Klinker
Klinkerriemchen
Handstrichziegel WIESMOOR hellgrau-bunt, NF
WIESMOOR
hellgrau-bunt

OPUS – Wohnbebauung in Ulm

Photo © Röben/Sascha Szidat

Auf dem ehemaligen Areal der Gummi-Welz-Werke in Ulm ist ein neues Stadtquartier entstanden, das Wohnen, Arbeiten und urbane Lebensqualität verbindet. Kern des städtebaulichen Konzepts ist die Blockrandbebauung mit begrünten Innenhöfen und einem zentralen Quartiersplatz als Herzstück. Mit dem Wohngebäude OPUS ist zuletzt ein zentraler Baustein des Projekts fertiggestellt worden. Die helle Klinkerfassade verleiht dem Baukörper eine ruhige, fast skulpturale Präsenz.

Mit seinem historischen Ortskern und der direkten Nähe zu Naherholungsgebieten wie dem Blaupark oder dem Hochsträß zählt der Stadtteil Söflingen zu den beliebtesten Wohnquartieren Ulms. An der Schnittstelle zur Innenstadt war auf dem Areal zwischen Einsteinstraße, Magirusstraße, Griesgasse und Söflinger Straße bis 2008 die Firma Gummi-­Welz ansässig. Nach der Aufgabe des Standorts lag das Gelände zunächst brach.

 

2010 erwarb die MUNK Bauen & Wohnen GmbH das Areal und führte 2017 in Abstimmung mit der Stadt ein städtebauliches Gutachterverfahren durch, aus dem das Stuttgarter Büro Orange Blu Architekten als Sieger hervorging. Der Siegerentwurf bildet die Grundlage für die Entwicklung eines urbanen Quartiers mit Wohnen und Arbeiten.

 

Das durch verschiedene Büros ausgeführte Ensemble setzt sich zusammen aus sieben unterschiedlich großen Baukörpern, die gemeinsam einen halboffenen Innenhof umfassen. Auf vier bis sechs Ebenen stellen sie 195 großzügige und luftige Wohnungen mit Flächen von 30 bis 190 Quadratmetern zur Verfügung. Büro-, Laden- und Praxisflächen entlang der Magirusstraße fördern die gewünschte Frequentierung und beleben das Quartier. Auf der rund 15.000 Quadratmeter großen ehemaligen Gewerbefläche ist damit ein komplett neuer Stadtbaustein entstanden.

 

Skulpturale Präsenz

Beim zweiten, nach Plänen von Seidel Architekten umgesetzten Bauabschnitt kamen die drei Röben Klinkerriemchen CALAIS carbon, MANUS kyra carbon und MOORBRAND lehm-bunt zum Einsatz. Im Zusammenspiel der verschiedenen Farben und Texturen ist den Verantwortlichen ein angenehm belebtes Quartier mit vielfältigen Kontrasten gelungen.

 

Im dritten Bauabschnitt wurde zuletzt das Wohngebäude OPUS fertiggestellt. Das durch hochstrasser.architekten. aus Ulm als identitätsstiftender Baustein geplante Projekt nimmt durch seine anspruchsvolle Gestaltung und wertige Detailausbildung einen Sonderstatus im Quartier ein. Bei der Planung haben die Architekten auf Klarheit und Materialehrlichkeit gesetzt. Die hellgraue Klinkerfassade, kombiniert mit breiten, horizontal umlaufenden Fassadenbändern aus Sichtbeton sowie einzelnen hell verputzten Abschnitten, verleiht dem Baukörper eine ruhige, fast skulpturale Präsenz. Bodentiefe Aluminiumfenster verstärken die Offenheit der Grundrisse, zusätzlich erweitern Loggien und großformatige Schiebeelemente den Wohnraum fließend nach außen. Das architektonische Konzept wird durch eine energieeffiziente Bauweise nach KfW-55-Standard sowie Tiefgaragenstellplätzen mit vorbereiteter Infrastruktur für E-Mobilität komplettiert.

 

Das konventionelle Aufmauern der Fassade erfolgte mit dem Röben Handstrich-Verblender WIESMOOR hellgrau-bunt, in einigen Bereichen kombiniert mit identischen 14 Millimeter-Riemchen. Die im Normalformat gelieferten, im Wilden Verband verarbeiteten und hell verfugten Steine harmonieren hervorragend mit den anthrazitfarben gefassten Aluminiumfenstern. Sie unterstreichen den offenen und einladenden Charakter der Bebauung und fügen sich sensibel in das städte­bauliche Umfeld ein.

 

Eine Besonderheit bei Planung und Ausführung war die ­Herausforderung, die Klinkerfassade auf die horizontal umlaufenden Sichtbetonlisenen zu setzen, ohne ein zusätzliches Auflager für die Klinker schaffen zu müssen. Die Lisenen wurden daher als tragende Betonfertigteile geplant und waren so in der Lage, die auftretenden Lasten direkt abzuleiten. Wir konnten also auf zusätzliche Konsolen verzichten. Die Lisene übernimmt auf diese Weise sowohl die statische Funktion der Lastabtragung als auch die optische Gliederung der Fassade“, erklären hochstrasser.architekten.

 

Die sorgfältige Planung und hochwertig ausgeführte Bebauung zeigen auf, wie innerstädtische Brachen erfolgreich in eine neue Nutzung überführt werden können und sich verdichtetes Wohnen überzeugend im urbanen Kontext umsetzten lässt. In einem geplanten vierten Bauabschnitt sollen weitere 120 Wohneinheiten sowie ein seniorengerechtes Wohnkonzept das Quartier vervollständigen.

 

hochstrasser.architekten.

Ulm

hochstrasser.com

 

Seidel Architekten

Ulm

seidel-architekten.de