• Röben Klinker FARO schwarz-nuanciert

Kamperland (NL): Schwarze Villa am See

Direkt am Ufer des 1961 von der Nordsee abgetrennten Binnensees Veerse Meer in der niederländischen Provinz Zeeland wurde im vergangenen Jahr eine Villa der Architekten Bedaux de Brouwer fertiggestellt. Nominiert für den Fritz-Höger-Preis 2011.

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Um die attraktive Grundstückslage am Wasser optimal  zu nutzen und den zweigeschossigen Flachdachbau mit rund 360 Quadratmetern Wohnfläche möglichst gut in die leicht ansteigende Ufer-Topographie einzubetten, entwickelten die Architekten einen betont minimalistisch gestalteten Entwurf mit massiven schwarzen Klinkerfassaden, der sich im Obergeschoss durch eine Glasfront zum Wasser öffnet. Vom Balkon und dem angrenzenden Essbereich im Wohnzimmer aus ergibt sich so ein prachtvoller Panorama-Blick über den Garten und den kleinen Bootsanleger.

Geschlossene Straßenfront
Den hinteren Teil des Wohnzimmers sowie die übrigen Bereiche der Wohnung haben wir dagegen deutlich introvertierter mit einer weitgehend geschlossenen dunklen Klinkerfassade gestaltet, um den Bewohnern neben einem freien Ausblick auf den See andererseits auch ausreichend Intimität und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, berichtet Architekt Jacq. de Brouwer. Einen ungewohnten Anblick bietet dabei die als durchgehende schwarze Hülle gestaltete, lediglich durch einen winzigen vertikalen Spalt geöffnete Straßenansicht in Richtung Nordosten. Ebenso geschlossen präsentiert sich auch die nach Nordwesten hin orientierte, leicht zurückliegend ausgeführte Eingangsfront des Neubaus mit ihrer betont funktional gestalteten Betontreppe und der tief schwarzen Eingangstür.

Runde Ecke
Ein weiteres überraschendes architektonisches Detail sind die beiden elegant abgerundeten Gebäudeecken des Hauses in Richtung Norden und Osten. "Mit ihrer geschwungenen Form schaffen die beiden Rundungen einen fließenden Übergang zwischen der Massivität der Klinkerflächen und der Leichtigkeit der direkt angrenzenden Glasfront im Obergeschoss", so Jacq. de Brouwer.

So hermetisch sich der Neubau nach außen hin präsentiert, so luftig und offen wirkt er anderseits im Inneren. Im Zentrum des durch die Innenarchitekten Annega & Partners eingerichteten Hauses wurde dazu ein sieben Meter hohes, nach oben hin offenes Atrium integriert, das auch in den Schlafräumen im Erdgeschoss für ausreichend Tageslicht sorgt und gleichzeitig die Aussicht aufs Wasser nicht verstellt.

U-Wert der Fassade: 0,19 W/m2K
Die dunklen Klinkerfassaden wurden doppelschalig mit innen liegenden Stahlbetonwänden und  Kerndämmung ausgeführt. Die Dämmung besteht aus Hartschaum-Dämmplatten, der U-Wert der Fassade beträgt 0,19 W/m2.K. Bei der Wahl eines geeigneten Steins entschied sich Architekt Jacq. de Brouwer ein weiteres Mal für den Röben Keramik-Klinker FARO schwarz-nuanciert im Normalformat. Die durchgehend im gleichmäßigen Läuferverband gemauerten Steine bieten ein betont ruhiges Fassadenbild, das den Neubau ganz selbstverständlich in der abwechslungsreichen Landschaft verankert.

"Um diesen homogenen Gesamteindruck der Fassaden noch zu verstärken und den massiven keramischen Charakter der Fassaden hervorzuheben, haben wir zusätzlich tief zurückliegende dunkle Fugen ausgebildet", erklärt Jacq. de Brouwer. Dabei wurde auf die Technik des Fugenglattstrichs zurückgegriffen, bei dem Mauern und Fugen "in einem Guss" erfolgen. Das heißt, der Mauermörtel ist gleichzeitig auch der Fugenmörtel. Durch das Glattstreichen mit einem Fugholz ergibt sich dabei eine leicht abgerundete Fuge und insgesamt ein handwerklich hervorragendes, hohlraumfreies Mauerwerk. Als Sturz oberhalb des insgesamt vier Meter breiten Eingangsbereiches wurden für einen zügigen und sicheren Fassadenaufbau Edelstahl-Winkelkonsolen eingesetzt.

Planung: Bedaux de Brouwer Architecten, Goirle/NL

Fotos: Luuk Kramer, Amsterdam & Andrea Gulickx, Ijzendoom


FARO-schwarz-nuanciert-glatt-NF

FARO

schwarz-nuanciert, glatt
Villa Kamperland/NL Villa Kamperland/NL Villa Kamperland/NL Villa Kamperland/NL Villa Kamperland/NL Schnitt durch das Gebäude