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Bremen: Bürolofts in der Überseestadt

Moderne Hafenarbeit: Das ehemalige Bremer Hafengebiet wird bis zum Jahr 2019 zu einem neuen Stadtteil "Überseestadt" umgewandelt.

 

Immer größere Schiffe und immer modernere Umschlagtechniken haben seit den 1960er-Jahren in vielen europäischen Metropolen zur Aufgabe stadtnaher Hafenanlagen geführt. Auch in der Hansestadt Bremen. Doch rund fünfzehn Jahre nach der Schließung der dortigen Überseehäfen regt sich inzwischen neues Leben auf den alten Docks. Gegenwärtig wird das ehemalige Hafengebiet bis zum Jahr 2019 zu einem neuen Stadtteil "Überseestadt" umgewandelt. Die Planung mit einer Gesamtfläche von 288 ha verfolgt das Leitbild einer "vernetzten Stadt mit hoch entwickeltem Gewerbe, neuen Dienstleistungen und modernen Lebensformen".

Bürogebäude in direkter Wasserlage
Rings um den zentralen Europahafen entstehen gegenwärtig aufbauend auf der städtebaulichen Planung des Bremer Büros Hilmes Lamprecht Architekten insgesamt acht neue Bürogebäude in direkter Wasserlage. Ein markanter Blickfang entlang der neu gestalteten Zeile am Europahafen ist das Ende 2007 durch Hilmes Lamprecht fertiggestellte Bürogebäude "Port 2".

Der fünfgeschossige Neubau bietet acht exklusive Bürolofts sowie vier unterschiedlich  große Ladeneinheiten, die sämtlich bereits vor Abschluss der Baumaßnahmen zu 100 Prozent vermietet werden konnten.

Ehemalige Nutzung und neue Funktion sichtbar
Um den Neubau harmonisch in den städtebaulichen Kontext zu integrieren, entschieden sich die Architekten dazu, die durch große Glasflächen geöffnete Backsteinarchitektur des rückseitig angrenzenden - und ebenfalls durch Hilmes Lamprecht umgenutzten - Speichers 1 aufzugreifen und auf moderne Weise fortzuführen.

"Auf den ersten Blick werden so die ehemalige Funktion des Areals, aber auch die neue Nutzung des Gebäudes deutlich", beschreibt Architekt Hans-Jürgen Hilmes das Konzept. Im Kontrast zu dem streng symmetrischen Fassadenraster des Altbaus wurde beim Port-2-Gebäude jedoch ganz bewusst eine rhythmisch aufgelockerte Fassadengestaltung mit geschossweise versetzten Mauerwerksflächen realisiert.

Zusätzlich belebt wird die Architektur des Neubaus durch die Integration von zurück liegenden Außengalerien auf der durchgehend mit großen Fensterflächen geöffneten Südseite. Die in sämtlichen vier Obergeschossen eingefügten Galerien bieten den Mitarbeitern der im Port 2 ansässigen Unternehmen eine luftige Aussicht auf das angrenzende Hafenbecken.

Rustikal und dennoch modern
Bei der Suche nach einem geeigneten Stein zur Gestaltung der verschiedenen Mauerwerksflächen fiel die Wahl nach intensiver Suche schließlich auf den Röben Handform-Verblender MOORBRAND lehm-bunt im Normalformat. "Der Verblender entsprach mit seinem leicht rustikalen, dabei aber dennoch modernem Charakter genau unseren Vorstellungen", begründet Architekt Hans-Jürgen Hilmes die Entscheidung.

Der angenehm warme, fast mediterrane Farbton der Handform-Verblender schafft einerseits einen Kontrast zu den anthrazitfarben gestalteten Fensterprofilen und den sichtbar gebliebenen Stahlträgern zwischen den einzelnen Geschossen. Gleichzeitig heben sich die Steine deutlich von der umgebenden Bebauung ab - insbesondere von den dunklen Mauerwerksflächen des angrenzenden Speichers 1 sowie der markant schillernden Außenhaut aus Aluminium des nebenan gelegenen Bürogebäudes Port 4. Betont durch den cremefarbenen Fugenmörtel und zusätzlich belebt durch die Ausbildung im wilden Verband ist ein elegantes Fassadenbild entstanden, das sich spielerisch leicht dem modernen Charakter des neuen Quartiers anpasst.

Planung: Hilmes Lamprecht Architekten, Bremen.

Fotos: Röben 



MOORBRAND lehm-bunt, NF

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