![]() Streng verspielt – ein Verwaltungsgebäude in Budapest |
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| Architekturbüro: Technitrade Kft (GmbH), Balázs Stachó; Budapest, Ungarn |
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| Das Sonnenlicht einfangen. Der orange-nuancierte Keramik-Klinker FARO verleiht dem Verwaltungsgebäude in Budapest einen freundlichen Charakter und reiht es nahtlos in die bestehende traditionelle Architektur ein, ohne seine Eigenständigkeit zu beschneiden. |
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Durch seine reizvolle Lage an der Donau und seine zahllosen Prachtbauten vom Ende des 19. Jahrhunderts wird Budapest allgemein als das „Paris des Ostens“ bezeichnet. Im historischen Kern wird die ungarische Hauptstadt bis heute durch den Zusammenschluss zweier ehemals eigenständiger Städte geprägt: dem östlich der Donau gelegenen, elegant-mondänen Pest und dem eher verwinkelten Buda am gegenüberliegenden Flussufer. Weiter im Süden von Buda, im Stadtteil Kelenföld, wo das Bild vor allem durch ein Gemisch aus Wohn- und Gewerbeflächen mit industriellem Charakter bestimmt wird, ist vor kurzem der neue Hauptsitz des Werbemittel-Unternehmens Golding fertiggestellt worden. Das durch die vor Ort ansässigen Technitrade Architekten geplante, viergeschossige Gebäude beherbergt neben Büroeinheiten auch Produktionsflächen zur Verpackung und Etikettierung der von hier aus vertriebenen Werbematerialien. Nach dem Willen der für die Stadtplanung verantwortlichen Bezirksverwaltung soll der Stadtteil in den kommenden Jahren allmählich in ein modernes Dienstleistungsviertel umgewandelt werden. Da das bebaute Grundstück an einer der wichtigsten Hauptverkehrslinien liegt, repräsentiert der deutlich nach Außen getragene Büro-Charakter des neu errichteten Gebäudes schon jetzt die künftige Entwicklung des Quartiers: „Das neue Bürogebäude sollte nicht zu prunkhaft sein, aber gleichzeitig eine sichtbare Repräsentation darstellen und den Erwartungen an Modernität entsprechen“, beschreibt der für den Neubau verantwortliche Architekt Balázs Stachó die zentralen Planungsvorgaben. |
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Der neu errichtete Hauptsitz wird durch einen gelungenen Kontrast zwischen streng komponierten und eher verspielten Elementen geprägt. Neben dem mit dunklen Tondachziegeln eingedeckten Terrassendach und seinen großen, bogenförmigen Fensterflächen sticht dabei vor allem die nach Osten, zu einem anliegenden Platz hin gerichtete Hauptfront ins Auge. Die von Weitem betrachtet scheinbar statische Konstruktion aus sechs wuchtigen, über die Höhe von zwei Geschossen reichenden Pfeilern erweist sich erst beim Näherkommen als raffinierte dynamische Inszenierung: Der halbkreisförmigen Form des anliegenden Platzes entsprechend bildet die Säulenanordnung eine bogenförmig nach außen strebende Arkade, die sich nach Südosten hin zu einer langgestreckten Mauer mit Einfahrtstor zu den Pkw-Stellplätzen im teilweise unbebauten Erdgeschoss verlängert. Im darüberliegenden ersten Geschoss bieten großflächige Fenster eine traumhafte Aussicht auf den Platz. Um die „ausbrechende“ Bogen-Linie wieder mit der übrigen Fassade zu verbinden, haben die Architekten eines der Fenster als viertelkreisförmigen Erker integriert. „Die Lösung, die Hauptfront der runden Platzkontur anzupassen, ergab sich auch dadurch, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft schon ein Gebäude stand, das diesen halbrunden Raum in ähnlicher Weise abschloss“, berichtet Balázs Stachó. „Da dieses Gebäude mit einer roten Backsteinfassade errichtet wurde, lag es natürlich nahe, auch das Golding-Gebäude mit Klinkern zu bauen.“ Aber auch über die unmittelbare Umgebung hinaus befindet sich die gelbe Klinkerfassade des Neubaus in bester Gesellschaft, denn an der Haupteinfallstraße des Viertels befinden sich mehrere in den 50er und 60er Jahren errichtete Industrie-Bauwerke. Ihre Backsteinfassaden sind eine Fortsetzung der Architektur-Tradition gegen Anfang des letzten Jahrhunderts. Es war nur konsequent, eben diese Tradition auch heute fortzuführen. „Der von uns verwendete Röben Keramik-Klinker orange-nuanciert glatt vermittelt eine freundliche und einladende Atmosphäre und bildet einen schönen Kontrast zu den dunkelgrauen Tondachziegeln und den weißen Putz- und Kunststeinflächen“, begründet Balázs Stachó die Materialwahl seines Büros. „Auf die Produkt-Skala von Röben haben wir vor allem deswegen zurückgegriffen, weil die bislang in Ungarn hergestellten Ziegel noch nicht das von uns erwünschte Niveau erreichen, weder in der Qualität noch in der zur Verfügung stehenden Farbauswahl. Die Golding Kft (GmbH) bestand jedoch von Anfang an darauf, das Gebäude mit gelben Klinkern auszubilden, weil auch im Logo der Firma Gelb die vorherrschende Farbe ist. Außerdem ließ sich mit dieser in Ungarn sehr traditionellen Farbe der nicht allzu große Kontrast des Gebäudes mit seiner Umgebung verwirklichen.“ Eine spezielle Lösung war dabei für die Konstruktion der Pfeiler an der Hauptfassade nötig, die aufgrund der bogenförmigen Linienführung unterschiedliche trapezförmige Grundrisse aufweisen: „Ohne die speziellen Formsteine von Röben hätten wir diese Gestaltung nicht realisieren können“, meint Balázs Stachó rückblickend. |