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Nachbarn der Queen – Bürogebäude Pall Mall, London

Der auf schmalem Grundstück durch Short and Associates sowie MJP Architects entwickelte Neubau in der Londoner Pall Mall bietet auf sieben Ebenen rund 900 Quadratmeter Bürofläche. Klinker: Röben OSLO perlweiß.

 

Denkmalgeschützte Fassaden

Der Stadtteil St. James gehört zu den vornehmsten Adressen in London. Am südwestlichen Ende der Blockrandbebauung entlang der Erschließungsachse Pall Mall wurde zuletzt das teilweise leer stehende Verwaltungsgebäude von Berry Bros. & Rudd, dem ältesten Wein- & Spirituosenhändler im gesamten britischen Königreich, abgebrochen und neu errichtet. Der erhalten gebliebene, im Zuge des Umbaus erweiterte Keller nimmt gleichzeitig ein Weinlokal auf.

Als interessante architektonische Herausforderung erwies sich insbesondere die vorhandene Bebauung vor Ort mit dem unmittelbar angrenzenden, 1881 im viktorianischen Stil errichteten Eckgebäude des bekannten Architekten Richard Norman Shaw sowie dem gegenüber gelegenen St. James Palace aus dem Jahr 1540, der bis heute als offizielle Residenz des britischen Königshauses fungiert. Als zusätzliche Auflage musste die denkmalgeschützte Fassade des 1912 errichteten Hauses im rechten Teil des Grundstücks (Hausnummer 62) mit ihren vorspringenden Erkern und Balkonen sowie den aufwändig gestalteten Verzierungen im Traufbereich erhalten werden.

 

Fassade auf Stahlstützen

Ebenso unkonventionelle Lösungen waren in statischer Hinsicht gefragt: Denn um das neu vorgesetzte Volumen in den unteren Ebenen als transparentes Treppenhaus mit durchgehender Glasfassade ausbilden zu können, werden die Lasten der Klinkerhülle komplett durch sechs massive Stahlstützen aufgefangen. Rückseitig eingefasst wird das Glasvolumen von den unterhalb des Glasdaches erhalten gebliebenen Bestandsfassaden aus rotem bzw. weiß lasiertem Backstein, die als historische Kulisse in den Neubau integriert wurden. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Elemente ist ein gänzlich neuer räumlicher Zusammenhang entstanden, der eine spielerische Verschmelzung von Alt und Neu ermöglicht und so einen ungewöhnlichen Zugang zu dem in den Kellergeschossen neu integrierten Weinlokal von Berry Bros. & Rudd schafft.

Um zwischen den unterschiedlichen Elementen zu vermitteln, ohne dabei in Konkurrenz zum Bestand zu treten, wurde der anstelle des komplett abgebrochenen Hauses No. 63 neu hinzugefügte Abschnitt der Frontansicht zurückhaltend mit einer weißen Putzfassade sowie mit einem zurückspringenden Staffelgeschoss ausgebildet.



Ältester Platz Londons

Deutlich abweichend präsentiert sich die rückseitig zum Pickering Place orientierte Nordfassade das Gebäudes, wo die Architekten die ursprüngliche Kubatur durch einen neuen Erschließungstrakt erweitert und in den unteren Ebenen des Gebäudes einen attraktiven Lichthof mit Glasdach und Anbindung an das Nachbargebäude geschaffen haben: „Der Innenhof ist der älteste erhaltene Platz in London, der vollständig in georgianischer Architektur errichtet ist“, erklärt Architekt Alan Short vom Büro Short and Associates. „Um hier einen Anschluss an die bestehende Architektur aus den 1680er-Jahren und an das benachbarte Eckgebäude von Richard Norman Shaw zu schaffen, haben wir uns dafür entschieden, die oberhalb des Licht- und Erschließungshofes über vier Geschosse aufsteigende Fassade in Anlehnung an die Nachbargebäude als architektonisches Zitat in georgianischem Stil auszubilden.“

 

Der verwendete RÖBEN Keramik-Klinker OSLO perlweiß glatt im Normalformat betont die Bildhaftigkeit des Entwurfes und schafft gleichzeitig einen deutlichen Kontrast zu den Bestandsfassaden aus rotbraunem Backstein. „Der Rhythmus der charakteristischen Öffnungen harmoniert dabei sensibel mit den komplizierten Dachlinien des Bestandes“, so Alan Short.

 

Monolithischer Charakter

 

Zur Ausbildung der verschiedenen Fenster kamen zusätzlich auch individuell vorgefertigte Sonderbauteile sowie vorgefertigte Attika-Elemente zum Einsatz. Ein Teil der Verzierungen musste außerdem in Handarbeit vor Ort erstellt werden.

 

 

„Die Röben-Klinker haben uns vor allem aufgrund ihrer hervorragenden strukturellen und ästhetischen Eigenschaften überzeugt“, erklärt Architekt Michael Ritchie vom Büro MJP Architects. “Sie sind extrem dauerhaft und haben eine niedrige Wasseraufnahme. Zudem wirken sie sehr homogen und schaffen im Zusammenspiel mit dem weißen Fugenmörtel einen monolithischen Charakter mit präzisen Details.“ Um einen ruhigen und harmonischen Eindruck zu erzielen und so den Charakter der Architektur zu betonen, wurden die Klinker durchgehend im Blockverband gemauert, bei dem Läufer- und Binderschichten regelmäßig abwechseln.

 

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Planung: Short and Associates und MJP Architects, London
Ausführung: Galliford Try Building, London
Fotos: Peter Durant / Frank Peterschröder / Galliford Try Building



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OSLO

perlweiß, glatt
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