern schwarz-nuanciert glatt im NF-Format. Durch die Zusammenstellung mit horizontalen Fensterbändern mit Stahlprofilen, Aluminiumrahmen und außenliegenden Jalousien ist ein spannungsvoll inszenierter Kontrast zu den wuchtigen Betonpfeilern im Erdgeschoss gelungen, der die architektonischen Ideale der klassischen Moderne überzeugend mit zeitgemäßen „High-Tech“-Elementen verbindet.
Zusätzlich zu den schwarzen Ziegeln verwendete Hadi Teherani auch 60.000, nach eigenen Entwürfen angefertigte, Sonderformsteine. Nur so war es möglich, die Fassaden zum kreisrunden Innenhof und die abgerundeten Gebäudekanten auszubilden. Um eine zusätzliche Gliederung und Dynamik der Fläche zu erzielen, wurden zudem 50.000 Röben Keramik-Klinker, weißgrün glasiert, als Schmuckbänder an den Stirnseiten der Gebäudeflügel integriert. Ihre Enden bilden aufsteigende Diagonalen, die im anthrazitfarben gefugten Läuferverband besonders gut zur Geltung kommen. Eine Maßnahme, durch die „alles fließt und leicht und elegant wirkt“, wie Hadi Teherani zufrieden feststellt. |
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60.000 Röben Formsteine machen die Gebäudeecken erst richtig rund. Für die hellen Bänder im Mauerwerk haben die Architekten einen weißgrün glasierten Keramik-Klinker von Röben gewählt. |
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| Die glasierten Klinker erinnern an die Epoche des Art déco und integrieren gleichzeitig die für die Polizei charakteristische Farbkomponente in die Architektur. Um exakt die Farbvorstellungen des Architekten zu treffen, entwickelten die Röben Keramik-Ingenieure dazu einen ganz individuellen Brand: Eine Sonderglasur, die auf einer weißen Glasur basiert, die mit drei verschiedenen Farbkörpern – curryfarben, sonnengelb und türkis – in einem bestimmten Mischungsverhältnis versetzt wird. Die Besonderheit dabei: Es handelt sich um eine Scharffeuer-Glasur, die bei Temperaturen von ca. 1280° Celsius gebrannt wird. Dieses Verfahren garantiert einen sehr guten Sitz der Glasur auf dem Klinker, da durch die hohe Brandtemperatur die Zwischenschicht – die Diffusion der Glasurschicht mit der Steinschicht – extrem dick und stark ausgebildet wird. Eine überaus intelligente Maßnahme, denn durch die besondere Glasur wird das lichtbewegte Spiel aus Stahl und Glas zusätzlich unterstützt. |
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