Klinker
Klinkerriemchen
WIESMOOR
erd-bunt

Auf Ton gebaut - Haus der Gesundheit in Weissach

Mit dem „Haus der Gesundheit“ hat die kleine schwäbische Gemeinde Weissach bei Stuttgart ein attraktives Ärztehaus erhalten. Mit der Verwendung von Röben-Handstrichriemchen WIESMOOR erd-bunt gelang dem Büro stammler architekten ein formaler Bezug zur vormaligen industriellen Nutzung des Grundstückes.

Die ärztliche Versorgung auf dem Land hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. In vielen Kommunen stehen nicht einmal mehr Hausärzte für eine ausreichende Erstversorgung zur Verfügung. Wie sich diesem Trend entgegenwirken lässt, zeigt die 7.000 Einwohner zählende, rund 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegene Gemeinde Weissach im Tal. Auf Initiative des Projektentwicklers und Eigentümers Murrtal Werte GmbH und nach Plänen von stammler architekten aus Schorndorf wurde mitten im Ort jetzt ein dreigeschossiges „Haus der Gesundheit“ eröffnet, das neben attraktiven Räumlichkeiten für Arztpraxen und therapeutische Praxen auch Flächen für einen Drogeriemarkt, eine Apotheke und eine Bankfiliale im Erdgeschoss zur Verfügung stellt.

 

Große Aufmerksamkeit widmeten Planer und Bauherr der Wahl eines geeigneten Materials für die Außenhülle: „Um der geschichtlichen Entwicklung am Standort gerecht zu werden und um den Neubau an den erhalten gebliebenen Bestand anzupassen, haben wir gemeinsam beschlossen, das Gebäude mit einer Ziegelfassade auszubilden“, berichtet Projektarchitekt Claus Stammler. „Und weil wir durch die Stahlbetonbauweise und die tragenden Außenwände ohnehin einen hohen Schallschutz erreicht hatten, haben wir uns auf eine Riemchenfassade verständigt.“

 

Die markante Klinkerarchitektur schafft eine modern detaillierte neue Mitte von Weissach, fügt sich dabei aber sensibel in die vorhandene Bebauung ein und greift außerdem die industrielle Geschichte des Standortes auf. Ausgangspunkt für die Planung war die Schließung der Tonwarenfabrik Rombold im Sommer 2006. Unter reger Beteiligung der Bürger wurde anschließend beschlossen, einige der historischen Backsteingebäude zu erhalten und zusätzlich eine Mischung aus Wohnbebauung, Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung auf dem Areal umzusetzen. Mittlerweile ist ein Großteil dieser Planung realisiert: In den alten Backsteinhallen hat sich neben einer Brauerei mit eigenem Biergarten auch eine Gruppe von Oldtimer-Freunden eingefunden. Und direkt nebenan konnten neben einem Gesundheitssportzentrum auch die meisten der geplanten Wohnbauten bereits fertiggestellt werden.

 

Zentraler Baustein des neuen Quartiers ist das Anfang 2019 eröffnete Haus der Gesundheit. Der abwechslungsreich untergliederte, für eine maximale Flexibilität als Stahlbeton-Skelettbau errichtete Komplex setzt sich zusammen aus zwei passgenau nebeneinander liegenden, von oben betrachtet scheinbar auseinander gezogenen Klinkervolumen, die mittig zwei kleine Höfe einfassen. Zwei charakteristische Details sind der mit Rundbögen als offene Einkaufspassage gestaltete Arkadengang entlang der östlich verlaufenden Welzheimer Straße sowie die spitzwinklig ausgebildete Gebäudeecke in Richtung der nördlich angrenzenden Backsteinhalle. Rückseitig zum Parkplatz ist das Gebäude aufgrund der leicht ansteigenden Topographie lediglich zweigeschossig ausgebildet.

 

Nach einer umfangreichen Bemusterung fiel die Wahl auf die Röben-Handstrichriemchen WIESMOOR erd-bunt im Normalformat: „Die Steine unterstreichen die große Bedeutung des Gesundheitszentrums für den Ort, gleichzeitig harmonieren sie wunderbar mit dem Bestand und wegen der hellen Verfugung auch mit den Arkadenelementen aus Sichtbeton“, begründet Claus Stammler die Materialwahl. „Hinzu kommt, dass das keramische Material einen nachhaltigen Schutz gegen Wind und Wetter und gegen den Schmutz der vielbefahrenen Hauptstraße bietet.“

 

Planung: stammler architekten, Schorndorf

Fotos: Cornelia Suhan, Dortmund