Roeben.com verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden und akzeptieren unsere Datenschutzerklärung. Ok

't Hoekhuis, Neerpelt (BE): Vielfach verkantet

In der kleinen flämischen Gemeinde Neerpelt hat der vor Ort ansässige Architekt Mark Bollen das großformatige Wohngebäude „'t Hoekhuis“ fertiggestellt. Der Name des Projekts (deutsch: „Eckhaus“) verweist dabei nicht nur auf die Grundrissform und die Lage an der Hoekstraat, sondern lässt sich auch als Beschreibung der vielfach verkanteten Klinkerarchitektur mit ihren zahlreichen Vor- und Rücksprüngen lesen.

 

Der L-förmig gegliederte Neubau stellt auf vier Ebenen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss insgesamt 32 Appartements, eine Büroeinheit sowie eine Tiefgarage zur Verfügung; das westlich in einem zweiten Bauabschnitt direkt angefügte, lediglich durch eine Fuge abgesetzte Wohngebäude „Archipel“ auf drei Ebenen zusätzlich sechs Seniorenwohnungen.

 

Belebende Materialkontraste

Nach Norden und zum nordöstlich angrenzenden Platz präsentiert sich der Wohnungsbau vergleichsweise geschlossen, hier misst er sich mit einem ebenfalls viergeschossigen, und ebenfalls mit Klinkern errichteten Wohn- und Geschäftsgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das nach Süden vorgelagerte Volumen folgt mit seinem abgetreppten Grundriss dagegen dem Verlauf der schräg zulaufenden Leopoldlaan mit ihrem Bestand an verklinkerten Einfamilienhäusern unterschiedlichen Entstehungsdatums. Ein markantes Detail im rückwärtigen Bereich sind hier die vorgelagerten, mit vertikalen Holzlamellen errichteten Balkone, die mit ihrer geschwungenen Form einen Gegenpol zu der ansonsten orthogonalen Architektur schaffen. Einen weiteren Materialkontrast bilden die als Gabionen gestalteten Grundstückseinfassungen. Das oberhalb der vierten Ebene aufgesetzte Staffelgeschoss wurde zusätzlich durch hellgraue Fassadenelemente aus Keramik vom übrigen Baukörper abgesetzt. Die großflächige Dachterrasse ermöglicht den Bewohnern dabei eine weite Aussicht auf die grüne Umgebung und das südlich angrenzende Flüsschen Dommel.

 

Rücksicht auf das Umfeld

Aufgrund der umgebenden Klinkerarchitektur stand die Wahl des Materials schon von vorn herein fest. Nach längerer Suche fiel die Wahl auf den Röben Handstrich-Verblender WIESMOOR kohle-bunt. „Mit seiner charakteristischen Oberfläche und seiner bräunlich-bunten Farbigkeit schließt der Stein direkt an die Bestandsbauten an“, beschreibt Mark Bollen seine Planungsabsicht. „Im Zusammenspiel mit der modernen und klaren Architektur sowie den Elementen aus Holz ist eine zeitgenössische Architektur entstanden, die dennoch Rücksicht auf ihre Umgebung nimmt.“ Um die unterschiedlichen Details zu einem homogenen Gesamtbild zusammenzufügen, wurden die Steine im Läuferverband ausgebildet. Die dunklen, rauen Fugen und die Verwendung des nur 52 Millimeter hohen Dünnformats komplettieren den hochwertigen Fassadeneindruck und bewirken einen erhöhten Fugenanteil, der den diskret rustikalen Charakter der Fassade noch betont. Oberhalb der Fenster, Loggien und Brüstungen kamen für einen zügigen und kostengünstigen Baufortschritt von Röben vorgefertigte Fensterstürze und Mauerwerksabdeckungen zum Einsatz.

 

Für das westlich direkt angrenzende Bürogebäude hat Mark Bollen den gleichen Stein gewählt. Im Kontrast zum Wohnungsbau wurden die Steine beim Mauern jedoch zeilenweise abwechselnd leicht vor- bzw. zurückversetzt gemauert. Im Ergebnis hat sich ein reliefartiges Fassadenbild ergeben, das sich trotz des gleichen Klinkers deutlich von dem des Nachbargebäudes unterscheidet.

 

Planung: Mark Bollen (BE)
Fotos: Luuk Kramer



Handstrichverblender WIESMOOR kohle-bunt, NF

WIESMOOR

kohle-bunt
Letzte Referenz
Übersicht