Dachziegel
ELSASS
anthrazit

Sargdeckel mit Doppelmulde - Dachmodernisierung des VDV-Gebäudes in Köln

Bei der Dachsanierung eines Bürogebäudes in Köln wurde die 360 Quadratmeter große Dachfläche mit hochwertigen Röben Tondachziegeln neu eingedeckt. Zuvor musste unter anderem die Höhendifferenz zwischen einer "Sargdeckel"-Betonkonstruktion im unteren Bereich des Daches und der darüber liegenden Sparrenkonstruktion mit unterschiedlichen Dämmstärken ausgeglichen werden.

 

Im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind rund 600 Unternehmen des Öffentlichen Personenverkehrs und des Schienengüterverkehrs organisiert. Seit 1959 ist die Organisation in einem fünfgeschossigen Bürogebäude in Köln ansässig. Das Eckgebäude an der Kreuzung Kamekestraße/Spichernstraße war 1957 als einfacher Stahlbetonbau im Stil der Nachkriegsmoderne errichtet worden. Die schmucklose Fassadengliederung mit ihren streng gerasterten Fensterzeilen schafft dabei einen deutlichen Kontrast zu dem doppelgeschossigen, entsprechend dem Verlauf der beiden Straßen in einem Winkel von 40 Grad über Eck verlaufenden Dachaufbau des Gebäudes. In Richtung Südwesten fügt sich die Konstruktion mit einem angesetzten Satteldach in die vorhandene Zeilenbebauung ein, in Richtung Südosten schließt das Dach mit einem Walmdachaufbau ab. In Richtung der Straßenkreuzung laufen beide Flügel in einem gemeinsamen Giebel zusammen.

 

Ungewöhnliche „Sargdeckel“-Konstruktion

Nach rund 60-jähriger Nutzung musste das Dach zuletzt grundlegend modernisiert werden. Mit der Umsetzung des Projektes war im Frühjahr 2019 das Kölner Dachdeckerunternehmen Rolf Knops beauftragt worden, das bereits seit etwa 20 Jahren mit unterschiedlichen Maßnahmen für den VDV tätig ist: „Eine Besonderheit des Daches ist die seinerzeit aus Brandschutzgründen im unteren Bereich des Daches umgesetzte 'Sargdeckel'-Konstruktion aus Stahlbeton, die oberhalb der Dachflächenfenster in die Waagerechte übergeht“, berichtet Hans-Gerd Knops, der das Unternehmen in dritter Generation führt. „Der vier Meter hohe Spitzboden oberhalb dieser Büroebene ist demgegenüber als Holzsparrenkonstruktion ausgebildet.“

 

Vor der Sanierung war der untere, betonierte Dachabschnitt mit einfachen Holzwolle-Leichtbauplatten gedämmt worden. Nach Entfernung dieser „Sauerkrautplatten“ wurde jetzt eine kaltselbstklebende Bitumendampfsperre auf den Beton aufgebracht, über den Sparren kam alternativ eine Dampfbremse als winddichte Schicht zum Einsatz. „Direkt darüber konnten wir dann eine Aufsparrendämmung verlegen“, berichtet Hans-Gerd Knops. „Eine besondere Herausforderung stellte dabei die 60 Millimeter große, zuvor mit den Sauerkrautplatten ausgefüllte Höhendifferenz zwischen Betonschräge und Sparrenkonstruktion dar. Um hier einen einheitlichen Abschluss zu erhalten, haben wir auf dem Beton im unteren Dachbereich eine 140 Millimeter dicke Dämmung nach Statik-Vorgabe verdübelt und im oberen Bereich eine lediglich 80 Millimeter starke Dämmschicht auf den Sparren verschraubt.“

 

Eindeckung mit hochwertigen Röben Doppelmuldenziegeln

Nach dem Verlegen der Dämmung wurden zunächst eine 4 x 6 Zentimeter starke Konterlattung und eine 3 x 5 Zentimeter starke Traglattung aufgebracht, bevor dann mit dem Verlegen der Tondachziegel begonnen werden konnte. In Absprache mit dem Bauherrn hatten sich die Dachdecker für den Röben-Tondachziegel ELSASS anthrazit entschieden: „Mit ihren beiden parallelen Mulden und den harmonischen Proportionen entsprechen die dunklen Doppelmulden-Ziegel weitgehend dem Vorbild historischer Dachpfannen“, begründet Hans-Gerd Knops die Materialwahl. „Entsprechend gut fügen sie sich in die vorhandene Bebauung ein. Hinzu kommt, dass das ausgeprägte Falzsystem eine hohe Regeneintrags-Sicherheit und damit einen dauerhaften Schutz gegen Wind und Wetter ermöglicht. Der große Verschiebespielraum von 80 Millimetern sorgt gleichzeitig für eine maximale Flexibilität.“

 

Als weitere Maßnahmen vor Ort erfolgten unter anderem die Neuverkleidung der vorhandenen Gauben mit Elementen aus Titanzink sowie die Vergrößerung der vorhandenen Dachfenster. Um eine optimierte Fensterunterkante mit schönem Ausblick auf den angrenzenden Stadtgarten zu erhalten und die neuen Klappschwingfenster in gewünschter Größe einbauen zu können, mussten die vorhandenen Öffnungen im „Sargdeckel“ dabei mithilfe von Betonsägetechnik vergrößert werden. Parallel dazu wurden neue Dachausstiegsfenster im Bereich des Sparrendaches eingesetzt.

 

Hohe Anforderungen stellte außerdem die Änderung der vorhandenen Traufkonstruktion, um so eine vorgehängte Kastenrinne mit 500 Millimeter Zuschnitt umzusetzen: „Vor der Modernisierung lag die Kastenrinne auf einer Simsabdeckung auf“, blickt Hans Gerd Knops zurück. „Nach dem zwischenzeitlich erfolgten Abbau von zwei Fallleitungen in den Eckpunkten des Walmdaches muss das anfallende Regenwasser aber mittlerweile über eine Strecke von rund 30 Metern ablaufen. Deshalb haben wir hier beschlossen, eine vorgehängte Konstruktion mit einer deutlich breiteren Rinne umzusetzen, die deutlich seltener überläuft und die sich trotz der größeren Eingangsstutzen harmonisch in die Architektur einfügt.“