Elegant geschnitten – die Siedlung „Kroner Heide“
 
   
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Architekten: Büro Hornemann, Bärbel Albrecht, Greven
    

Moderne Architektur geht meist einher mit dem Bruch von geltenden Regeln. Dass zeitgemäße Gestaltung und regionale Elemente aber nicht zwangsläufig im Widerspruch zueinander stehen müssen, beweist ein Neubauprojekt im westfälischen Greven: Die rund 20 Kilometer nördlich von Münster gelegene Kleinstadt wird in architektonischer Hinsicht vor allem durch traditionelle Walm- oder Giebeldächer und die Verwendung von meist rotem Backstein geprägt. Die experimentellen Schmetterlingsdächer in der vor kurzem durch das vor Ort ansässige Architekturbüro Jürgen Hornemann fertiggestellten Siedlung „Kroner Heide“ fallen da schon ziemlich deutlich aus dem Rahmen. Um die direkt an einem Naherholungsgebiet gelegene Bebauung mit insgesamt 16 Mehrfamilienhäusern dennoch an die Architektur der Umgebung anzupassen, wurden die strahlend weißen Fassaden mit Keramik-Klinkern ausgebildet.

Organisation der Fläche: Bänder, gemauert aus Röben Keramik-Klinkern FARO grau-nuanciert, glatt, beleben die weiße Klinker-Fläche in sinniger Weise und nehmen die Grautöne der Architektur wieder auf.
   

Im Gegensatz zu anderen Neubausiedlungen, die in der Regel ohne sichtbaren gestalterischen Zusammenhang entwickelt werden, haben die Architekten bei der Planung der „Kroner Heide“ die Möglichkeit genutzt, durch ein übergreifendes Gesamtkonzept ein homogenes Siedlungsbild zu entwerfen: „Wir wollten eine helle und familienfreundliche Wohnanlage mit großzügig geschnittenen, hellen Wohnungen und ausreichend individuellen Freiflächen schaffen“, berichtet die verantwortliche Architektin Bärbel Albrecht über die sämtlich als Niedrigenergiehäuser mit kontrollierter Lüftung und Wärmerückgewinnung ausgeführten Wohnungen.

Die kraftvolle, aber gleichzeitig elegant zurückhaltende Architektur der durchgehend dreigeschossig ausgebildeten Häuser wird vor allem durch das spannungsvoll inszenierte Zusammenspiel zwischen dem robusten weißen Mauerwerk und den zu den Stirnseiten der Häuser hin jeweils rautenförmig ausgeformten Schmetterlingsdächern aus vorbewittertem Zinkblech geprägt ein gelungener Kontrast zwischen Statik und Bewegung, der durch die keilförmig „geschnittenen“ Begrenzungsmauern zwischen den einzelnen Grundstücken zusätzlichen Reiz erhält. Für ausreichend Tageslicht und Ausblicke auf das grüne Umfeld sorgen die meist großzügig verglasten Stirnseiten sowie ein durchgehendes horizontales Fensterband im zweiten Obergeschoss.

Nicht nur bei der architektonischen Gestaltung, auch bei der Suche nach einem geeigneten Fassadenmaterial hat sich die Architektin für Qualität entschieden: Der hellgrau gefugte Röben Keramik-Klinker OSLO perlweiß glatt im Normalformat vermittelt eine elegante und freundliche Leichtigkeit, die durch die spielerisch anmutende Mauerung im wilden Verband weiter unterstützt wird. Darüber hinaus harmoniert der strahlend weiße Klinker hervorragend mit den sonst verwendeten Farben und Materialien: den graublau, bzw. weiß lackierten Fensterrahmen, den Außentreppen und Brüstungselementen aus

verzinktem Stahl und den zinkgrauen Dächern. Um eine zum Farbkonzept passende horizontale Gliederung zu schaffen, wurden zwei dreilagig und zwei einlagig gemauerte horizontale Streifen aus grau-nuancierten Röben Keramik-Klinkern in die Fassade integriert.

Die Häuser der „Kroner Heide“ bieten je nach Typ sechs bis acht Wohnungen mit Grundflächen zwischen 80 und 120 m2 und jeweils eigenem Garten oder Dachterrasse. Den unterschiedlichen Innenraum Aufteilungen entsprechen Variationen der äußeren Gestaltung: Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, hat die Architektin bei einigen der Häuser auf eine Dachterrasse verzichtet. Statt großflächig verglaster Stirnseiten findet sich hier lediglich ein Eckfenster im ersten Geschoss.

Neben gestalterischen Überlegungen, die für die Verwendung von Keramik-Klinkern sprachen, stand für Bärbel Albrecht vor allem die Qualität des Materials im Vordergrund: Denn anders als verputzte Fassaden etwa, die in regelmäßigen Abständen neu gestrichen werden müssen, um ihr anfängliches Weiß nicht gegen ein tristes Grau einzutauschen, sind die weißen Röben Keramik-Klinker praktisch feuchtigkeits und schmutzabweisend „ab Werk“. Die Serie Oslo wird aus hochwertigen weißbrennenden Tonen bis zur Sinterung gebrannt, also bis zur vollkommenen Verdichtung des keramischen Rohstoffes im Feuer. Ein entscheidender Vorteil, denn auf diese Weise werden Schmutzpartikel, die sich oberflächlich auf dem glatten Klinker absetzen, vom Regen einfach wieder abgewaschen. „Der leuchtend weiße Charakter der Fassaden wird den Bewohnern deshalb auch in den nächsten Jahrzehnten unverändert
erhalten bleiben“, meint Bärbel Albrecht.