• Die alte Klinkerfassade wurde abgerissen. An ihrer Stelle befindet sich jetzt die Dämmung, davor, auf einem erweiterten Fundament, die neue Klinkerschale. Lübeck, Korvettenstraße.

Lübeck: Neue Klinkerfassade für den Altbau

Mit großem Aufwand saniert der Lübecker Bauverein seinen Wohnungsbestand im Lübecker Stadtteil Moisling. Bemerkenswert: Eine neue, massive Klinkerfassade mit Kerndämmung war die wirtschaftlichste Lösung.

 

 

Klinkerfassade bleibt erhalten
Die Gebäude gehören zur Großwohnsiedlung "Buntekuh", die Anfang der sechziger Jahre auf der "grünen Wiese" mit insgesamt 5.200 Wohnungseinheiten entstanden. Der Stadtteil wurde nach den Idealen der gegliederten, aufgelockerten Stadt "aus einem Guss" geplant. Als moderne Gartenstadt sollte sie von Licht, Luft und Sonne durchflutet werden, was noch heute an den weitläufigen Grünflächen erkennbar ist.

449 Wohnungen gehören dem Lübecker Bauverein. Der erste Wohnblock des Bauvereins wird jetzt energetisch modernisiert. Dafür erhalten die Gebäude eine komplett neue Fassade. Um den ursprünglichen Charakter der Ziegelhäuser zu erhalten, hat man sich erneut für eine Klinkerfassade entschieden und mit dem Röben-Klinker GREETSIEL friesisch-bunt glatt eine repräsentative und wirtschaftliche Lösung gefunden.

Wirtschaftlichste Lösung
Nach Kostenvergleichen mit alternativen Systemen (z.B. WDVS mit Putz und WDVS mit Riemchen auf der bestehenden Klinkerfassade sowie WDVS auf dem KS-Hintermauerwerk nach Abbruch der Klinker) sprach alles für die nachhaltige und wertige Sanierung mit neuen Klinkern: Neben der Wirtschaftlichkeit der Konstruktion war dafür auch die Wartungsfreiheit der klassischen zweischaligen Wand in der Zukunft und der ästhetische Aspekt ausschlaggebend.

Für die neue Fassade wurde die bestehende Verblendschale aus Ziegeln im DF-Format komplett abgestemmt, ein neues Fundament gegossen und darauf das neue Mauerwerk aufgebaut - im Sockelbereich mit einem 2DF-Klinker, darüber der gleiche Klinker im NF-Format.

Förderkriterien werden erfüllt
Der zweischalige Wandaufbau mit dem bestehenden, 24 cm starken Kalksandstein Hintermauerwerk, der Dämmung aus 20 mm Mineralfaserdämmung als Ausgleichsschicht und einer 90 mm dicken Polyurethan-Kerndämmung der Wärmeleitfähigkeitsstufe 024 von Ecotherm sowie der Klinkerfassade als Wetterschale, erreicht einen U-Wert von 0,22 W/m²K. Durch die hocheffiziente Dämmung (neue Fenster wurden selbstverständlich auch eingebaut) waren die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben.

Wissenschaftliche Begleitung
Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, die Leistungsfähigkeit der zweischaligen Klinkerfassade in dieser Werkstoffkombination in einem Langzeitversuch zu prüfen: Die FH Lübeck installierte während der Bauphase Messfühler in der Dämmebene, die über mehrere Heizperioden hinweg kontinuierlich bauphysikalische Messdaten liefern. Damit werden Dauerhaftigkeit und Effizienz des Wandaufbaus im Praxisversuch nachgewiesen.

Um die Wohnqualität in dem Gebäude weiter zu steigern, wurden verglaste Balkone montiert, Aufzüge in die Gebäude eingebaut und die Eingangsbereiche vergrößert. In weiteren Bauabschnitten werden die Bäder und Küchen aller Wohnungen modernisiert. Im Ergebnis ist zu erwarten, dass sich modernisierungsbedingt steigende Mieten und sinkende Nebenkosten kostenneutral verhalten - bei deutlich gestiegenem Komfort für die Mieter.

Bauherr: Lübecker Bauverein
Architekt: Werner Papesch, Lübeck
 



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