• Röben Handform-Riemchen DYKBRAND und Moorbrand als Sonderanfertigungen in unterschiedlichen Stärken

Erstmal zu Penny: Supermarkt in Offenbach

Auf dem Gelände der ehemaligen "Maschinenbedarfsgesellschaft" MABEG im Offenbacher Mathildenviertel wurde vor kurzem ein hochwertig gestalteter Supermarkt mit angrenzender Bäckerei eröffnet. Die ungewöhnliche Fassade wurde mit Röben Handform-Riemchen erstellt.

 

Nach der Übernahme der Druckmaschinenfabrik durch MAN Roland und der Verlagerung der Produktion ins Hauptwerk im Jahr 1997 hatte das Areal an der Mühlheimer-Straße, Ecke Arthur-Zitscher-Straße brach gelegen, die Gebäude waren immer mehr verfallen. Doch mit der Eröffnung des Supermarktes sowie der Planung weiterer Projekte regt sich ganz allmählich wieder neues Leben auf dem ehemaligen Industriegelände.

 

Klinkerriemchen: 35mm starke Sonderanfertigungen

Die Fassaden des Supermarktes wurden mit innen liegenden Wänden aus Beton errichtet. Auf diesen wurde dann das WDV-System mit der abschließenden Bekleidung aus Klinkerriemchen angebracht. „Damit ließ sich der Radius der Fassade problemlos umsetzen“, berichtet Architekt Axel Krück.

 

Eine Besonderheit bei der Umsetzung war die Verwendung von zwei unterschiedlichen Riemchensorten in unterschiedlicher Dicke: Die überwiegend verwendeten MOORBRAND-Riemchen im 240 x 115 x 14 Millimeter großen Normalformat überzeugen vor allem durch ihre rustikale, dabei warme, mediterrane Ausstrahlung, die gleichzeitig auch mit dem rot-gelben Firmenlogo der Penny-Kette harmoniert. Gleich auf den ersten Blick haben die Architekten so eine wertige Ausstrahlung erreicht, die sich wohltuend vom Charakter anderer Supermärkte abhebt.

 

Zusätzliche Kontraste ruft die Strukturierung der Fassade mit horizontalen Fassadenbändern hervor, für die abweichend zum sonstigen Mauerwerk deutlich dunklere und mit 35 Millimetern auch dickere DYKBRAND-Riemchen flämisch-bunt verwendet wurden. Durch die größere Dicke der Riemchen (Sonderanfertigung) treten die Streifen um rund zwei Zentimeter aus dem übrigen Mauerwerk hervor. „Im Gesamtbild ist so ein lebendiges und plastisches Fassadenbild entstanden, das den einladenden Charakter des Neubaus auch nach außen sichtbar macht“, bringt Axel Krück das Konzept der Architekten auf den Punkt.

 

Bauaufgabe „Discountmarkt“

Discountmärkte werden zumeist als schlichte, funktionale Hallen ohne jeglichen architektonischen Mehrwert konzipiert. Doch langsam findet in den Konzernzentralen vieler Lebensmittelketten ein Umdenken statt. Der Neubau in Offenbach liegt mit seiner hochwertig gestalteten Klinker-Riemchen Fassade also voll im Trend und lässt gleichzeitig das zukünftige Profil der Penny-Märkte erahnen. Die Frankfurter Rundschau ist sogar überzeugt, dass der Supermarkt bei einem „Preiswettbewerb für den schönsten Discounter…sicherlich zu den Favoriten“ zählen würde. (mehr) Auch die Frankfurter Allgemeine lobt den "ansehnlichen Klinkerbau von Penny" in den höchsten Tönen. (mehr)

 

Ein gelungenes Detail ist in diesem Fall das vollständig umlaufende horizontale Fensterband, das einerseits einen zusätzlichen Tageslichtanteil im Innenraum ermöglicht und andererseits nach außen hin die elegante Formgebung des Gebäudes hervorhebt. Den Eingangsbereich des Gebäudes haben die Architekten dagegen als orthogonal untergliederte Glasfront mit transparenten sowie mit mintgrün bedruckten Glasfeldern gestaltet. In Richtung der Kreuzung wird der Baukörper durch einen mächtigen holzverkleideten Dachaufbau für die Gebäudetechnik akzentuiert.

 

 

Bezug zum historischen und städtebaulichen Kontext

Bei der Planung des zur Rewe-Group zählenden Penny-Marktes nutzte die Stadt Offenbach als Eigentümerin des Geländes die Chance zu einer deutlichen Aufwertung des exponierten Standortes am Eingang zur Innenstadt. So konnten der Investor des Projekts, die „Vierte Bamac Verwaltungsgesellschaft“ aus Mannheim und das mit der Planung beauftragten Architektenkontor Faller & Krück, Frankfurt/Main, dazu bewegt werden, an dem städtebaulich attraktiven Standort einen architektonisch hochwertigen Flachdachbau zu errichten.

 

Die lebendig gestaltete hellbraune Riemchenfassade ermöglicht tatsächlich einen gelungenen Bezug zu dem abgerissenen MABEG-Fabrikgebäude, während die abgerundete Front des Gebäudes gleichzeitig die Rundung des kurvigen Straßenverlaufes aufgreift. Im kontrastreichen Zusammenspiel von Form und Material entstand ein überzeugendes Gesamtbild mit harmonischem Übergang zur westlich angrenzenden Mathildenschule und dem östlich gelegenen Sozialgebäude der Farbwerke Hoechst, die beide zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt Offenbach aus dem frühen 20. Jahrhundert zählen.

 

Planung: Architektenkontor Faller & Krück, Frankfurt/Main

Fotos: Cornelia Suhan, Dortmund



Klinker Handformverblender Dykbrand flämisch-bunt

DYKBRAND Riemchen

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Röben Handformverblender MOORBRAND torf-bunt

MOORBRAND

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