Klinkerriemchen
Keramik-Klinkerriemchen CALAIS
CALAIS

Klare Haltung – Wohnungsbau in Hannover

Foto © Röben/Cornelia Suhan

Im Süden von Hannover hat der ortsansässige Architekt Robert Witt ein viergeschossiges Wohngebäude mit Staffelgeschoss realisiert, das sich städtebaulich zurückhaltend in sein Umfeld einfügt. Ein prägnanter Blickfang sind die hellen Klinkerriemchen in Verbindung mit den großflächigen Fenstern.

Der Stadtbezirk Döhren-Wülfel ist geprägt von Fachwerkhäusern, Gründerzeitvillen und familiengeführten Läden rund um belebte Plätze wie den Fiedelerplatz. Im Süden schließen das weitläufige Messegelände und das grüne, von Teichen durchzogene Quartier Wülfel an. Mitten in diesem vielfältigen Umfeld findet sich die Wiehbergstraße mit ihrer mehrgeschossigen Wohnbebauung aus verschiedenen Jahrzehnten. Zusätzlichen Wohnraum in dem nachgefragten Quartier schafft hier seit kurzem ein weiterer viergeschossiger Neubau, der hinter seiner hellen Klinkerfassade 24 Wohneinheiten mit insgesamt rund 2.150 Quadratmetern Wohnfläche zur Verfügung stellt.

 

Um das vorhandene Grundstück optimal auszunutzen, hat Architekt Robert Witt einen T-förmigen Grundriss mit einem straßenseitigen Gebäudeteil nach Südwesten und einem zum Innenhof orientierten Flügel geschaffen. Der hofseitige Baukörper staffelt sich dabei nach oben leicht zurück, um eine optimierte Tageslichtnutzung für den straßenseitigen Gebäudeabschnitt zu ermöglichen. Eine Besonderheit ist außerdem die Umsetzung des Neubaus als Split-Level Gebäude: „Die Wohneinheiten im Erdgeschoss des Vorderhauses liegen dadurch nicht auf Gehweg-Niveau, sondern in 1,80 Metern Höhe, was auch eine Kellernutzung sowie die Integration wohnungszugehöriger Abstellräume und einer Bürofläche ermöglichte“, wie Robert Witt erklärt. „Die Erdgeschosswohnung im Hinterhaus verfügt demgegenüber über einen kleinen Garten als Sondernutzung.“

 

Harmonisch eingefügt

Um den Neubau in das heterogen bebaute Umfeld einzufügen und dabei die Architektur eines gegenüberliegenden Klinkerbaus aus den 1930er-Jahren und eines noch aus der Gründerzeit stammenden Hauses in der Nachbarschaft aufzugreifen, hatten sich die Verantwortlichen schon frühzeitig für eine Klinkerfassade entschieden. Im Kontrast zum Bestand wurde aber ganz bewusst eine moderne Detaillierung mit einem hellen Stein, großen, bodentiefen Fensterflächen und zurückspringenden Loggien gewählt. Im Staffelgeschoss trifft der Blick außerdem auf einen auskragenden „Wolkenbügel“, der die Kubatur akzentuiert und zugleich die südlich gelegene Dachterrasse verschattet. Auf dem Flachdach wurde für einen nachhaltigen Betrieb des Gebäudes eine großflächige Photovoltaikanlage installiert.

 

Die Umsetzung der Fassade erfolgte mit dem 14 Millimeter starken Röben Keramik-Klinkerriemchen CALAIS im Normalformat. Die Steine betonen die horizontale Struktur, verleihen der Fassade eine elegante, fast monolithische Wirkung und überzeugen durch ihre subtile Haptik: „Die Klinker haben mich vor allem durch ihre helle, freundliche Farbe und die ruhige Materialität überzeugt“, berichtet Robert Witt. „Damit entsprechen sie meinem gestalterischen Konzept eines leichten, hellen und freundlichen Gebäudes, das sich in die vorhandene Bebauung einfügt.“ Verarbeitet wurden die Riemchen in einem homogenen Läuferverband mit hellen, glatt gestrichenen Fugen. Die handwerklich sorgfältige Ausführung unterstreicht die klare Architektursprache des Neubaus und harmoniert hervorragend mit den anthrazitfarben gerahmten Fenstern und Brüstungen sowie den verschiedenen Details aus verzinktem Edelstahl.

 

Robert Witt

HANNOVER

architekturwitt.de