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herbstlaub, glatt
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ziegelrot, glatt

Hamburg: Tri-Towers in der City Süd

Foto © Röben

Leuchtender Backstein im Dreierpack: Die Hamburger Architekten ssp Sievers + Pulst + Reincke GbR haben dieses Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 30.000 m2, Läden im Erdgeschoss und den notwendigen Stellplätzen im Untergeschoss geplant.

Wer von Süden über die Elbbrücken nach Hamburg kommt, passiert Hamburgs neues Kontorhausviertel, die City Süd. Im Dreieck zwischen Amsinckstraße / Hammerbrookstraße und Nordkanalstraße haben sich hier inzwischen 1.100 Unternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern angesiedelt. Optimale Verkehrsanbindungen und preisgünstige Flächen in unmittelbarer Innenstadtnähe prägen die Standortqualität und machen das Quartier bei den Mietern so begehrt.

Der alte Hamburger Stadtteil Hammerbrook wurde im zweiten Weltkrieg durch Bomben stark zerstört, die alten Wohnviertel wurden nicht wieder aufgebaut. Dafür siedelten sich auf einigen Grundstücken Gewerbebetriebe (Speditionen, Lagerhausfirmen etc.) an, andere blieben trotz der attraktiven Lage lange Zeit unbebaut.

Erst nach und nach entstand ein neuer Stadtteil, der sich stetig durch Abriss vorhandener Substanz und Schaffung neuer Büroflächen vom Heidenkampsweg nach Osten und Westen erweiterte. Dem Besucher präsentiert sich die City Süd heute mit ihrer innovativen Architektur facettenreich und bunt. Traditionelle Hamburger Backsteinbauten wechseln sich ab mit Gebäudekomplexen wie dem Poseidon Haus mit seinen gläsernen Rotunden, dem markanten gläsernen Berliner Bogen und dem VTG-Gebäude mit seiner dunkelgrünen Stein- und Glasfassade.

Zu den herausragenden Gebäuden zählen auch die Tri-Towers, die für eine fortschrittliche Weiterentwicklung der historischen Kontorhäuser stehen. Die Hamburger Architekten ssp Sievers + Pulst + Reincke GbR haben dieses Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 30.000 m2, Läden im Erdgeschoss und den notwendigen Stellplätzen im Untergeschoss geplant. Wichtig für den Bauherrn war die Teilung der Grundstücke mit Gebäuden in drei juristisch voneinander zu trennende Bauteile. Die Architekten spp entwickelten dafür eine Gebäudekonfiguration, die von drei unterschiedlich gegeneinander gedrehten, elf- bzw. neungeschossigen Hochhausbaukörpern bestimmt wird. So entstand nach schwieriger Bauplatzvorbereitung eine Gebäudestruktur, die sich städtebaulich mit spannungsvollen Durchblicken zur Nachbarbebauung hervorragend in die City-Süd einfügt.

Basis der Bebauung ist ein Erdgeschoss-Sockel, der die Ladenzeile aufnimmt. Die drei Hochhäuser werden jeweils über einen zentralen Kern erschlossen. Die Anordnung der Büroräume und deren technische Ausstattung sind darauf ausgelegt, eine möglichst flexible Nutzung zu gewährleisten und damit eine Vermietung von der kleinsten Einheit bis hin zum Großraumbüro zu ermöglichen.

Ein ganz besonderes Anliegen der Architekten war es, an dieser Stelle, die zudem etwas versteckt hinter der aufgeständerten S-Bahn-Trasse liegt, ein Gebäudeensemble zu schaffen, das durch die Wahl verschiedener orangeroter Verblendsteine, unterstützt durch die Sonneneinstrahlung, eine Eigenleuchtkraft entwickelt. Ein Gestaltungsmerkmal, das in dieser Umgebung von Gebäuden mit ansonsten dunklen, matten, braunen und braunrot geprägten Fassaden ein erfreulich frisches Erscheinungsbild abgibt.

Nach anfänglicher Skepsis war am Ende auch der Oberbaudirektor von der wohltuend hellen Farbgebung der Mauerwerksfassaden überzeugt. Aus der Vielfalt der in Frage kommenden Röben-Klinker wurden gemeinsam solche Farbtöne ausgewählt, die das Licht- und Schattenspiel der Baukörper noch zu verstärken vermochten.

So wurde im nördlichen Gebäude der Röben-Klinker NEUMARKT rot verwendet. Das Besondere: Die so genannte Fußsortierung, also die Vermauerung des Steines mit der Rückseite nach vorne, verleiht der Fassade eine ungewöhnliche Lebendigkeit, da die Produktionsspuren bewusst sichtbar gemacht werden. Der mittlere Turm ist mit dem Röben-Verblender DITZUM vulcanbunt verblendet; einer Sondersortierung, die ihre Ausdruckskraft aus den Anflammungen bezieht, die an vulkanisches Feuer erinnern. Beim südlichen, dritten Bauabschnitt entschieden sich Architekt und Bauherr für die Klinkersortierung NEUMARKT herbstlaub, dessen rot-buntes Farbspiel, vor allem, wenn es von der Mittagssonne angestrahlt wird, in besonders warmen Farben leuchtet.
Daher heben sich die Tri-Towers nun nicht nur durch ihre imposante Größe, sondern auch durch die markanten Fassaden von den Nachbargebäuden ab.

Architekten: ssp Sievers + Pulst + Reincke GbR, Hamburg
Fassade: Röben Klinker NEUMARKT ziegelrot, Fußsortierung,
Röben Verblender DITZUM vulcan-bunt,
Röben Klinker NEUMARKT herbstlaub