Eine runde Sache – Fahrbahn- und Fußweg-Gestaltung in St. Peter Ording
 
   
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Planung: Bornholdt Ingenieure, Albersdorf, Topiaria, Kiel
   
Gut zu Fuß ist man in St. Peter Ording auf Röben Pflasterklinkern, grau-nuanciert und als Sonderanfertigung dunkelgrau.
  

Durch seine reizvolle Lage am Holsteinischen Wattenmeer zählt St. Peter Ording zu den beliebtesten Ferienorten Norddeutschlands – Sommer für Sommer wird das Nordseebad deshalb durch Hunderttausende von Gästen belebt, die sich an der frischen Nordseeluft vom Alltag erholen möchten. Um die Attraktivität des Ortes weiter zu erhöhen, beauftragte die Gemeinde vor zwei Jahren das Albersdorfer Planungsbüro Bornholdt mit der grundlegenden Neugestaltung der in den letzten Jahren etwas vernachlässigten Einkaufsstraße „Im Bad“.

Das Gesicht der Straße wird durch zwei vollkommen unterschiedliche und bislang kaum zusammenhängende Straßenseiten geprägt: Auf der nach Westen hin gelegenen Seite befinden sich kleine Geschäfte und Souvenir-Läden sowie Restaurants, Cafés und Eisdielen, die, nur durch den Bürgersteig getrennt, direkt an der Hauptstraße liegen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite finden sich dagegen nur wenige Läden und Restaurants. Hier wird das Bild vor allem durch Grünanlagen, die Post, Sanatorien, Villen und Ferienwohnungen mit teilweise großen Vorgärten und größerem Abstand zur Straße beherrscht.

„Der Grundgedanke unserer Planung bestand darin, diese sehr unterschiedlich genutzten Straßenseiten zu einer homogenen Einheit zu verbinden“, berichtet Architekt Hans-Jürgen Kirmse vom hinzugezogenen Planungsbüro Topiaria. Durch die neue Fahrbahn- und Fußweg-Gestaltung fügen sich die vorher dominierenden Einzelbebauungen wieder in das Gesamtbild der Straße ein und geben der Straße „Im Bad“ ihre ursprüngliche Funktion als attraktive Einkaufsstraße zurück. „Die dabei angewendeten Formen ergeben sich vor allem aus dem Fluss der traditionellen Straße sowie aus dem Flächenangebot und aus der Art der geforderten Nutzung – also Fahrbahn, Radweg, Gehweg, Einfahrt, Überfahrt, Kreuzung oder Platz“, berichtet Hans-Jürgen Kirmse.

Im Mittelpunkt der Planungsüberlegungen stand die Neustrukturierung des im nördlichen Bereich der Straße gelegenen Platzes, der nach dem Willen der Gemeinde deutlicher als zuvor als städtebauliches Zentrum des Ortes hervortreten sollte: Die Planer entwickelten dazu eine durch zahlreiche Bänke und neu gepflanzte Kiefern aufgelockerte Gestaltung, die den Besuchern durch ihre optische Großzügigkeit Raum zum Verweilen und Erholen bietet. Die kreisförmigen Strukturen des Platzes schaffen zudem eine spannungsvolle Dynamik, die sofort an die rauschenden Wellen der Nordsee denken lässt.

Bei der Suche nach einem landschaftstypischen Baustoff mit gutem Schutz gegen die an der Nordsee sehr salzhaltige Luft haben sich die beiden Planungsbüros erneut – wie schon bei der gemeinsamen Gestaltung des Ostseebades Zingst – für den Röben Pflasterklinker graunuanciert im Format 200/100/50 mm entschieden. „Das Format erlaubt eine reichhaltige Gestaltungsvielfalt, wir konnten den Klinker in jeder möglichen, oder beispielsweise von der Belastbarkeit her erforderlichen Position verwenden“, berichtet Günter Bornholdt. An einer Stelle war dennoch eine Sonderlösung erforderlich: Um die in der Planung vorgesehenen, fünf Zentimeter breiten Linien ausbilden zu können, wurden neben den 500.000 gelieferten Pflasterklinkern im Standard-Grauton auch einige etwas dunklere Klinker benötigt. Speziell für die Fahrbahngestaltung in St. Peter Ording fertigte das Röben-Werk in Bannberscheid daher 10.000 Sondersteine mit einem dunkelgrauen Farbspiel an.

„Pflastersteine aus Beton kamen nicht in Frage, weil sie in der Aussage unsere Gestaltungsideen nicht wiedergeben konnten“, begründet Hans-Jürgen Kirmse die Materialwahl der beiden Planungsbüros weiter. Durch die geringe Wasseraufnahme der Röben Keramik-Klinker bleiben die Schattenbereiche praktisch frei von Vermoosung. Außerdem ermöglicht die keramische Oberfläche eine gewisse Selbstreinigung durch Regen und garantiert dadurch auch eine größtmögliche Farbechtheit – „eine Qualität, die bei einem Material wie Beton gar nicht möglich ist.“ Aber auch sonst entsprachen die Röben Pflasterklinker exakt den gestellten Anforderungen, schließlich sind sie nicht nur extrem witterungsfest und frostsicher, sondern auch äußerst trittsicher und belastbar, was insbesondere an einem so belebten Ort wie einer Einkaufsstraße sehr wichtig ist. „Darüber hinaus birgt die keramische Oberfläche des Klinkers aus dem Werk im Westerwald den Effekt der glitzernden Reflektion des Lichts auf der Straßenfläche“, wie Hans-Jürgen Kirmse verrät. „Ein reizvolles Spiel, das insbesondere bei Regen oder im Schein von Straßenlaternen zu beobachten ist.“