Die Vorbereitung der Untergründe



   
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Vor der Installation von Wärmedämm-Verbundsystemen müssen die Fassaden-Untergründe auf Tragfähigkeit geprüft werden. Diese Einschätzung wird in der Regel von Fachingenieuren vorgenommen.

 

Altes Verblendmaterial

Besonders sorgfältig ist die Prüfung bei doppelschaligem Außenmauerwerk vorzunehmen. Bei älteren Verblendungen, vor 1974 gebaut, ist davon auszugehen, dass die damals noch verzinkten Maueranker (Durchbinder) inzwischen durchgerostet sind. In diesen Fällen muss die alte Fassade zusätzlich "genadelt" werden, das heißt, neue Maueranker werden von außen eingebracht.

 

Untergrund

In jedem Fall muss der tragende Untergrund frei von losen Teilen und staubfrei sein. Putzflächen sind auf Hohlstellen abzuklopfen und gegebenenfalls auszubessern. Alte Anstriche können unter der neuen Wärmedämmschicht verbleiben, wenn deren Verträglichkeit mit dem Dünnbettmörtel sichergestellt ist (mit dem Hersteller klären).

 

Zulassung

Wärmedämm-Verbundsysteme müssen vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen sein. Das Material und die Verarbeitungshinweise verschiedener Hersteller sind aufeinander abgestimmt. Der gesamte Leistungs- und Lieferumfang umfasst das Material vom Dünnbettmörtel oder Baukleber über das Dämm-Material und die Armierung bis zum Riemchen einschließlich Verfugung.

 

Ansetzen der Sockeldämmung

Nachdem der tragende Untergrund aufgearbeitet ist, wird als nächstes die Dämmung im Sockelbereich vorbereitet und angesetzt. Der mineralische Systemkleber wird entweder im sogenannten Punkt-Rand-Verfahren mit der normalen Kelle aufgetragen (Abb. 1) oder ganzflächig mit der Mittelbett-Zahnkelle. Bei der Punkt-Rand-Methode muss die Auftragsmenge mindestens 60% der Dämmplattenfläche betragen.

 

Aufgrund der hohen Feuchtebelastung wird im Sockelbereich in der Regel eine sogenannte Perimeterdämmung eingesetzt, die zumindest schwerentflammbar (Feuerwiderstandsklasse B1) sein muss (Abb. 2).

Bei höheren Brandschutzanforderungen kann auf Sonderkonstruktionen der Systemanbieter zurückgegriffen werden.

Solange der Klebermörtel hinter der Dämmung noch nicht abgebunden hat, also noch nicht tragfähig ist, übernimmt eine Winkelschiene (Lieferprogramm) gegebenenfalls unterhalb der Sockeldämmung, in dem Fall aber oberhalb davon, die Lastabtragung. Die Schiene ist mit einer Tropfkante profiliert und hat zum Sockel hin einen Überstand. Befestigt wird sie mit standardisierten Kunststoffdübeln (Abb. 3).

 

    

 

Abb. 1 Aufbringen des Klebers nach der Punkt-Rand- Methode

 

 
 
 
 
 
 

 

Abb. 2 Ansetzen der Perimeterdämmung im Sockelbereich

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Abb. 3 Befestigung der Winkelschiene oberhalb der Perimeterdämmung