![]() Bunt gedeckt – die St. Antonius Abtkerk im niederländischen Scheveningen |
|
|||||||
| Architekt: Bouwkundig Bureau Bakker, Pijnacker | ||
|
||
|
Nach der pittoresken Hauptstadt Amsterdam und der wichtigen Hafenstadt Rotterdam ist Den Haag zwar nur die drittgrößte Stadt in den Niederlanden, als Sitz des niederländischen Parlaments und der niederländischen Regierung besitzt die Stadt dennoch eine große Bedeutung. Für Touristen ist darüber hinaus vor allem das eingemeindete Nordseebad Scheveningen und sein prachtvolles, 1885 im Empirestil errichtetes Kurhaus von Interesse. Nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt, an einem kleinen Park im Scheveningse Weg, befindet sich die zwischen 1925 und 1927 nach Plänen von Joseph Th.J. Cuypers und seinem Sohn Pierre J.J.M. Cuypers errichtete St. Antonius Abtkerk. Das durch eine klare und einfache Formensprache gegliederte Bauwerk – die auffälligsten Merkmale sind der schmale und weithin sichtbare Kirchturm und das großflächige Satteldach – verbindet sachliche mit expressionistischen Einflüssen; im Inneren des seit 1992 unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks finden sich darüberhinaus auch einige Elemente des Art Déco. Weitere Blickpunkte sind die große Fensterrose in der nach Westen hin gelegenen Eingangsfront und der in gegenüberliegender Richtung dem Kirchenschiff angefügte halbkreisförmige Kuppelbau, dessen Dach aus längst oxidiertem, grünen Kupfer ausgebildet wurde und das auf diese Weise einen interessanten Farbkontrast zum Mauerwerk aus rotem Backstein und den mit rotbraunen Tondachziegeln eingedeckten Dachflächen schafft. |
||
|
||
|
Die Verwendung von Tondachziegeln stand aus Gründen des Denkmalschutzes von Anfang an fest. Um einen möglichst lebendigen Eindruck zu schaffen und die Renovierung möglichst „unsichtbar“ werden zu lassen, entschied sich Sander Bakker für den im Röben-Werk Idunahall in Schermbeck am Niederrhein produzierten Tondachziegel TOSCANA – ein klassischer Römerziegel, der dem historischen Vorbild der „Mönch- und Nonne-Ziegel“ nachempfunden wurde und dabei, entsprechend dem deutlich rauheren Klima in unseren nördlichen Breiten, weiter verbessert worden ist. Seine Kopf- und Seitenfalze fassen absolut schlüssig ineinander und machen das neu eingedeckte Dach der St. Antonius Abtkerk auf diese Weise sicher gegen Regen und Flugschnee. |
||
![]() |
||
| Bewegtes Farbspiel mit viel natürlicher Ausstrahlung: Die Mischung aus drei Farben der Röben TOSCANA Römerziegel. | ||
|
Die hohen Krempen der Röben Tondachziegel, das sind die gewölbten Formen, betonen das bewegte Spiel von Licht und Schatten. „Um diese spezielle Wirkung zu erzielen, habe ich nicht nur einen einzigen Farbton verwendet, sondern stattdessen drei verschiedene Töne gemischt“, berichtet Sander Bakker. Die nach dem Zufallsprinzip zusammengestellte Komposition aus jeweils 4.000 Römerziegeln TOSCANA in den Farben herbstlaub und altfarben sowie 2.000 Röben Tondachziegeln kupferbraun schafft ein bewegtes und leicht oszillierendes Farbspiel mit einer sehr lebendigen und natürlichen Ausstrahlung und lässt fast vergessen, dass die Dachflächen der Kirche soeben neu bedeckt worden sind. „Neben der großen Farbauswahl hat uns vor allem die gute Materialqualität der Röben Tondachziegel überzeugt“, meint Sander Bakker. Der Ton wird bei einer Hitze von 1.000°C zu Keramik gebrannt und erhält dadurch seine extrem hohe Widerstandsfähigkeit. Es überrascht daher kaum, dass er mit einer üblichen Lebensdauer von mindestens 100 Jahren unangefochten mit an der Spitze der Dachbaustoffe liegt. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Schadstoffresistenz der Röben Tondachziegel: Aggressive Umwelteinflüsse wie „Saurer Regen“, Autoabgase oder die an der Nordsee sehr salzhaltige Luft können weder die Funktion noch die Optik des Daches beeinträchtigen. Auch eine Schädigung durch Grünbildung ist völlig ausgeschlossen. „Wir können daher absolut sicher sein, dass das Dach der St. Antonius Abtkerk in den nächsten Jahrzehnten nicht erneut renoviert werden muss“, meint Sander Bakker. |