Leinfelden Echterdingen:
Humboldt Carré mit Vorbildfunktion

Das Humboldt Carré wurde als erstes Projekt in einem erweiterten Gewerbegebiet realisiert und sollte deshalb - dem Wunsch der Stadt entsprechend - mit einer anspruchsvollen Architektur eine Vorbildfunktion einnehmen. Für die Fassade wurden daher echte Klinkerriemchen gewählt.

 

Ausgeklügeltes Energiekonzept
Der Neubau hat es in jeder Beziehung in sich. Hinter der wartungsarmen Fassade, die im Wärmedämm-Verbundsystem mit 160mm PS-Dämmplatten der Wärmeleitgruppe 0,35 und Röben Klinkerriemchen erstellt wurde, verbirgt sich ein Gebäude mit ausgeklügeltem Energiekonzept: Eine Geothermieanlage nutzt die Erdwärme und soll jährlich bis zu 160 Tonnen CO2 gegenüber einer konventionellen Energieversorgung und Gebäudeklimatisierung einsparen. Dazu wurden 80 Erdwärmesonden und rund 11,2 km Rohre verlegt. Zusammen mit weiteren Maßnahmen, wie der hoch wärmedämmenden Verglasung und den begrünten Dächern, entspricht der Bau damit einem Green Building. Die offizielle Auszeichnung erhielt das Objekt jedoch in Form der Zertifizierung in Silber durch die Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB).

Das Ziel der DGNB-Zertifizierung war auch mit Ausschlag gebend für die Wahl des Baustoffes. „Der Ziegel bietet viele Vorteile“, so die betreuenden Architekten. „Zum einen ist es ein natürliches Material mit einem sehr hohen Gestaltungswert und Habitus. Die ursprüngliche Ziegelbauart älterer Gebäude ist leider in der letzten Zeit verloren gegangen und die Gebäude mit Putz-WDVS ähneln sich sehr stark. Zum anderen war uns die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit des Baustoffes ein großes Anliegen, da das Projekt DGNB-zertifiziert werden sollte - und auch wurde.“

 

Ressourcen schonende Nutzung

Aufbruchstimmung soll es vermitteln, das Bürocenter in der Nähe von Messe und Stuttgarter Flughafen in Leinfelden Echterdingen. Das neu erschlossene Baugebiet schließt im Norden unmittelbar an ein vorhandenes Gewerbegebiet an, das sich architektonisch recht anspruchslos präsentiert. Östlich befindet sich ein Wohngebiet mit einem Konglomerat aus Wohngebäuden unterschiedlichster Größen und Baujahre.

 

Der Hauptmieter, die COR AG, eines der führenden Software- und Beratungsunternehmen für  Versicherungen und Banken, wünschte sich jedoch nicht nur ein ansprechendes Äußeres, sondern außerdem ein Gebäude, das eine wirtschaftliche und ressourcenschonende Nutzung garantiert. Nachdem alle wichtigen Anforderungen für eine entsprechende Umsetzung in einem Katalog zusammengefasst waren, wurde für ein gemeinsam ausgewähltes Grundstück die Planung erstellt.

 

Riemchen mit Wärmedämm-Verbundsystem
Die Wahl fiel auf das Röben Riemchen FARO schwarz-geschiefert, das als Bestandteil eines Wärmedämm-Verbundsystems verarbeitet wurde. „Die Produkte von Röben zeichnen sich durch hohe Qualität und das Angebot durch große Vielfalt aus. Auch die schnelle Lieferbarkeit der großen Mengen und die Beratungsleistung war aufgrund der kurzen Bauzeit ein wichtiger Aspekt. Es gab nur wenige Anbieter, die diese Anforderungen erfüllten“, betonen die Architekten.

Für die Fassade wurde ein Riemchen im NF-Format eingesetzt. Gewünscht war eine allenfalls geringe Narbung der Ziegel-Oberflächen, da sonst das Fassadenbild mit seinen unterschiedlichen Fenstergrößen und ihrer asymmetrischen Anordnung zu unruhig geworden wäre. Es wurde der ruhige Läuferverband gewählt und lediglich die Stürze wurden in Rollschichten geklebt, um das typische Erscheinungsbild einer Vollziegelfassade zu erzielen.

Angepasste Struktur
Die Bülow AG erhielt über den abgeschlossenen Mietvertrag mit der COR AG den Bauauftrag. Das Gebäude wurde dann in enger Abstimmung zwischen Investor, Mieter und dem Böblinger Architekturbüro Hanka & Nolte Architekten (HNP) realisiert. Nachdem es zunächst jedoch nur halb so groß geplant war, stellte sich schnell heraus, dass der Hauptmieter erheblich mehr Fläche benötigte. Diese war im Bebauungsplan der Stadt allerdings nicht vorgesehen.

Für die Erweiterung in der jetzigen Form waren deshalb zwei Quartiere notwendig, die allerdings durch eine Bauverbotszone getrennt waren.
Als Kompromiss wurde das Gebäudekonzept so angepasst, dass die Fassade zur Straße durch große Glaselemente, hinter denen sich das zentrale Treppenhaus in einem Atrium verbirgt, optisch geteilt wird. Mit der Wahl des hochwertigen, dunklen Röben-Klinkers setzt sich das Humboldt Carré außerdem angenehm von der umgebenden Bebauung aus den 60er und 70er Jahren ab.

Mit seiner Verbindung aus Ästhetik, Nutzerfreundlichkeit und Energie-Effizienz wurde das Ziel der Aufbruchstimmung sowohl für die Stadt, als auch für den Mieter in vielfältiger Weise erfüllt.

Bauherr: Bülow AG Stuttgart

Architekturbüro: Hanka & Nolte Architekten, Böblinger

Fotos: Armin Wenzel, Sielenbach



FARO, schwarz-nuanciert, geschiefert

FARO

schwarz-nuanciert, geschiefert
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