• Röben Klinker YUKON als Sondersortierung mit Vorder- und Rückseiten aus geschnittenen Klinkern

Gent (B): Eleganter Bürokomplex

Im belgischen Gent ist direkt angrenzend an den Bahnhof Sint-Pieters ein großflächiger Bürokomplex mit grau-grün verklinkerten Fassaden fertiggestellt worden. Im Prozess des Röben BRICK-DESIGN® wurde der Stein an die individuellen Vorstellungen der Architekten angepasst. Das Video

 

Elegante Dame

Das Projekt der Antwerpener Architekten Poponcini & Lootens umfasst einen 90 Meter hohen Büroturm mit 22 Geschossen, dem sich in Richtung Nordosten ein L-förmig ausgeführter Baukörper mit lediglich drei Geschossen als öffentlich nutzbares Scharnier zum Bahnhofsvorplatz und zur Stadt anschließt.

 

„Das gesamte Ensemble soll die Ausstrahlung einer eleganten Dame haben, die auf ihre Umgebung ausstrahlt“, beschreibt Projektarchitekt Michiel Verhaverbeke die gestalterische Grundidee seines Büros. „Die Hochhausscheibe verbindet den Komplex mit der Stadt, während der angewinkelte 'Arm' mit der unmittelbaren Umgebung interagiert.“



Differenzierte Grautöne

Im Prozess des Röben BRICK-DESIGN® wurde der Stein an die individuellen Vorstellungen der Architekten angepasst: Die verschiedenen Grautöne wurden präzise neu definiert, die Oberflächenstruktur extrem rau modelliert und für die Sichtseite die Größe eines Normalformates festgelegt.

 

Die insgesamt 20.000 Quadratmeter großen Mauerwerksflächen wurden aus Kostengründen komplett mit vorgefertigten Sandwich-Elementen umgesetzt. Um darüber hinaus die Kosten zu senken, schlugen die Röben-Planer vor, 60mm dünne Sonder-Klinker zu produzieren und diese durch einen senkrechten Schnitt der Länge nach zu zwei Riemchen aus Vorder- und Rückseite zu halbieren.

 

Auf diese Weise ist ein sehr abwechslungsreiches Fassadenbild mit 50 Prozent strukturierten Vorderseiten und 50 Prozent rustikal-glatten Fußseiten entstanden. Ungewollte Muster mussten allerdings vermieden werden, weshalb die glatten, strukturierten, helleren und dunkleren Steine zunächst gut vermischt werden mussten.


Rauer introvertierter Charakter

Ähnlich viel Sorgfalt wie auf die Architektur und die städtebauliche Einbindung legten die Architekten auf die Ausarbeitung der Außenhülle. „Um einen Bezug zur Stadt Gent und zur Blockrandbebauung der angrenzenden Koningin Fabiolalaan mit ihren unterschiedlichen Klinkerfassaden zu schaffen, sollten die nach Norden hin orientierten Fassaden einen rauen, betont introvertierten Charakter erhalten“, beschreibt Michiel Verhaverbeke die Grundüberlegung seines Büros. „Die Wahl von Klinkern hat sich dabei eigentlich von selbst ergeben.“

 

Um gleichzeitig einen robusten und schmutzabweisenden Stein mit einer geringen Wasseraufnahme zu erhalten, entwickelten die Architekten als Ausgansbasis für ihre Überlegungen schließlich einen Röben Keramik-Klinker mit fein abgestimmten Grau-Nuancierungen und einer extrem geringen Wasseraufnahme von 1,5 Prozent. Die Südfassade zur Bahntrasse sowie der Bereich der Esplanaden wurden im Kontrast mit großen Fensterflächen gestaltet.

 

Enorme Kostenoptimierung

Bei der Ausbildung des Mauerwerks haben sich die Architekten dann für einen Stapelverband mit 12 Millimeter breiten Fugen entschieden. Die bei der Montage der Elemente entstehenden 20 Millimeter breiten vertikalen Fugen fallen dadurch nicht weiter auf und verschwinden optisch. Bei einem anderen Verband hätten die Fugen schnell störend wirken können.

Durch den Einsatz der vorgefertigten Fassadenelemente wurde eine Zeitersparnis von 30 bis 50 Prozent erreicht. Der zeitlich eng gesetzte Fertigstellungstermin für das Projekt konnte daher durch die frühzeitige Einbindung des Röben Planungsservice in die Fassadenplanung ohne Probleme eingehalten werden.

 

Öffentliche Nutzung

Der einprägsame Entwurf hatte sich 2010 in einem namhaft besetzten Wettbewerb gegen Planungen unter anderem von Asymptote Architecture (New York) und Benthem Crouwel Architekten (Amsterdam) durchgesetzt. Ausgangspunkt des Projekts war die 2005 vorgestellte Masterplanung von Eurostation, Poponcini & Lootens und dem französischen Architekten Alain Marguerit, der das Areal entlang der parallel zur Bahntrasse verlaufenden Koningin Fabiolalaan durch einen Wechsel von Büroneubauten und öffentlichen Räumen aufwerten will. Der als erstes Projekt der Planung fertiggestellte Neubau von Poponcini & Lootens betont diesen Ansatz durch eine städtebaulich überzeugende Einbindung in den vorhandenen städtebaulichen Kontext.

Als wichtigstes Element fungiert dabei eine erhöhte öffentliche Esplanade als barrierefrei begehbare Verbindungsbrücke zwischen dem Bürohochhaus und dem kulturell genutzten "Arm". Das östliche Ende dieses flacheren Bauteils bildet das in einen aufgeständerten Pavillon eingefügte Auditorium, das für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Weithin sichtbar wird die Qualität des Entwurfes vor allem durch die elegante rhythmische Untergliederung des Hochhauses mit seinen beiden parallel zueinander versetzten, dabei unterschiedlich hohen flachen Scheiben. Ein weiteres charakteristisches Detail sind die unregelmäßig platzierten Atrien, die mit ihren doppelgeschossigen Glasflächen das geradlinige Raster der horizontalen Fensterbänder unterbrechen und in den Büroräumen einen direkten Bezug zur Stadt ermöglichen. Die Stirnseiten des Gebäudes werden abweichend durch gebäudehohe vertikale Öffnungen elegant untergliedert.

 

 

Planung: Poponcini & Lootens, Antwerpen (BE)
Fotos: Andre Nullens, Londerzeel



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